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Internationales Symposium der digitalen IT-Elite im Pentacon
Sasser-Virus-Hacker in Dresden
Dresden. (redakt.) Internationalen Anspruch und Weltgeltung konnte Dresden am vergangenen Wochenende für sich verbuchen. Als im Kulturzentrum Pentacon nach einem Ablaufplan, auf drei Ebenen gleichzeitig, die informelle Elite der Computerwelt sich der Öffentlichkeit vorstellte. "Datenspuren - Privatsphaere war gestern" lautete das Reizthema. Aus Californien, aus Amsterdam, Berlin und Dresden - gleichzeitig mit der globalweiten Hacker- und Chaosgemeinde in Echtzeit im Internet und in den Vortragssälen im Pentacon - ging es um neueste Ideen, Open Sources, Trends, Gefahren, auch um Geheimwissen, aber hauptsächlich um öffentliche Aufklärung. Höchstaktuell regierte das Thema "Virus", Computer-Wurm "Sasser". Das teils belustigte, teils beunruhigte Publikum hörte über Datensicherheit, Politik der EU, über Chip-Produktion in Dresden, über das Geschäft mit den Ängsten und wo kann man fragen, wenn man einen Computer kaufen will. Welche Risiken und welcher Segen muss erwartet werden, wenn die neue Welt entsteht, während viele Leute noch der alten Sinnlichkeit anhängen. Moorhuhn und Super-Mario, Nintendo und Counter-Strike, Wissenschaftler der TU-Dresden und der Freien Universität Dresden, professionelle Informatiker und Webdesigner sowie auch unerkannte Prominente, die ungenannt bleiben wollten, standen dem gemischten Publikum Rede und Antwort. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte vertrat die Landespolitik, stellte sich den Debatten und verteilte den aktuellen "Tätigkeitsbericht 2003". Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Anwesenheit des jungen Viren-Programmierers aus Rotenburg / Wümme bei Bremen, der angeblich mit dem Wurm "Sasser" eine Lücke in der microsoft-Internet-Software manipuliert haben soll. Mit Staunen wurde deutlich, wie sehr heutige Kreativität zwischen kriminell und genial schwimmt. Wo sich der Freizeit-Computer-Saboteur als "freier Mitarbeiter" zur Verbesserung von Programmier-Schwächen des Monopolisten Microsoft jedenfalls "systemimmanent" beteiligt. Haben wir einen Beitrag der informellen Intelligenz zur Pisa-Studie, als deutsche Facette des Fortschritts. Den Bill Gates sofort mit einem Investitionsprogramm in Höhe von 5 Mio. Dollar und mit einem Kopfgeld von 210.000 Euro bewertet hat. Im Interview sagte der achtzehnjährige "Sasser-Viren-Programmierer", "er habe nur über den gängigen Antivirus "Netsky" seinen eigenen Rechner gegen eine längst auch microsoft bekannte Programmschwäche schützen wollen, ohne Schaden oder Vorteile anzurichten. So gesehen könnten ihm alle WindowsXP-Nutzer dankbar sein." Die städtische Kultureinrichtung "Pentacon" hat bewiesen, warum oft schon ein "Dach überm Kopf" ausreicht, dass wichtige Sozio-Kultur entsteht, wie hier beim Chaos-Computer-Club. Dresden kann mitspielen, wenn es darum geht, dass ein Konrad Zuse oder ein Manfred von Ardenne vom häuslichen Bastelzimmer aus die Welt bewegt - wenn die Kreativen der IT-Gesellschaft die Karten auf den Tisch legen. Vielleicht werden beim nächsten Festival die ansässigen Infineon, SAP, das City-Management, die Dresden Messe und das Tourismusbüro aufmerksam. Und das MDR-Fernsehen dreht den brechend vollen Saal, statt leere Stuhlreihen in der Pause: wenn es wohlorganisiert und unkonventionell - aber keineswegs chaotisch - heißt, "Datenspuren - informelle Szene ist heute".
Der Vortrag von Dietmar Moews als PDF zum Download
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