meldungen   neue sinnlichkeit   xtext   abonnement   email   community   sitemap   home  
meldungen
Schilys Untergang

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) schreitet zur virtuell-digitalen Totalüberwachung durch Satelliten-Maut-Überwachung zur Steigerung der polizeistaatlichen Sicherheit. Schilys Ignoranz gegenüber den lähmenden Potentialen normativer Zwänge in totalitären Lebenszusammenhänge erzeugt ein soziales Rückzugsklima und ist der geistige Untergang eines Politikers mit Führungsanspruch in der modernen rechtsstaatlichen Demokratie.

Dietmar Moews, empirischer Soziologe, asz alphons silbermann zentrum, Dresden, 3. April 2005
mehr



Deutschland als Staatshehler

Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg sind die nach dem 2. Weltkrieg von den sowjetischen Besetzern Ost- und Mitteldeutschlands entrechteten Bürger damit gescheitert, angemessen entschädigt zu werden. Die Enteignungen und Vertreibungen durch die Kriegsgewinner als Eroberer sind längst eine historische Tatsache. Die Rückgabe solcher Güter, per Vertrag mit der Bundesrepublik durch die Sowjetunion, im Jahre 1990 an den deutschen Staat, wurde nunmehr als Übereignung auf höchster EU-Ebene in Straßburg bestätigt. Aus Sicht der Entrechteten erfüllt die Aneignung der sowjetischen Kriegsbeute durch den deutschen Staat, der diese Werte heute materiell für sich verbucht, den Tatbestand der Hehlerei. Der Kommentar von Bundestagspräsident Thierse, "mit dieser Gerichtsentscheidung sei ein erheblicher finanzieller Druck von der Bundesregierung genommen", bestätigt die Hehler-Perspektive und weist auf die wachsende Verpitbullung der Gesellschaft, die solches billigt, und die Auswüchse der Staatsplünderung von oben.

Helmut Rahn, der Moralist aus der kleinen Welt von damals, Himmel über Essen, 1. April 2005


Clements Untergang

Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, SPD, teilte der deutschen Öffentlichkeit seinen Untergang mit. Es sei wie der "Häuserkampf": die Einen kämpfen gegen Überregulation und träge Verwaltungsstrukturen, sowohl kommunal, landesoffizial und auf Bundesebene, weil Alles zäh, verhinderlich und lustlos sei. Die Anderen verteidigen jede Regularie, Jedes "das haben wir schon immer so gemacht", mit solchen Kampfvokabeln wie Neoliberalismus und Spaltung der Gesellschaft. Clement kenne das Alles aus eigener Erfahrung, auf allen Ebenen, in allen Rollen. "Wie im Häuserkampf" kämpft er im Doppelrollenspiel "für Deregulierung und für die Verteidigung des Gewohnten". Am skandalösen Beispiel der Breitband-Blockade in Deutschlands rückständigen Internetz und Fernkommunikation erklärt BMWA Clement sein Scheitern, beklagt die schlechte öffentliche Versorgung, während er den Missstand selbst so reguliert.

Untergangsbehörde gegen Untergangsregulierung, Berlin am 28. März 2005


Stadt Springe begrüßt Engagement für Hybrid-Breitband-Internetz

Der Bürgermeister der Stadt Springe (31832) begrüßt die Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähiger Breitbandtechnik ausdrücklich.
"Darüber hinaus nutzen wir jede sich bietende Möglichkeit, um im politischen Raum die Notwendigkeit einer ausreichenden Telekommunikationsversorgung auch im ländlichen Raum zu kommunizieren,"

Jörg-Roger Hische, Bürgermeister der Stadt Springe, am 17. März 2005


Kanzler Schuld am Breitband-Desaster

Deutschland in Relation zu Japan, Korea, USA usw. ist ein Desaster einer Industrienation, wenn man die Erkenntnisse internationaler Studien der UN und der EU dagegen hält. Das EU-Lissabon-Protokoll sieht die Kommunikations- und Informationstechnologie als zentral für den Wohlstand Europas. Bundeskanzler Schröder proklamiert die Zukunft im Aufbau von Wissensgesellschaften, deren Verwaltungssystem und Gesundheitssystem effizient organisiert sind. Gleichzeitig sorgt der Kanzler mit der Blockade in der Breitband-Politik für ein Desaster.

Humphrey Littleton, Digital-Kommunikations-Evaluation,
London am 2. März 2005



Kreidefelsen von Rügen stürzen weg

Die weltberühmten Kreidefelsen von Rügen stürzen herab und versinken in der Ostsee. Wer Zeit und erhebliche Reisekosten nach Rügen sparen will, dabei die Klippen der Kreide-Steilküste vor seinen Blicken schont, kann sich das wunderbare Gemälde des Caspar David Friedrich anschauen. Das Bild aus dem Jahre 1820 befindet sich in der Stiftung Oskar Reinhart in Winterthur, Schweiz.

Caspar David Friedrich, hungernder Maler in Dresden, am 28. Februar 2005


Insel Sylt geht nicht unter

Die Nachrichten vom langsamen Untergang Sylts müssen nicht alarmistisch aufgenommen werden. Der bereits Jahrtausende andauernde Prozess des relativen Höhenverlustes zwischen Land und Meeresspiegel von ca. 2 cm/Jahr wird nicht wesentlich von akuten Umweltbelastungen, wie Treibhausgas und Erderwärmung, verstärkt.

Hauke Haien, Deichvogt, Insel Norderney, am 18. Februar 2005


Tokio, nicht Dresden

Verirrte Kräfte in Dresden und deren blindwütige Publikationen betreiben gegenwärtig eine Diskussion, wonach Dresden als Symbol für die vergleichsweise schlimmsten Angriffe des II. Weltkrieges zu gelten hätte. Wo sich die Relativierung von Leid, außer von den tatsächlich persönlich betroffenen Opfern, nur als würdelose Missachtung des Geschehenen ausnimmt, steht der Dresdner Sicht insbesondere quantitativ aber die historische Faktenlage entgegen.

Nach der historischen Faktenlage gilt Tokio als diejenige Stadt, die an Todesopfern und Verwüstung im größten Ausmaß vom 2. Weltkrieg betroffen worden ist.

Die in jeder Weise bis Kriegsende 1945 qualitativ und quantitativ meist zerstörte deutsche Stadt war Berlin, vor Hamburg, Köln, Hannover, München und vielen anderen. Das alte ostpreußische Königsberg samt allen Königsbergern ist vollkommen verschwunden, wie das kleine französische Dorf Oradour-sur-Glane. London, Coventry, Hiroshima und Nagasaki - im Unterschied dazu spricht heute Dresden, das seit Kriegsbeginn 1939 weithin verschont geblieben ist, nach der "Jahrtausend-Flut" von 2003, inzwischen von drei totalen Untergängen. Zweiter Untergang seien die Folgen der Bombardements im Februar 1945.

Seltsam muten die Verhandlungen der Dresdner heute über die Zahl der Dresdner Todesopfer an. Amtlich festgestellt worden ist eine Zahl zwischen ca. 5.000 bis 8.000 Dresdner Umgekommenen. Erheblich höher ist die Anzahl der getöteten Flüchtlinge in den Bombardements. Im Februar 1945 hielt sich eine erhebliche Anzahl von Flüchtenden in Dresden auf, auch deutsche Soldaten in Zivil und Deserteure. Seit Ende 1944 wurden Militärverbände bereits inoffiziell aufgelöst und die Soldaten nach hause geschickt, z. B. von der "Ostfront" in Richtung Westdeutschland. Der Dresdner Hauptbahnhof war Durchgangsstation hunderttausender deutscher Ostflüchtlinge, die aus Breslau mit der Bahn kommend, hier umkamen.

Ferner ist erheblich, dass sich Dresden im selbsterklärten "Totalen Krieg" befand, noch bis zuletzt Waffen produzierte (selbst in der Semper-Oper), und keineswegs kapituliert hatte. Nur aufgrund der begrenzten Flugreichweiten der alliierten Bomber war Dresden bis dahin als eine der am wenigsten getroffenen Städte des Deutschen Hitlerreiches. Dresden machte noch im Februar 1945 "totalen Krieg".

Schwer vorstellbar, dass die Filmdokumente vom Frühjahr 1945, wie Leichenberge auf dem Dresdner Altmarkt mit Flammenwerfern verbrannt wurden, zeigen sollten, dass diese anonymen Toten in Dresden Einwohner Dresdens gewesen sein sollen, denen die Angehörigen kein persönliches Begräbnis hätten geben wollen oder können. Handelte es sich überwiegend doch um die Flüchtenden und um die "sich absetzenden" deutschen Wehrmacht-Soldaten, in der Hoffnung lebend davonzukommen, die hier vernichtet worden waren.

Es ist fragwürdig, wie bei Feststellung der Zahlen und Daten über getötete Kriegsopfer, durch Gegenüberstellung von Leid und Mitleid der "Dresdener Superlativ" glaubhaft gemacht werden könnte. Das von den Dresdnern heute propagierte Selbstbild, im starken Gegensatz zu den historischen Fakten und dem Fremdbild, kann nicht zu gültigen Interpretationen und Urteilen führen. Wirkungszusammenhänge der heutigen und zukünftigen Werthaltungsentwicklung zum Thema Kriegsleid und Schuld haben unvergleichliche persönliche Qualen aller Opfer und lediglich statistisch objektive Relativierungen.

Welche Verhaltenspotentiale hinsichtlich der zu erwartenden politischen Vernunft der Deutschen in Deutschland aufgrund dieser Erfahrungen erwartet werden dürfen, lässt sich nur in der Momentaufnahme der z. B. gegenwärtig praktizierten politischen Vernunft und Verantwortungsbereitschaft einschätzen. Diese politische "Reife" ist weniger eine "materiell-dialektische" Widerspiegelung als eine situative, aktionsrelevante Zukunft. Sie ist auf mehr oder weniger Sachorientierung gestellt, bei vielen Menschen in Bezug auf Dresden offenbar auf weniger. Alarmierend ist die Kluft in den Einstellungen im Umgang mit dem Gewünschten und den eigenen Fähigkeiten, diese Wünsche zu verwirklichen. Groß ist die Bereitschaft des "Mob" (Hannah Arendt), für nichteingelöste politische Wünsche - wie Wohlstand, Frieden, Arbeitsplätze, Ruhe und Ordnung - Sündenböcke wie "die Anderen", die Fremden, den Kapitalismus, der Westen, u. Ä. anzuschuldigen und anzugreifen.

Wer den Dresdner Sohn Matz Griebel vom Tonband eines Elbausflugsdampfers in seinen Ausmalungen des Untergangs Dresdens anhören muss, dabei die gesamte Bebauung von Blasewitz oder am Elbhang besichtigt, wundert sich über den Baubestand, der überwiegend den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt überstanden hat. Die Touristen schütteln die Köpfe.

Dietmar Moews, Maler in Dresden, am 10. Februar 2005


"Mobil-DSL-Verein" gegründet

In Deutschland fand sich der Vorverein "Mobiler Verein für Mobile Büros für Lichtgeschwindigkeit in Deutschland", kurz "Mobil-DSL-Verein", mit beabsichtigtem Sitz in Springe am Deister zusammen und beauftragte Herrn Dietmar Moews, Springe, die weiteren Formalitäten, Ausarbeitung der Satzung, Einladung zur Vereinsgründung, Justitiariat usw. kommissarisch zu veranlassen. Der "Mobile-DSL-Verein" will zur CEBIT 2005 (Hannover, 10. - 16. März 2005) an die Öffentlichkeit treten.

Dietmar Moews, IT-Soziologe, Springe am 8. Februar 2005


Papst fliegen die ungebratenen Tauben in den Mund

Bei seinem Freiluft-Angelus-Gebet haben weiße Tauben versucht, Papst Johannes Paul II in den Mund zu fliegen. Vermutlich hat der menschliche Papst in Rom besondere Beziehungen zu Gott. Doch der Überlieferung der Bibel nach, dürfen Menschen paradiesische Verhältnisse nicht für außerhalb des Paradieses erwarten.

Adam Marcinkus, Kirchler, Trastevere am 3. Februar 2005


Kommunikationsproblem bei DSL

Während sich Gemeinsinn und Intelligenz für die nützlichen Angelegenheiten und gegen das allgemeine Wirrwarr öffentlich versuchen, in Verbindung zu setzen, wie jetzt das "Mobile Büro für Lichtgeschwindigkeit" von Dietmar Moews für die DSL-Technik in Deutschland, ziehen von der Arbeitslosigkeit bedrohte Redakteure in den Medien eine skandalierende Hetze von Kampf und Krampf, von Don Quixote und Michael Kohlhaas auf. Kampf gegen Windmühlen, Anrennen gegen Mauern, Einzelkämpfer gegen Deutsche Telekom. Da haben wir wohl ein Kommunikationsproblem.

Dietmar Moews, Mobiles Büro für Lichtgeschwindigkeit, z. Zt. München, 31. Januar 2005


Singvögel irren

Nachdem bereits Anfang Januar viele Singvögel aus dem Süden nach Deutschland zurückgekehrt sind, sagte die Weltklugheit, der Winter sei bereits zu ende. Stattdessen trat die Bauernregel ein: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.

Gelhald Schlödel, Singel,
Peking 31. Januar 2005



Struck rettet Wehrpflicht

Dem SPD-Bundesminister (BMV) Peter Struck ist es zu danken, dass die Saldaten der Bundeswehr Staatsbürgerpflichtlinge sind, und nicht Berufssoldaten als Söldner oder "Berufskiller". Die Privatisierung des Militärs ist eine Geißel der Menschheit.

Dietmar Moews, Z10 bei der JUH, 22. Januar 2005


Gläserner Abgeordneter

Die Zuwendungsaffäre von Abgeordneten muss zum Stichwort "Gläserner Abgeordneter" alle Ämter und Mitgliedschaften veröffentlichen, wie Familienbeziehungen, ehrenamtliche, freiwillige, bezahlte und unbezahlte Rollen. Es geht immer um Begehrlichkeiten und Aussichten auf Exklusivgüter, vom Studienplatz für die eigene Brut zur gebrachten Information und Zugang zu Machtwissen. Bezahlte Arbeit ist dagegen noch am kontrollierbarsten.

Erich Hohnecker, Hohneck im Mai 2005


Mehr Multirollen und geschmierte Tickets der Parteipolitiker

Die Diskussion zum Thema "Nebentätigkeiten von Abgeordneten" geht am Wichtigsten vorbei: Nicht die Gelder, Spesen, Zuwendungen, Diäten, Verquickungen oder Verdächtigungen sind fragwürdig, sondern das unbekannte Multirollenspiel der Abgeordneten. Daneben ist Transparenz der Motivations- und diskreten Rollenwechsel notwendig. Ob hauptamtlich, nebenamtlich, ehrenamtlich, privat, bürokratisch oder in irgendwelchen Mitgliedschaften - entscheidend sind tatsächliche Aktivitäten, Möglichkeiten und Ziele, in den Genuss schwer erreichbarer Exklusivgüter zu gelangen, wie Optionen für Machtwissen, Protektion, Zugänge, Zulassungen, Aufstieg, öffentliche Anerkennung.

Dietmar Moews, asz alphons silbermann zentrum dresden, Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung,
am 13. Januar 2005
mehr



Unpazifische Flut und Massenkommunikation

An Weihnachten, am 26. Dezember 2004 erbebte der pazifische Ozean und zerschlug mit einer historisch einmalig schweren Flutwelle Küstengebiete von Ostafrika bis Südasien, Indien, Pakistan, Thailand, Sri Lanka, Indonesien mit zahlreichen Inseln, Millionen Geschädigten aus vielen Ländern der Erde und geschätzten 200.000 Todesopfern.
Zum zweiten mal in kurzer Zeit, nach dem Attentat auf New York,
11. September 2001, wird die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit durch eine Art "Pfingsterlebnis" für eine kurze Phase gleichgerichtet. Es ist eine empirische Momentaufnahme der modernen Massenkommunikation möglich, in der der strukturell-funktionale Zusammenhang zwischen Event, Emission, maximaler medialer Verbreitung, Rezeptionsbereitschaft, Kommunikation, Meinungsbildung und sozio-politische Reaktionen der vielfältigen massenkommunikativen Konstellationen beobachtet werden können. Aufschlüsse, welche politischen Leistungen unter extremen Krisenbedingungen in multilateralen Betroffenheits- und Interessenskonstellationen erwartet werden dürfen und welche Strategien des Krisenmanagements, der Kommunikation und Logistik usw. wünschenswert wären, könnte gelernt werden.

Dietmar Moews, asz alphons silbermann zentrum dresden,
Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung,
am 5. Januar 2005
mehr



Geschmierte Tickets der Parteipolitiker - Neujahrswunsch 2005

Es ist zu verlangen, dass alle Personen der Politik auf ihre sämtlichen - bezahlten und unbezahlten Multifunktionen - Vertreterrollen, Tickets, Partei- und Vereinsabzeichen, Beraterverträge, unverlangt hinweisen. Das trifft ganz besonders das staatliche Parteifernsehen, ARD und ZDF, und deren festvertraglich, frei und gelegentlich auftretendes Prominenzpersonal.

Boris Haargeel, Amateurjournalist, Leimen
am 24. Dezember 2004
mehr



Habeas Folter-Corpus

In Hessen haben Staatsorgane einen Häftling gefoltert. Es gilt ohne Ausnahme als internationaler Standard des Menschenrechts, dass foltern verboten ist. Auch im Rechtsstaat Deutschland ist foltern, sowohl nach dem Strafrecht wie auch nach dem Regelwerk staatlicher Organe, bei Strafe verboten. Körperliche Unantastbarkeit und das persönliche Freiheitsrecht gegen Willkür des Staates wurden bereits mit der Habeas-Corpus-Akte im Jahre 1627 in England als staatlicher Verfassungsgrundsatz erlassen. Die hessischen Staatsbediensteten, die im polizeilichen Dienst erwiesener und eingestandener Maßen einen Festgenommenen rechtswidrig gefoltert haben, würden - nach eigenen Erklärungen - in ähnlicher staatsdienstlicher Situation wiederum ihre Dienstpflicht und den Rechtsstaat verletzen. Beide wurden jetzt vom Strafgericht der Straftat des Folterns schuldig gesprochen und - aber quasi - nicht bestraft. Hiermit setzt sich der deutsche Rechtsstaat selbst ins Abseits und schließt sich der berühmten Kabarettnummer an. Österreich hatte nach 1878 Bosnien besetzt. Die Bosniaken begannen darüber sehr bald ihrem Unwillen durch Attentate auf höhere österreichische Regierungsbeamte Luft zu machen. Die Lage wurde so kritisch, dass man in Wien folgenden drakonischen Gesetzesentwurf ausarbeitete: "Wer auf den Innenminister schießt, zwei Jahre Zuchthaus. Wer auf den Außenminister schießt, drei Jahre Zuchthaus. Wer auf den Kriegsminister schießt, vier Jahre Zuchthaus. Auf den Ministerpräsidenten darf überhaupt nicht geschossen werden."
Der deutsche Rechtsstaat des Jahres 2004 macht mit der Folter eine Schweijkiade - man darf nicht foltern, aber man kann.

Bernard Lazare-Dreyfus, Folterbeamter, Wien
am 21. Dezember 2004



EU-Türkei mit Kurdenmaut?

Wird die demokratisch-pluralistische Staatskultur der Bundesrepublik Deutschland von der Türkei übernommen, oder wird der entrechtende Umgang der Türkei mit politischen Minderheiten zum EU-Standard? 20 Mio. Kurden könnten zukünftig mit den technischen Überwachungsmitteln von Micro-Chip und Satellitenmaut obrigkeitlich überwacht werden.

George Orwell, Wuppertal
am 16. Dezember 2004



Adenauer für Föderalismus

Altbundeskanzler Konrad Adenauer hat mehr Intelligenz für die angängige Föderalismus-Diskussion gefordert. Eine Reform muss in jedem Fall auf eine klare Analyse bauen. Es reicht nicht einfach, Veränderungen zu beschließen, sondern es müssen Reformen Verbesserungen sein. Reiner Aktionismus ist abzulehnen. Der deutsche Föderalismus hat sich als politischer Handlungsrahmen hervorragend bewährt. Veränderungen und Verschlechterungen sind nicht vom Föderalismus und den staatsorganisatorischen Strukturen verursacht, sondern rühren von funktionalen Veränderungen des Lebensstils der Menschen her. Lebensstil, Menschenbild, Zeitgeist, zur Frage wie ist der Mensch, wie will der Mensch sein, was halten Menschen für wahr? Haben sich in gesellschaftlichen Wertbildungsprozessen als Verhalten im Föderalismus verändert, nicht vom Föderalismus her. Die funktionalen Verhaltensänderungen der Deutschen wurden nicht vom Föderalismus strukturell bestimmt. Mit der Direktion von Verhalten, durch Steuern und Kontrollieren, lässt sich das Humanum nicht entscheidend beeindrucken. Das Beispiel der Föderalismusreform ist reiner Aktionismus mit Alibifunktion.

Dr. Konrad Adenauer sen., Köln
am 15. Dezember 2004



Totalüberwachung mit Auto-Maut

Die zum Jahresbeginn 2005 startende Satellitenmaut, zunächst zur Abrechnung von Autobahn-Benutzungssteuer ausgelegt, enthält bereits die "big-brother-Technik", die Hitler gerne gehabt hätte. Indem jeder sich bewegende Mensch eine Chip-Kennung in seinem Personalausweis bei sich führen wird, verfügt die Obrigkeit über die technische Totalität zur Totalüberwachung per Satellit. Die Aussicht, zukünftig ein Mautsystem zur Totalüberwachung in Händen geistiger Kräfte wie dem "gefolterten" Stolpe zu erleiden, muss die Wähleröffentlichkeit erschrecken.

Leo Loewenthal, New York,
15. Dezember 2004



Klitschkos Blut für Geld

Marktwert und Popularisierung des ukrainischen Schwergewichts-Boxweltmeisters Vitali Klitschko im weltweiten US-Fernsehen hat, in schwerster Keilerei, mit dem K.O.-Sieg von Las Vegas in Runde Acht gegen den Engländer und Mike-Tyson-Bezwinger Danny Williams, eine weitere Steigerung erlangt.
Klitschkos Reizwert erreicht als Miterleben von Brutalität und Schicksal in Echtzeit beim Preisboxen enorme Anziehungskraft, auch, wenn bekannt ist, dass es Kampfabsprachen gibt, Kampfrichter bezahlt werden, die Fernsehwerbeverträge, Rundenanzahl und Werbezeiten festschreiben.

Ernst Hemmingway, Pamplona
am 11. Dezember 2004



FC Bayern unterm Weihnachtsbaum

Die hochwertige, professionelle Fußballorganisation des FC Bayern München zeigt zur Weihnachtspause 2004, dass Hochleistungssport fachlich "bewerkstelligt" werden kann. Die zahlreichen aktuellen Spitzenmannschaften der deutschen Bundesliga machen Hoffnung, dass es mit der "Kunst des Sports" nicht allein eine "Kunst des Geldes" ist. Als nachhaltiges geistig-soziales Projekt ist es auch für die momentan "armen" Ostvereine möglich, sich sportlich hochzuarbeiten.

Gotthold Ephraim Lessing, Kamenz bei Dresden am 11. Dezember 2004


Biathlon am Hindukusch

Die Siegesserien der Bundeswehr bei den deutschen Weltmeisterschaften in der Militärsportart Biathlon (Vermummen, Einzelkampf, Schießen) brachte den Bundesminister der Verteidigung Struck auf die Idee. Die militärische Sicherheit Deutschlands soll - im Winter - am Hindukusch verteidigt werden.

Karin Struck, Notgemeinschaft für deutsche Vermummung, Kitzbühl am 9. Dezember 2004


Schröder halb voll

Kanzler Schröder trat bei Beckmann in der ARD vermutlich angetrunken auf. Schröder sagte auf die Frage nach der allgemeinen Politikverdrossenheit und dem Pessimismus der Deutschen: Die Deutschen neigen dazu, "das Glas halb leer zu sehen, während es halb voll sei." Schröder setzte damit den Verlautbarungsstil seiner Regierung fort, in dem deutlich Ungültiges verlautet wird und die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Bürger zum politischen Geschehen zersetzt.

Matz Schwimmer, Aurich,
8. Dezember 2004



Merkel merkt nichts

CDU-Parteitag wählt Angela Merkel wieder und debattiert im Abseits über Werte und demonstriert die CDU-weite Wert-Verirrung. Nach wie vor proklamiert die CDU frömmlerische Ideale und Wertsetzungen, ohne, am Beispiel der US-Präsidentenwahl, hinzuschauen, um welche unidealistischen, überwiegend rücksichtslosen und vorteilssüchtigen Werte es den Menschen wirklich geht. Wer stellt die Frage: Was bedeutet für die Deutschen und für die CDU das "Recht des Stärkeren", angesichts der eigenen Rolle der Schwachen?

Arnulf Knigge, Celle,
8. Dezember 2004



Glorifizierung des Menschen

Ohne ein gewisses Wirklichkeitsprinzip, in dem die einfache Sinnlichkeit des Alltags gilt und mit der einfachen Sinnlichkeit gerechnet wird, ist die heute praktizierte Glorifizierung des Deutschen selbst die blanke Glorifizierung seines Untergangs.

Gloria von Turn und Streckbank, Regensburg am 25. November 2004


Macht des einsamen Dichters

Giebt es jemanden, der im Ernst meint, eines Heiligen Gebet, der unsäglich verlassene Sterbetag eines Kindes oder die Einzelhaft eines großen Verbrechers könnten so zergangen sein wie ein Ja und ein Nein oder wie der Lärm einer Tür, die zufällt?

Rainer Maria Rilke, Schriftsteller, Prag am 25. November 2004


Merkel merkelt

Die CDU-Oppositionsführerin Angela Merkel merkt nicht, dass es keinesfalls ausreicht, sich auf dem Markt der politischen Ideen zu bedienen und zu surfen. Man muss die Ideen auch verkörpern. Schröder verkörpert seine Nutzlosigkeiten ganz gewitzt, während Merkel versucht, Väterlichkeit und Gewitztheit vorzutäuschen.

Günter Gras, Platzwart des VFB Lübeck am 23. November 2004


Lügeneröse Massenmenschen

Die lügenerösen Massenmenschen von heute in Deutschland erwarten, wenn sie ein paar Tanzstunden nehmen, man könne sie für Fred Astaire halten. Sie leben damit an den Stressgrenzen ihrer Geselligkeitsbedürfnisse und einer nicht einlösbaren übermenschlichen Engelsgeduld. Im irrigen Glauben, in der Gesellschaft sei der anonyme Massenmensch weniger verantwortlich für seine Verlässlichkeit als in der persönlichen Individualität, outen sie sich als von allen guten Geistern verlassen.

Lajos Dayatos, Professor für Philosophie, Wuppertal,
am 22. November 2004



Das Parteifernsehen ARD / ZDF hebt ab

Geschmacks-, Stil- und Sittlichkeitsfragen sind längst nicht mehr beim deutschen Parteifernsehen in guten Händen. Am 14. November lautet es in aktuellen Kommentaren zum Tode des PLO-Chefs Jassir Arafat bei ARD / ZDF: "Die Shopping-Touren von Arafats Frau Suha sollen berüchtigt sein." "Soll berüchtigt sein" ist das franke Bekenntnis zu Gerüchteverbreiten, übler Beleumundung, Mob und Hass.

Leo Loewenthal, New York am
14. November 2004



US-Wahl wertorientiert, aber wie:

Die Orientierung der amerikanischen Wähler (der Nischen-Wähler in der Wähler-Nische Amerika) auf "Werte" und die Wiederwahl G.W. Bushs zum US-Präsidenten geht nicht um Ehre, Treue, Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit, Würde, Aufklärung, offene Zukunft der Welt u.Ä. Unter Aspekten wie Menschenrecht auf Selbstbestimmung, UN-Charta, freie Information, Liberalität, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus ist die Mehrheit der Amerikaner auf Werte wie Eigennutz, Rücksichtslosigkeit, Intoleranz und Unfreiheit, frei nach dem Motto "A family who prays together stays together" allein wertorientiert.

Annegret Rothenbaumchaussee, Gotha, 5. November 2004


SED-Nachfolger PDS zeigt mit Bisky-Wahl Realitätssinn

Unter dem Genieverdacht gegen sich selbst, auch ohne realpolitische Substanz parlamentsrelevante Wähleranteile zu erlangen, ist der ostdeutschen Bundespartei PDS am Wochenende gelungen, ihren - und einen der begabtesten deutschen - Politiker Prof. Dr. Lothar Bisky zum Vormann zu bestimmen.

Helmut Markspitz, München, Marktstrasse 6, 1. November 2004


Ein Märchen wird wahr:

Die Sektmarke "Rotkäppchen" kauft Uschi Glas - als Wolf

Gott, der seinen Sohn umbrachte, Hannover, den 24. Oktober 2004


Wer wird Millionär?

Der Moderator Günter Jauch fragte den Künstlergelehrten Dietmar Moews in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?": "Wer wird Millionär?" Die richtige Antwort lautete: "Derjenige, der alle Fragen wunschgemäß beantwortet."

Dietmar Moews, bei RTL-Wer wird Millionär?, am 12. Oktober 2004


Metin Kaplan, der Sündenbock der Polizei

Was hat sich verändert? mit Metin Kaplan? Die Parteien in Deutschland gewähren kein Asyl mehr, wie bislang. Die Grünen und die SPD sind auf die Unionslinie eingeschwenkt. Türken in Deutschland, die weniger das Militärregime und mehr eine islamische Orthodoxie wünschten, werden kriminalisiert und verlieren den Schutz der Freiheit in der Bundesrepublik Deutschland.

Karl von Tucholsky, Kreuzberg am
10. Oktober 2004



Staatspolitik, Komputer-Internetz und Staatsfernsehen

Die Aufgabe für die Politik besteht darin, die interaktive Nutzerkultur am Computer als gesellschaftliche Kommunikation regulativ zu fördern, statt das rückständige Kommerz-Fernsehen bei ARD und ZDF mit Geld. Etwas anderes wären Staatssender von flächendeckenden staatlichen Bereitstellungsprogrammen und Vollprogrammen, die für das politische Geschehen lebenswichtig sind.

Kurt von Ossietzky, Berlin
am 8. Oktober 2004
Papst Giovanni Paolo II. hat Alles gegeben

Papst Giovanni Paolo II. hat an der Spitze der katholischen Kirche in dreierlei Schwerpunkten Alles gegeben und erfolgreich gewirkt:
Der jetzt bekannt gemachte organisatorische Hintergrund über die Aktivitäten des KGB, der DDR-Stasi und des bulgarischen Geheimdienstes für den türkischen Attentäter Ali Agca, der den Papst im Mai 1981 auf dem Petersplatz angeschossen hatte, ist Zeugnis für den weitreichenden Rang Giovanni Paolo II.
Seine weltpolitische Mitspielerrolle hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Öffnung des Eisernen Vorhangs in Europa und die selbstbestimmte Emanzipation zahlreicher Warschauer Pakt Staaten sich friedlich entwickeln durfte. Mit Blick auf die innerkatholische Gemeinschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat der Papst den Spagat zwischen den unterentwickelten Gläubigen und der kapitalistischen ersten Welt wertend konkretisiert, weltweit stark formiert und sprachfähig situiert. Schließlich hat der Vatikan in über 25 Jahren der Regentschaft vor Aller Augen entfaltet, wie Kirchenführer und Kommune im virtuellen Fernkommunikationszeitalter Internet- und Satellitenübertragung erfolgreich instrumentalisiert werden können.

Dietmar Moews, Religions- und Massenkommunikations-Soziologe, Dresden am 2. April 2005


Gerhard Schröder verrückt

Mit dem Slogan "Deutschland bewegt sich. Für mehr Arbeit" tritt Bundeskanzler Schröder in bezahlten Groß-Anzeigen an die Menschheit und zeigt auch gleich, wie verrückt man sich das vorzustellen hat. Nämlich Schröder "unterstützt die Kandidatur des Bush-nahen us-amerikanischen Kandidaten für das Amt der Weltbank, Paul Wolfowitz". Es ist nach Lage der Dinge und der Kompetenz Schröders Position zu Fragen der Weltbank etwa so wichtig wie die Feststellung, dass in Afrika die Palmen wackeln. Hiermit kennzeichnet Schröder, dass er unter "mehr Arbeit" "zusätzliche, überflüssige Aktivität" versteht. Derartige Schaunummern als "Bewegung" für "Mehr Arbeit" ist "sinnlose Arbeit". Die internationale Einschätzung der Unverlässlichkeit Deutschlands als Investitions-Standort wird bestätigt. Schröders Regierung redet und surft auf Stimmungen herum, wie "für den Irak-Krieger Wolfowitz - gegen Wolfowitz Irakstrategie". Die Forderung in der Agenda 2010, "Lockerung der befristeten Beschäftigung", ist entweder als Schröders Rücktrittsankündigung zur Erleichterung Deutschlands zu deuten oder schlicht als verrückt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, am 22. März 2005, S. 5, "Die Bundesregierung"


Sloterdijks Neue Sinnlichkeit im ZKM

"Dingsdapolitik" überschreibt die Süddeutsche Zeitung aus München einen Bericht zur Ausstellung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe "Making things public" (ZKM bis 8. August). Peter Sloterdijk, Deutschlands Vordenker und Inspirator des "Neue-Sinnlichkeits-Projekts" hat ein Instantprodukt entworfen, ein aufblasbares Parlament, das aus der Luft abgeworfen werden kann, um in befreiten Schurkenstaaten Demokratie schnellstmöglichst zu installieren. Es ist das ideale Produkt zur Verbreitung der politischen Kultur des Westens. 160 Abgeordnete haben darin Platz, für den Transport lässt es sich in einem Container verstauen, und so können innerhalb von nur 24 Stunden zuzüglich Flugzeit die Voraussetzungen für den demokratischen Prozess geschaffen werden. Ohne einen Schulterschluss mit der amerikanischen Luftwaffe, so Sloterdijk, sei das Ganze allerdings nicht zu denken. Schließlich haben diese "sehr viel Erfolg mit der Anwendung der Demokratie aus der Luft." (SZ). Die Karlsruher Ausstellungsmacher Bruno Latour und Peter Weibel beanspruchen die Erfindung der "Dingpolitik", denn "thing" bezeichne im Englischen ursprünglich eine Versammlung, auf der strittige Sachverhalte verhandelt werden. "Wir möchten die Frage stellen: Wie könnte eine objektorientierte Demokratie aussehen?" (SZ, Julia Encke). Hier ist der Blick auf die Neue Sinnlichkeit von Dietmar Moews, die Leibperspektiven und die Urteilskraft für eine dritte Kultur in der Welt der Empirie.

Dietmar Moews, Gründer der Neuen Sinnlichkeit, 1979 in Hannover, am 21. März 2005


Seebeben mit Tsunami vom
26. Dezember 2004


Die große Flut des Indischen Ozeans vom 26. Dezember 2004 hat nach abschließenden Ermittlungen ca. 300.000 Todesopfer gefordert. Indonesien (Insel Sumatra) - über 225.000 Tote und Vermisste, mehr als 425.000 Obdachlose - die Malediven und Sri Lanka sind am schwersten von den Folgen der Flutwelle betroffen. Für den Neuaufbau der zerstörten Lebens- und Wirtschaftsräume, der Wohnungen und Straßen, der Strom- und Wasserversorgung sowie des Tourismus und des Fischfangs haben die Weltbank und der internationale Währungsfonds (IWF) 5 bis 6 Milliarden Dollar ermittelt. Nicht gesagt wurde, wer das bezahlen kann.

Washington Omertá, der eisige Schweiger von der Bank, am 28. Februar 2005


Telekom-Werbung ist Selbstverarschung

Die Deutsche Telekom versucht ihre Kunden mit flotten Sprüchen zu inspirieren, wie, "Jetzt neu: Flat-Rate mit DSL". Der Monopol-Universal-Dienstleister Deutsche Telekom bewirbt fortwährend neue Produkte, die vielen Konsumenten aufgrund der ISDN-Steinzeit gar nicht benutzbar sind: "Jetzt neu: Keine Flatrate, ohne DSL."

Gerhard Singhammer, Vizekanzler der VDSL und Wimax, am 23. Februar 2005


Die Tsunami-Katastrophe 2004

Nach den noch nicht abgeschlossenen Einschätzungen hatte die große Flutwelle (Tsunami) vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean über 300.000 Todesopfer und weiter unermessliche Zerstörungen und Auswirkungen zur Folge.
Ausgehend von einem erheblichen Seebeben am Meeresgrund wurden der südasiatische Raum erheblich und die ostafrikanische Küste am Rande von einer gewaltigen Ozeanwelle überschwemmt.

Dietmar Moews, Wasserbau-Ingenieur, Springe 18. Februar 2005


Sozialdemokraten relativieren

Verirrte Kräfte in Dresden und deren blindwütige Publikationen betreiben gegenwärtig eine Diskussion, wonach Sachsen des Jahres 2005 als Symbol für eine bedrohliche rechtsradikale Heraufkunft angesehen wird. Die vergleichsweise schlimmsten rechtsradikalen Machtentwicklungen, die - historisch "voraussetzungslos" - zum II. Weltkrieges führten, zeigen sich aber ungeeignet zum Vergleich. Es ist eher die peinliche und dumpfe Relativierung derjenigen sozialdemokratisch orientierten Parteigänger von heute (im Umgang mit nur 9% Stimmenanteil bei den letzten Landtagswahlen), die einerseits fordern, Nazitum und Auschwitz als das voraussetzungslos Böse (Historiker-Debatte) anzusehen. Die Anwendung des relativierenden Begriffs >Neo-Nazi< für Jugendgruppen und Wahlanteile der NPD bei freien Wahlen im Jahre 2005 ist aber eher eine Verharmlosung der NSDAP von damals. Weder Hitlers Konzept in "Mein Kampf", noch die Machtergreifung 1933, die Positionierung des internationalen Kapitals, die Gleichschaltung, der Eid der Deutschen auf die Person Hitlers, die Bereitschaft der Deutschen zum "totalen Krieg" oder die heutige globale Massenkommunikation usw. noch der organisierte Massenmord in Vernichtungslagern, von Massenmördern, im Zeichen des Hakenkreuzes zwischen 1942 bis 1945, können ernsthaft mit den rechten Gruppierungen von 2005 oder als solche angesprochene Parteien, wie die NPD im Sächsischen Landtag, gleichgesetzt werden. Relativierungen und historische Vergleiche hinken stets. Aufschlussreich wäre allerdings die Betrachtung der Kontexte von damals und heute. Von der Weimarer Republik in die zwölfjährige Hitlerei, oder die Analyse des Kontextes der sozio-politischen Situation in der Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2005. Ein systematisch-soziologisch empirischer Vergleich würde wichtige Hinweise herausbringen. Es gibt materielle strukturale Fakten und Wirkungszusammenhänge wie auch soziale Anschlusskräfte und Einstellungsentwicklungen im Spielraum von politischen Problemen und kommunizierten Politikthemen bzw. irrführende Propaganda bzw. aktive Kräfte der Verdummung durch den vorherrschenden parteipolitischen Stil des Jahres 2005 im föderalistischen EU-Deutschland.

Dietmar Moews, Soziologe, Leiter des asz alphons silbermann zentrum Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung Dresden, am 9. Februar 2005


Boxweltmeister Max Schmeling gestorben

Der Boxer Max Schmeling starb 99jährig in seinem Haus in Hollenstedt bei Hamburg. Schmeling war 1930 bis 1932 kurze Zeit Weltmeister im Box-Schwergewicht sowie einer der wenigen Boxer, die den legendären US-Amerikanischen Box-Champion Joe Louis mit k.o. besiegte. Joe Louis sagte: "Ich will nicht, dass mich jemand Champion nennt, bis ich Max Schmeling geschlagen habe". Das geschah 1938, während Schmeling als "Heil Hitler Hitter" und "Nazi Max" tituliert wurde, weil die Nazi-Führung Schmeling zum Heroen der "arischen Rassenüberlegenheit" ausbeutete. Der Tod Schmelings wurde in der gesamten westlichen Medien-Welt beachtet, und zeigt seine Popularität, wie nur wenigen deutschen Sportler zuteil wird.

Prof. Dr. Lajos Dayatos, Ästhetiker, Baltimore, am 5. Februar 2005


Fluor-Zahnpflege-Monopol

Überraschend verschwand das preisgünstige und bewährte "Ostprodukt" Lawefluor aus den deutschen Apotheken. Stattdessen gibt nur noch, und ohne Alternative, das sehr viel kostspieligere Elmex-Fluor. Was treibt die Krankenkassen, hier über Sparsamkeitspflicht hinwegzugehen?

Helmut Kohl, Krankenkassenreformer, Dresden am 7. Februar 2005


Absurdistan

Während man in Berlin in Gedenklaune ist und für das Einstein-Jahr reichlich Gelder sprudeln lässt, ist um das Erbe eines anderen großen Mannes zu trauern. Beim Vater der Katalyse und Nobelpreisträger von 1909, Wilhelm Oswald, hatte sich Albert Einstein 1901 um eine Stelle beworben. Nun sind die Mittel, weniger als fünfzigtausend Euro, für dieses Jahr gestrichen worden, die die Dresdner Oswald-Gesellschaft für den wissenschaftlichen und literarischen Nachlass des streitbaren Universalgelehrten benötigt. Museum und Gedenkstätte in Großbothen bei Leipzig, wo Oswald lange Zeit gewirkt hatte, wurden geschlossen. Fünfzigtausend Euro sind im Vergleich zu den dreizehn Millionen Euro, die den Machern des Einstein-Jahres zur Verfügung stehen, unverhältnismäßig gering. Der gesamte Oswald-Nachlass gehört seit 1994 dem Freistaat Sachsen, der lange Zeit stolz auf den Mann war, der die Universität Leipzig zur Elite der physikalischen Chemie ausgebaut hat, die Bunsengesellschaft gründete und viele philosophische sowie soziologische Beiträge lieferte, sodass man sich nach "Absurdistan" versetzt fühlt, wenn jetzt Forschungsministerin Bulmahn während der offiziellen Eröffnung des Einstein-Jahres forderte: "Deutschland soll sich seiner Denker wieder erinnern".

Quelle FAZ am 02.02.2005


Fußball-WM-Ticket-Werbung mit Wett- und Manipulationsskandal

Gespannt beobachtet die Öffentlichkeit, wie die Medien, die Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft-2006-Veranstalter um Franz Beckenbauer und die DFB-Manipulations-"Aufdecker" das Thema "Fußball" über die allgemein hohe Reizaufladung hinaus zum führenden Kampagnen-Thema machen, um ab sofort ihre 2006-Eintrittskarten schwunghaft loszuwerden.

Ziel und Ergebnis ist, möglichst sicher zu stellen, dass die teuren Tickets abverkauft werden. Außerdem werden mit dem unterschwelligen Thema "Kontrollbedarf" und "Sicherheit" die datenschutzwidrigen Micro-Chip-Tickets, auf denen der gläserne Fußballfreund der Satellitenüberwachung preisgegeben werden kann, ohne große Diskussion und Widerstände bzw. ohne Kaufverzicht, bei der WM 2006 durchgesetzt werden.

Zockerfreundliche Fußballfans selbst lassen sich durch Wettspieler ohnehin nicht abschrecken: Schiedsrichterentscheidung gilt; Heimschiedsrichter und verpfiffene Spiele gehören seit eh und je zum Fußball. Der selbstbeschuldigende Schiedsrichter Hoyzer, andere Schiedsrichter und auch Profi-Sportler im DFB geben zwar zu, angeblich skandalöses Geld erhalten zu haben. Es besteht der Vorwurf, dass Spielverläufe und Spielergebnisse gegen Geld manipuliert worden seien. Jedoch sind das Fußballspielen für Geld, das Zahlen von Siegprämien allgemein üblich im Profigeschäft. Und auch die Auszahlungsquoten bei den Wettunternehmen waren in der Summe gleichbleibend hoch. Geld für Leistung steht nicht unter Strafe. Wo, also, ist der Skandal? Außer bei der Kampagnenführung nach dem Sündenbock-Prinzip, indem von den Chip-Tickets abgelenkt wird.

Lajos Dayatos, Sportpublizist, Wuppertal am 1. Februar 2005


Bildungsirrtum beim Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat entschieden, dass Studiengebühren an Universitäten erlaubt sind. Nun kommuniziert die Öffentlichkeit das Thema "Wissenschaft und Ausbildung" nach Maßgaben der Kostenträchtigkeit. Hochschul-Finanzierung ist aber billig, wenn Leistung in Wissenschaft und Ausbildung entsteht, und nicht, wenn Leistungspotentiale und Geld vergeudet werden.

Ariel Pestalozzi, Volkslehrer, Schweiz 31. Januar 2005


Unwort und Tabuwort

Bei der Kür des Unworts 2004 kam die Jury auf das prägende Wort "Unwort". Dagegen kürte die Jury von neuesinnlichkeit.com das tabuierte Unwort "Einheitspartei". Es wird sprachkritisch begründet, dass die politischen Parteien der Bundesrepublik wie eine Einheitspartei wirken, keine Alternativen bieten, ob in der Regierung oder in der Opposition. Der Begriff "Einheitspartei" wird deshalb gemieden.

Dietmar Moews, Parteireformer, Springe am 22. Januar 2005


Hatte Modemacher Moshammer den falschen Hund?

Der am 14. Januar 2005 tot in seinem Grünwalder Haus aufgefundene Münchner Modemacher Rudolph Moshammer hätte von einem Hund geschützt werden können, statt erdrosselt worden zu sein.

Odo Kern, Modemacher von Kitzbühl am 14. Januar 2005


Reformbedarf der Parteien im Föderalismus - Neujahrswunsch 2005

Bei der Drückeberger- und Sündenbock-Diskussion unter dem Namen "Föderalismusreform" geht es nur um inhaltsleeres Macht-, Posten- und Geldgeschiebe. Deshalb ist es dringend nötig, dass die politischen Parteien selbst so reformiert und fit werden, den hohen Ansprüchen der föderalen Staatsgliederung entsprechen zu können. Dazu sind klare "innerparteiliche Basisdemokratie", repräsentierende "Parteiführung", staatsmännische "Führungskräfte", wissenschaftliche Analysen, verlässliche Parteiprogramme und Koalitionsverträge gefordert.

Friedrich Ebert, Streikführer im Ersten Weltkrieg
am 24. Dezember 2004
mehr



Skandal ohne Grundsicherung - Neujahrswunsch 2005

Unerlässlich ist die Einführung der sozialstaatlichen Grundsicherung. Es ist ein Skandal, einen modernen Staat auf Angst und den latenten Vernichtungsdruck auf die Schwächsten abzustellen. Die Föderalismus-Parteireform hat sich diesen staatlich gebotenen Pflichten zu widmen. Notwendig ist ein politischer Handlungsstil und ein Milieu der Solidarität, auf der Grundlage einer populärkulturellen Glücks- und Sehnsuchtsmoral. Dass wilde Kollektivgebilde oder Wählermehrheiten - unter dem Mantel des Dienstes am Gemeinnutzen - Eigennutz und Rechte für die unterschiedlichen Parteigliederungen im Föderalismus missbrauchen können, ist schlecht. Ob Heimatfront, Arbeitsdienst oder Zwangsarbeit - sind die bürgerlichen Rechte und Pflichten in den Parteiprogrammen zu klären und zu integrieren, jedoch ohne mit dem Druckmittel der Vernichtung zu drohen.

Bernard Lazare-Dreyfus, Folterbeamter, Wien
am 24. Dezember 2004



Internet nicht fürs Parteifernsehen - Neujahrswunsch 2005

Die deutschen Parteisender ARD und ZDF wollen die Aufnahme der Gebührenpflichtigkeit aller Internetzanschlüsse in den Staatsvertrag. Dadurch soll, wie bei den Radio- und Fernsehgebühren - als allgemeine Verbrauchssteuer, jeder Eigentümer eines zum Internetzbetrieb zugelassenen Geräts an die Parteisender blind zahlen. Diese Internetz-Steuern sollen generell erhoben werden. Ungeachtet, ob der Konsument die Internetangebote der Parteisender benutzt oder als Konsument Angebote seiner Nachfrage findet, soll er zahlen.
Statt einer allgemeinen Reformdiskussion der Parteien zur besseren Föderalismustauglichkeit im Sinne der Ideologie des Grundgesetzes, soll diese Internetz-Steuer (Gebühr) das grundgesetzwidrige Molochtum der Parteien noch verstärken. Intelligenter Widerstand der Internetzbenutzer muss die geistige Verbindung zu der an der IT-Politik uninteressierten Wählermajorität der Deutschen aufbauen.

Günter Anders, Futurologe, Burg Sternberg
am 24. Dezember 2004
mehr



Kopfgeburt

Wer den Verhältnissen nur im Kopf voraus ist, der ist den Verhältnissen auch im Kopf noch nicht voraus.

Peter Brückner, Psychologe in Hannover am 21. Dezember 2004


Bin Ladin für Unmündige

In übler Weise ist es zum Politikstil der Medien in Deutschland - insbesondere der Parteisender ARD und ZDF - geworden, über neue Bin-Ladin-Videos und Al Kaida-Gefahren - Tonbänder oder Verlautbarungen - zu berichten. Jedoch werden der betroffenen Öffentlichkeit niemals die überprüfbaren Originale unzensiert gezeigt, keine Übersetzungen, die zur Aufklärung kritisch kommentiert und mit sicherheitspolitischer Kompetenz interpretiert werden müssten, damit die Deutschen wissen, wer was, wie, womit, warum, wann oder warum nicht, spielt.

Paul Valéry, Polizeipräfekt, Antonstadt am 21. Dezember 2004


Deutschland versaut EU-Standards

Nachdem Deutschland der Staat ist, dessen Bürger als ehemalige NSDAP-Staatsbürger so weit glücklich waren, wie deutsche Asylsuchende im ausländischen Exil aufgenommen worden waren - oder eben nicht -, wurde nun zunächst dem türkischen Politiker Metin Kaplan das Asyl in Köln genommen. Inzwischen steht Kaplan in der Türkei vor einem Gericht, in dem die türkische Staatlichkeit die öffentliche Aufmerksamkeit der EU benutzt, eine für die Standards der EU-Aufnahme akzeptable rechtsstaatliche Praxis zu demonstrieren. Darauf fordern öffentliche und offiziale deutsche Kommentatoren, die Türkei solle Kaplan, der als Islamist und Terrorist beschuldigt wird, aber keineswegs verurteilt ist, allein aufgrund der ihm unterstellten islamistischen Gedanken verurteilt werden. In der EU gilt aber die Rechtsnorm der Gedanken- und Meinungsfreiheit als Menschenrecht.

Dietmar Moews, Juridicum Georg-August Universität Göttingen,
21. Dezember 2004



Föderalismus-Reform als Lebenstil

In übler Weise ist es zum Politikstil der Parteien geworden, anstatt Probleme zu lösen, Kampagnen mit Ablenkungsdiskussionen zu führen. Ob die Türkei, ob Patriotismus und Ausländer, ob Föderalismusreform oder die Bildung von Ausschüssen und Sonderkommissionen, es werden Verfahren ausgelöst, statt Lösungen verwirklicht. Seit Langem wird auch die Verantwortung für Fehlentwicklungen wie beim Schwarze Peter-Spiel zwischen den Sündenböcken hin und her geschoben. In der "Föderalismus" genannten Staatsgliederung Deutschlands, mit Verteilung der politischen Zuständigkeiten zwischen Gemeinden, Ländern und Bund, haben - einschließlich der Parteien und andere Akteure - allesamt den Föderalismus als reformbedürftig erklärt. Die Forderung nach Verbesserungen lässt außer raubritterartiger Begehrlichkeit, weniger in den Gemeinschaftstopf zu zahlen und mehr herauszunehmen, schafft als "Reform-Stil" den Untergang Deutschland zur Untergangsstimmung

Graf Luckner, Sporttaucher, Penemünde am 15. Dezember 2004


Geistiger Zusammenbruch Stolpes

SPD-Bundesminister für Verkehr und "IM" als DDR-Kirche-Funktionär, Manfred Stolpe, erklärte den Start des "Maut" genannten Satelliten-Überwachungssytems zum Jahresbeginn 2005. Der verwirrte Stolpe sagte, er habe "eineinhalb Jahre Folter" hinter sich. Stolpes konkrete Verlautbarungs-Praxis, die offensichtlich so schief ist wie seine Vorstellungen von "Folter" und "Staatssicherheit", weisen die Öffentlichkeit auf einen geistigen Zusammenbruch hin.

Roman Grafe, Buch, Trendforscher,
15. Dezember 2004



Bildungsdiskussion schief wie Pisa

Die Diskussion über den schlechten Bildungsstand der deutschen Schüler nach der internationalen Vergleichsstudie "Pisa" wird immer schiefer (vgl. Jürgen Kaube "Der große Strukturwandel" in Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 8. Dez. 2004 Nr. 287 S.33). Die Bildungspolitiker, wie SPD-Bundesministerin Bulmahn, ignorieren oder verkennen, dass die überwiegende Zahl der Schüler lediglich für Hauptschulen, und nicht für Spitzenziele von Bildung und Ausbildung geeignet sind. Für Hauptschüler ist das Ausbildungsziel, einfach Lesen und Schreiben sowie Sitte und Freundlichkeit im Umgang von Mensch zu Mensch zu erlernen, um am öffentlichen Leben und den Kommunikationsnotwendigkeiten teilnehmen zu können. Dem stehen heute offensichtlich schlechte familiäre Herkunft und weitere problematische soziale Erziehungsumstände entgegen. Die Erwartung, durch zusammenhanglose Veränderung der Schule in Deutschland den Bildungsrückstand der Unterschichten aufarbeiten oder gar höhere Leistungen der Unterschichten-Kinder organisieren zu können, zermürbt lediglich die Lehrer.
Insofern sind bessere Leistungen anderer Länder nicht dadurch nachzuahmen, indem auf Budgetierung und Stundenpläne gezeigt wird. Andere Bildungssysteme bringen ihren Erfolg in Abhängigkeit zu den sozialen Herkunftsgegebenheiten ihrer Schüler. Die vergleichsweise "unglücklichen" Herkunftsgegebenheiten und demotivierenden Lebensstile der Unterschichten in Deutschland erfordern Sonderformen der Sozialarbeit, die verwahrloste und minderbemittelte Lebenszusammenhänge mit Angehörigen und Familien ins Auge fassen. Schließlich geht es dabei keinesfalls um Eliteförderung oder Spitzenleistungen. Deren Verbesserung erfordern eigene Konzepte der Elite- und Spitzenausbildung. Es scheint derzeit, als diskutierten in Deutschland mittelmäßige Abiturienten über die Dressur in der Breitenkultur. "Jedem Lehrer sein persönliches Curriculum" - wäre eine humane Zielvorstellung.

Prof. Dr. Lajos Dayatos, asz alphons silbermann zentrum Institut für europäische Massenkommunikations- und Bildungsforschung Dresden,
9. Dezember 2004
http://fazarchiv.faz.net



Klimagipfel in Buenos Aires

Das reiche Fünftel der Welt-Staatsbevölkerung ist für vier Fünftel der globalen Schadstoff-Emissionen verantwortlich. Dazu müssen die Reichen und die wirtschaftsstärksten Industrie-Staaten mit den schwächeren Schwellenländern an einem Strang ziehen. Ohne Fairness der stärksten Staaten steuern Erderwärmung, Treibhauseffekt und Ozonloch verstärkt auf soziale Schieflagen und Gewalt und irreversible Zerstörung der Lebensräume.

Leonid Cholodnij, Büdelsdorf,
8. Dezember 2004



Schäuble zeigt seinen Kopf

Der CDU-Spitzenpolitiker Wolfgang Schäuble empfiehlt sich mal wieder als kompetenter CDU-Kanzlerkandidat. Schäuble kritisierte die überaus rhetorisch und inhaltlich notleidende Parteitagsrede der Vorsitzenden Angela Merkel. Merkels Leistungen als unsubstantierter macchiavellistischer Amtsleiter-Kader macht den Deutschen nicht die erforderliche Hoffnung auf Führungs- und Fühlungskraft.

Aida Vinci, Dresden,
8. Dezember 2004



Schlaganfall und Swimmig-Pool

Der vom Schlaganfall oder Schlimmerem gezeichnete Bundesminister der Verteidigung Struck zeigt die erforderliche Übersicht und Klarheit in der Bundeswehrdiskussion über Missstände, Reform und Kriegspolitik. In der Fernsehdiskussion mit Schäuble-CDU wurde deutlich argumentiert. Die Öffentlichkeit dankt den Politikstreit interessiert - auch ohne Königswege -, wenn nur die Kontrahenten nicht in den Verlautbarungs- und Ungültigkeitsstil verfallen, für die Kanzler Schröder (Hundekalender halb voll) und der frühere SPD-Verteidigungs-Ministers Rudolf Scharping (Swimming-Pool) stehen.

Ein Rettungsschwimmer, Erfurt,
am 8. Dezember 2004



Missmut als Integration

Der Gegensatz zwischen dem Missmut in der Politik und der politischen Enttäuschung, aufgrund der unbefriedigenden Ergebnisse der Arbeit in Deutschland für die überwiegende Mehrheit der Deutschen, zeitigt eine schwerwiegende, irrlaufende Integration. Anstatt Integration auf Zielverwirklichung hin, haben wir die Umfunktionierung des Begriffs "Integration". Die Umnutzung im Sprachgebrauch führt zu einer Integration der gesellschaftlichen Risse. So erzeugt Integration statt Nächstenliebe, Toleranz, Geduld, Recht auf Anderssein und aufgeklärte Rechtsstaatlichkeit, Anpassung, Unterwerfung von Minoritäten unter Majoritäten, Überwachung und Strafen. Diese Integration ist eine starke soziale Belastung und droht, über Missmut zu Unterdrückung und Gewalt zu führen. Wer über Hitler und Nazivergangenheit klagt, kann hier Gegenwart und Zukunft der "rechten Natur" seiner Gesellschaft verstehen lernen.

Hartmut Weich, Masseur bei Wismuth Aue,
am 24. November 2004



Deutsche für Eichels Staatsplünderung

Bundesfinanzminister Eichel (SPD) setzt seine alles Dagewesene sprengende Schuldenpolitik fort. Und die Demokratie macht es möglich. Annähernd 40 % der wahlberechtigten Deutschen stimmen der Staatsverschuldungs-Spirale gegen jede Vernunft zu. Zur Ablenkung stylt die Bundespolitik die deutsche Verfassung und den Föderalismus zum Alibithema hoch.

Theodor Häus, Campingplatz in Eupen / Belgien
am 15. November 2004



Das Parteifernsehen ARD / ZDF unterschlägt

Die Information der deutschen Fernsehzuschauer zur Trauerfeier für den PLO-Führer Jassir Arafat in Kairo zeigte Tumulte. Der angeblich in Kairo verspätete Bundesaußenminister Fischer trat im privaten Trenchcoat vors deutsche Fernsehen. Eine Aufzählung der angereisten, Anteil und Solidarität erweisenden wie wichtigen ferngebliebenen internationalen Staatsrepräsentanten wurde nicht mitgeteilt.

Theodor Häus, Campingplatz in Zaanfort / Holland,
13. November 2004



EU-Verfassungsdebatte im Vergleich

von USA-Verfassung und GUS-Verfassung im Europa der Regionen zeigt den selbstgesetzten Lebensrahmen der EU-Europäer. Diese Norm definiert ihre Einhaltung und die Gleichheit auf Gegenseitigkeit, unabhängig vom Europäischen der Europäer in Europa oder sonst wo.

Herzog Albrecht von Wallenstein, Friedland, 1. November 2004


Eigenheimzulage der Bundesregierung

Die Bundesregierung beschließt das Ende der staatlichen Zulagen beim Eigenheimbau. Der größte Subventionstitel dient dem Subventionsabbau in der Bundesschuldenpolitik. Die Begehrlichen der Bauindustrie und der Subventionsbauherrn hoffen auf Unterstützung bei den Oppositions-Parteien im Bundesrat und nennen dieses Schuldgeld zum Fenster Rauswerfen: wohnungspolitisches Förderinstrument. Indes war die "Eigenheimzulage" eine Nachkriegsmaßnahme, ist aber heute eine Verschuldungs-Lachnummer. Während Gebäude leer stehen, soll die Schere zwischen Privatbauten der Reichen für Schulden der Armen weiter aufgeklappt werden.

Notgemeinschaft für warme Abrüstung, Hamburg,
24. Oktober 2004



Mehr Rundfunkgebühr für weniger Fernsehleistung per Gesetz

Das Staatsfernsehen von ARD und ZDF in Deutschland, müsste die Zeichen des Fortschritts setzen und sparen. Die Öffentlichkeit ist immer weniger auf das Staatsfernsehen als Lebensmittel angewiesen. Denn das heutige Staatsfernsehen wird weitgehend wie Kommerzfernsehen gemacht. Während alle Lebensbereiche einsparen müssen, will der Staat nun Rundfunkgebühren auch für die gesellschaftliche Computer-Nutzerkultur erheben.

Dietmar Moews, Computer-Nutzer, am 8. Oktober 2004


Was gibt es Neues?

Der Kölner Türke, vom deutschen Polizeiminister genannt "Islamist" und "Kalif von Köln", wurde mit der Beschuldigung "Hochverrat an der Türkei" und "Planung von islamistischer Gewalt in Deutschland" an die Türkei ausgeliefert. Neu ist die verschlechterte Asylpraxis in Köln für Meinungsfreie. Innenminister "Wendehals"Schily spricht von "Symbol für den verfeinerten Rechtswegestaat".

Egon Krenz, Freigänger, Niederschönhausen
am 10. Oktober 2004



Fernsehempfehlung

Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter


www.pfunds.de

An dieser Stelle stehen neuesinnlichkeit.com Fernsehempfehlung.

Scheibenwischer: Live-Kabarett im ARD-Parteifernsehen am 10. März 2005, mit Bruno Jonas, Matthias Richling und Georg Schramm

Textempfehlungen

Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter

An dieser Stelle stehen neuesinnlichkeit.com Textempfehlungen.

In Sachen Sex und Liebe:
Dr. Ruth K. Westheimer: "Tisch und Bett" in Jüdische Allgemeine
Nr. 1 2005 S. 22

Frau Westheimer schreibt, dass man davon ausgehen kann, wie immer die sexuellen Unterschiede zwischen Ost und West einmal ausgesehen haben könnten, sie inzwischen eingebnet wurden. Langeweile sei eine der größten Gefahren. Man könnte ja einfach so tun als gäbe es den Unterschied tatsächlich.


Zur deutschen Bildungspolitik: Jürgen Kaube "Der große Strukturwandel" in Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 8.12.2004 Nr.287 S.33

FAZ-Autor Kaube wird vom Bildungssoziologen "als willkommener Rufer in der Wüste gegen die abgeirrte Bildungsdiskussion" empfohlen. Es ist der Ruf nach gezielter Bemittellung einer Empirischen Sozialforschung durch die Forschungspolitik, zur kritischen Öffnung der geistigen Sackgasse.

Buchempfehlungen

Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter

An dieser Stelle stehen neuesinnlichkeit.com Buchempfehlungen.

Bob Dylan: >Lyrics 1962-2001<
1151 Seiten Hoffmann und Campe 2004, Deutsch von Gisbert Haefs:

Die Liedtexte des us-amerikanischen Folkmusikers Bob Dylan beschreiben die Bindung der Menschlichkeit. Die sinnlichen Gewissheiten des Folk, des Blues, des Jazz, entwickeln eigene Formen der Breitenkultur, in denen es keine Lüge gibt. Lüge im Jazz? Die bürgerliche Gesellschaft hat keine eigenen Formen der Menschlichkeit entwickelt; sie hat den Macht-Kultus behalten, die Frömmigkeit privatisiert und die agrarische Ethik einfach hinter sich gelassen. Die vom Herausgeber verlangte Bedingung, die Übersetzungen wörtlich und eng am Text zu halten, statt etwa "Nachdichtungen" zu versuchen, ist dankenswert. Desto eindrucksvoller sind die Original-Lyrics, poetisch, musenmathematisch, versschneiderisch und im dramaturgischen Schwung.


Bob Dylan "Chronicles" Volume one,
aus dem Amerikanischen Deutsch übersetzt von Kathrin Passig und Gerhard Henschel mit Günter Amendt, 304 Seiten, © 2004 Hoffmann und Campe, Hamburg

Bob Dylan, Sänger, Denker, Dichter hat sein lehrreiches, lesenswertes Buch herausgegeben, in dem explizit unter dem Signum "folk" Versuche zur Neuen Sinnlichkeit durchgespielt werden:
Mutterwitz, Bauernschläue, Alltagsweisheit, Lebensnähe, political correctness, Ästhetik des Widerstands, Intuition, Solidarität, Mut zur Lücke und distanzierte Freundlichkeit kennzeichnen Bob Dylans Anerkennung des Menschen durch den Menschen.
Die deutsche Übersetzung ist teils störend von Floskeln durchsetzt, wie "Friede, Freude, Eierkuchen", (Peace, Joy, Pancake: stick with me anyhow?).


Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter
© 2005