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neue sinnlichkeit
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Zum Geleit

"Kennt wohl der Pöbel Großer Perlen Zahlwert?
Gieb die köstlichen Juwelen Nur den Eingeweihten."

(Goethe nach Hafis, Diwan, 1816)


Dass unsere habesatten, adornviehischen Meinungsmacher im Jahr 2005 den Physiker Albert Einstein ohne Hybrid-Breitband-Internetz als Moralsperson feiern wollen, weil eine Atombombe gut sei, indes den Physiker Werner Heisenberg weiterhin verdächtigen, weil eine Atombombe böse sei, findet hier keine Zustimmung. Es sind da Sachen und Tatsachen und hier, die Willkür der Wortmacher und Meinungsdesigner. Nur so ist begreiflich, dass 1. die meisten Menschen blöd sind und lauthals glauben, dass es Wissen und Wahrheit für uns Menschen nicht gäbe. Und 2. es angesichts des großen Wassers - Weihnachten 2004 in Südost-Asien - denen in ihrer Blödheit nicht einfällt, wie Eindeutigkeit der Vorstellungen und Urteile in aller Glases Härte klar sind. Kein Mensch, der noch ganz bei Troste ist, kann sich angesichts des Todes (Erkenntnisjuwelen) so blöd anstellen, zu glauben, es gäbe keine Wahrheit. Wieso wird also ein Gegensatz zwischen den beiden Freunden Hamann und Kant hingestellt, als lägen da Romantiker und Idealist im Konflikt? Erst sei der vom Kantschüler Friedrich Schiller beeinflusste Goethe ein idealistischer Klassizist. Darauf - nach Schillers Tod, 1805 - statt eines Glaubens an ein allgemeingültiges Schönheitsideal, spricht man Goethe - unter dem Einfluss Hamanns und im Geiste Herders - als Romantiker an, der nunmehr die Poesie aller Zeiten und aller Völker aus ihren Lebensbedingungen verstund. So scheint es - was wir in der Neuen Sinnlichkeit zum Urteilen sagen wollen, wie Bob Dylan meint, "behalte deine Urteile für dich" - der Gegensatz nicht in Goethe oder bei Kant und Hamann liegt, sondern in der Unehrlichkeit der Worte- und Meinungsmacher: Ja ja, nein nein, der Mensch lebt von jedem Wort, das durch den Mund Gottes geht. Sie rechnen mit dem Pöbel.
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