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neue sinnlichkeit

Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Während dieser Übergangsperiode die philosophische Lehre anwenden, dass >der Mensch das höchste Wesen für den Menschen< ist (Marx), hieße zur Utopie zurückzukehren und in Wirklichkeit das Gegenteil dessen zu tun, was man will.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Doch Lenin präzisiert vorsorglich, es sei >keinem Sozialisten eingefallen, zuzusichern, dass die höhere Phase der Entwicklung des Kommunismus sofort eintreten wird<.
Qualitätsrätsel



Freilich sind wir Menschen immer in Verhältnissen mit Verhältnissen. Indes so viele Glücksspiele verboten sein mögen, so ist doch das längste erlaubt, das Leben. Im Ganzen ist das Leben das Anagramm unserer Wünsche, man bekömmt erst im Alter, was man schon in der Jugend brauchte, und in der Jugend bekömmt man schon das Alter. Eine sonderbare Betrachtung, Freund, für einen Geburtstag! Wer leugnet es denn aber, dass eine Hand die andere wäscht und also die linke der rechten die Nägel abschneidet? Nur ist letzteres schwer. Vom Genie zieht sich der Theorien-Mann die Regel ab, um sie ihm wiederzugeben; der Ausschreier des Gesetzes hält sich für den Gesetzgeber; aber das Genie wird stets besser richten als gerichtet werden; denn um andere in den Adelstand zu erheben, muss man selber darin sein. Aber in unserer Literatur hält man oft das Erhobne für das Erhabne. Ich stand ja selber dabei, guter Ober-Verifikateur! als man den Münzstempel preußischer Frédericsd'or hergetragen brachte; denn als man ihn auf einen verjüngten dreiersgroßen Staat aufgepresst hatte: so sahen wir alle nichts auf dem Dreier als den Dukaten-Zopf. >Ist das nicht ein konfuser Handel?< sagten ich und noch ein Paar und sahen uns dumm an. >So gehts, wenn ein Staat in sein Rasieren hinein nieset,< sagte ein Anderer und wusste wohl nicht, was er wollte. >Sogar in der Politik muss man den Handschuh nicht anders mit den Zähnen abziehen als Finger nach Finger,< sagte ein Dritter und wusste, was ich wollte, aber nicht was er.-

Denn, o Freund, was ist der Mensch, besonders mehr als einer! Wie oft landet man auf den gesittetsten Inseln unserer Besuchs- und Klub-Zimmer, um bloß Wasser einzunehmen; man will, wie in Staaten, nur Körper ernten, nie Geister säen. Was hier wie anderwärts Aufsehen macht, ist, dass 50 Personen ihre 100 Hände weniger in Unschuld waschen als in Dinte, die man zu Akten und Resolutionen verbraucht - und doch ersieht man den Charakter am besten nicht bloß im größten Unglück, auch im größten Glück; so wie im Porzellan die Farben nicht eher sichtbar werden als im Brennofen. O mein Zoll-Freund! Keine Gedanken sind weniger zollfrei als die witzigsten; und doch möcht' ich deren in wahrem Übermaße haben, nicht um sie lesen zu lassen, sondern um sie selber zu lesen; ich stelle mir mein Erstaunen dabei vor.
wer hats gedichtet?
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