
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:
Der Marxismus handelt im Dickicht der Gegenwart,
und zwar mit den Aktionsmitteln, die diese Gegenwart bietet.
Das Proletariat kann den Unterdrückungsapparat der Bourgeoisie nur dann zerstören,
wenn es ihn zunächst annektiert und sich seiner gegen sie bedient.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:
>Solange das Proletariat den Staat noch gebraucht,
gebraucht es ihn nicht im Interesse der Freiheit,
sondern der Niederhaltung seiner Gegner, und sobald von Freiheit die Rede sein kann,
hört der Staat als solcher auf zu bestehen.< (Engels 1875 an Bebel)
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Offener Zugang freie-universitaet-dresden
Open Access
von Dietmar Moews
Der auf dem Weg seiner Verfestigung und Verbreitung befindliche Begriff >Open Access< wird in der Neuen Sinnlichkeit und von dem Künstlergelehrten Dietmar Moews aus Sicht der empirischen Soziologie zu Fragen der Massenkommunikation weitergetrieben. Aktuelle Brisanz erhält das Thema >Open Access> dadurch, dass das etablierte Wissenschafts-Publikationswesen, der Verlage von Wissenschaftszeitschriften und die Bibliotheken der Universitäten bestrebt sind, die digitale Publikation an sich zu bringen. Man kann sich das laienhaft so vorstellen, wie die Atomenergie-Wirtschaft die Lizenzen und Aktien der Wind- und Sonnenenergie erwarben, um ihre Kartelle und Monopole zu sichern. Im heutigen Publikationswesen wird nicht mehr gegen die digitale Publikation diskutiert, sondern gegen das Konzept des "Open Access". Die Zugangsbewirtschaft der herrschenden Wissenschaftsverlage will jede Form von it-gestützter "Open Source", die den Markt und den Wettbewerb öffnet, kontrollieren oder verhindern. Die Intelligenz in der Neuen Sinnlichkeit steht immer im Dienst der Emanzipation und des Marktes der Ideen, für Zulassung und Zugang, gegen jegliche Kartelle. Alte Hüte, Platzhirsche und Pfründenklüngel brauchen den frischen Wind der Akkordierung.
Die Münchner Medientage 2004 brachten den Popstar Jeremy Rifkin, der als amerikanischer Zukunftsforscher von unseren Massenmedien hochgestylt worden ist, mit neuen Tönen heraus: Jeremy Rifkin sieht Europa ganz vorn. Die freie-universitaet-dresden.com antwortet hier mit der Frage: Macht das Internet Weltbürger oder verbindet es den weltweiten Mob der Weltspießer?
Die digitale "Revolution" - so berichtet die FAZ am 23.10.2004 - und die Beschleunigung der Kommunikation bietet nach Ansicht des amerikanischen Zukunftsforscher Jeremy Rifkin vor allem Chancen für Europa. In der Europäischen Union seien Menschen und Institutionen enger vernetzt und auf die Globalisierung besser vorbereitet als anderswo, sagte Rifkin auf den Münchner Medientagen. Die Digitalisierung der Medien stelle einen ähnlichen Einschnitt dar wie die Erfindung der Schrift oder des Buchdrucks: "Dies ist einer der Wendepunkte der Geschichte." Der Austausch von Information und Zugang zu weltweiten Netzwerken abgelöst. Erfolgreich seien Gesellschaften, die dies verstünden. Die EU sei dafür ein Experiment. "Der amerikanische Traum des individuellen Erfolgs bricht auseinander."
Obige schmissige Behauptung Jeremy Rifkins ist in dieser Kürze auf unsinnige Argumente gestützt und - so gesehen - völliger Blödsinn. Eine gründlichere soziologische Betrachtung würde natürlich ausweisen, dass Rifkin eine reizvolle Hypothese ausspuckt, die systematisch hinterfragt folgende Anwandlungen heraufbringen müsste und mehr:
1. Zunächst ist die Unterstellung, die aufs kulturelle Vorurteil gegenüber den Europäern abstellt: die "engere Vernetzung von Institutionen und Menschen" - stünde quasi anthropologisch dem "amerikanischen Traum des individuellen Erfolgs" entgegen. Was ist individuell?
2. Ob die vernetzte Kommunikationsmelioration nun die Globalisierung der Weltbürgerlichkeit oder die Balkanisierung des Spießertums "integriert", muss zunächst abgewartet werden. Z. B. haben wir beim Spartenfernsehen oder bei sonstigen Ausdifferenzierungen im Weltmaßstab kaum eindeutige Machtsteigerungen zu notieren, die alsdann solche Zuordnungen wie, Europa - als Erdteil, Wirtschaftsraum, Kulturraum oder als Sozialentität u.a. - prognostisch ausweisen. Rifkins Zukunftsforschung ist nicht wissenschaftlich, sondern "Reizlyrik".
3. Der Vergleich der Erfindung des Buchdrucks ist geeignet - wird aber blödsinnig gezogen. Die Aussage der Analogie zum Schriftdruck Gutenbergs, der vor 500 Jahren einen "Wendepunkt der Geschichte" einschnitt, ist auf die Dauer, nicht auf den Tag der Einführung zu beziehen.
4. Bleistift, Schreibmaschine und Windows haben weder große Dichter noch Analphabeten erzeugt. Reichweite, Duchdringung und Verdichtung sind empirisch-soziologisch zu untersuchen: Was darf Europa erwarten? Rifkin ist ein Arschkriecher - die Forschungsinvestoren der IT-INDUSTRIE BIS HEUTE BLIND hierfür.
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