meldungen   neue sinnlichkeit   xtext   abonnement   email   community   sitemap   home  
neue sinnlichkeit

Anmutung zur 68er Kantpolitik von Dietmar Moews:

Die >Kritik des Urteilens< wird ohne Rangfolge - erstens - die Phänomenologie und die Physik der "positiven" Naturwissenschaft behandeln, zweitens Wirklichkeit und Wirkungsgrenzen der Metaphysik der objektiven Dinge kritisieren und drittens die Neue Sinnlichkeit als politische Volksorientierung zur erfrischenden Akkordierung durch wertgesetzte Selbstüberwindung und Anteilnahme: im Chor, im Fleisch und im Geschmack.
Anmutung zur 68er Kantpolitik von Antoine de Saint-Exupéry 1948:

denn es zeigt sich, dass Du mich - wie es Deinem Willen entspricht - mit etwas verknüpfst, was höher ist als ich selber, und dass ich keinen Frieden und keine Liebe außerhalb Deiner erfahren werde.
Anmutung zur 68er Kantpolitik von Antoine de Saint-Exupéry 1948:

Ich diene nicht der Wahrheit, wenn ich den hinrichte, der sich irrt, denn die Wahrheit kommt durch Irrtum über Irrtum zustande.
Anmutung zur 68er Kantpolitik von Antoine de Saint-Exupéry 1948:

Ich diene nicht der Erschaffung des Werkes, wenn ich jeden hinrichte, der das seine verfehlt, denn die Erschaffung des Werkes kommt durch Misslingen über Misslingen zustande.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Und Trotzki kommentierte: >Ein Kampf auf Leben und Tod ist undenkbar ohne militärische List, das heißt ohne Lüge und Betrug.<
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Die Wahrheit sagen, nach bestem Wissen handeln, das sind die Alibis der falschen Moralität; die wahre Moralität kümmert sich nicht um das, was wir denken oder wollen, sondern um das, was wir tun; sie zwingt uns, uns selbst unter einem historischen Blickwinkel zu sehen.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Aus Methode weigert sich der Kommunist, den Anderen aufs Wort zu glauben, sie als vernünftige und freie Individuen zu behandeln. Wie sollte er das auch, da sie doch ebenso wie er der Mystifikation ausgesetzt sind?
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1966:

Der Kommunist muss lernen, das Spiel der antagonistischen Kräfte zu durchschauen, und die Schriftsteller, selbst die reaktionären, die es beschrieben haben, sind wertvoller für den Kommunisten als diejenigen, selbst die fortschrittlichsten, die es mit liberalen Illusionen verschleiert haben.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Macchiavell zählt mehr als Kant. Engels sagte von Macchiavell, er sei der erste nennenswerte Schriftsteller der neueren Zeit gewesen.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Doch das Bewusstsein vermag nichts ohne seinen Körper, und es vermag über die Anderen nur insofern etwas, als es auf den Körper einwirkt.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Marx hielt Macchiavells >Geschichte von Florenz< für ein Meisterwerk. Er zählte Macchiavell mit Spinoza, Rousseau und Hegel zu denen, die die Gesetze des Staatsmechanismus entdeckt haben.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Im System der inkarnierten Bewusstseine kann das einzelne sich nur dann bestätigen, wenn es die anderen zu Objekten macht.
Anmutung zur 68er Kantpolitik/Maurice Merleau-Ponty, 1946:

Eine Geschichte des Menschen gibt es darum, weil der Mensch ein Wesen ist, das sich nach außen kehrt, das die anderen und die Natur braucht, um sich zu verwirklichen, das sich vereinzelt, indem es gewisse Güter in Besitz nimmt, und das eben dadurch mit den anderen Menschen in Konflikt gerät.
Ein winziger Raum für Jugendliche durch Kantpolitik
zur 68er Salonpersonnage
von Dietmar Moews


Ein knappes Jahr 2004 lang habe ich über Immanuel Kant, über Kants Wirkung, die heutige Relevanz der Aufklärung, versucht zu sprechen. Hier ist das ehrliche Ergebnis:

Wenig Wissen, wenig Interesse zeigten erwachsene Alphabeten. Eigenart der Jugendlichen scheint es, freie und unbesetzte, ungehemmtere Nervenkraft und Intelligenz zu haben. Es ist das Recht der Jugendlichen, mit viel Ahnung und wenig Kenntnis Fragen zu stellen. Sie brauchen die Zukunft. Mensch wird man nicht von Geburt - ohne Zuneigung und Arbeit.

Kant und Preußen
Die heutige Kantpolitik ist eng an das Geglaubte, das Glaubhaftgemachte und das zur Kommunikation Bereitgestellte gebunden und den Gebrauch, den Gebrauch Kants. Für Junge verläuft das immer von Anregungen her, die reizen, sich als brauchbar oder unbrauchbar zeigen. Man ausprobiert, was von der Welt dem jungen Menschen entgegengebracht wird, macht nach, posiert. Was in der Presse und dem Fernsehen gebracht wird, ist also auf dem Ausprobiermarkt der Jugendlichen. Was nicht gebracht wird, entdecken individuelle Sonderlinge "neu". Ideen berühren die Gesellschaft, dringen und färben ein oder auch aussterben. Wohl zu sehen, dass zweifelsfrei epochale Leistungen, wie die Musik des Gesualdo oder des Johann Sebastian Bach, bereits vergessen waren. Und - weil es handgeschriebene Papier-Partituren gibt - neu entdeckt werden konnten. Ideen und Wertvorstellungen auf Magnetspeichern fangen keinen Staub auf Dachböden.

Viele Menschen reden so dahin, Philosoph Kant und das Preußische - was man dafür hält - seien in engsten sozio-geistigen gegenseitigen Wirkungsverhältnissen entstanden, seien quasi eins. Kant und Friedrich der "Große" werden genannt. Aber, wer weiß denn schon, dass Preußen Brandenburg war, Potsdam, hingegen Königsberg im ganz ganz fernen Ostpreußen war "Grenzgebiet". Bei Kant kannten sich Preußen so gut wie gar nicht aus. Wer kennt heute, was wir Preußen nennen? Es kommt hauptsächlich von Friedrich dem I. (1657 - 1713, F. IV. Kurfürst von Brandenburg), Sohn vom Großen Kurfürst, her. Dessen Sohn, der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm der I. "Vater" von Friedrich dem II. prägte das Wesen der preußischen Lebensart und Wertung. Unsere heutige Preußenidee umfasst Qualitäten, die vor Allem von diesem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Hohenzollern (1688 - 1740 mit dem Aufklärungsphilosophen Christian von Wolff, 1679 - 1754) staatsgesellschaftlich ausgeprägt worden ist. Indes von seinem Sohn, den wir den "Großen", auch "Alten Fritz" nennen, der der kleinste und jüngste war (1712 - 1786; philosophischer und politischer Schriftsteller), stammen eher - mit Kant - die witzigen Ideen. Die kant-fritzische Gewitzheit ging zwar gar nicht direkt in Richtung französische Revolution. Speziell aber Ordnung, Aufklärung, Organisation, Militarismus und ähnliche preußische "Tugenden" rühren von Vater und Großvater des "Alten Fritz". Wir, heute, reden von Kant als Philosoph von Preußen, Philosoph des "Alten Fritz". Kants (überwiegend briefliche) "Gelehrterepublik" war gerade nicht auf Potsdam und Berlin bezogen, sondern auf das vielgliedrige Deutschland. Im Dezember 2003 schrieb der SPIEGEL:

Kant im SPIEGEL
"Schüler im Berliner Kant-Gymnasium": "Doch die meisten Schüler des Kant-Gymnasiums stehen mit Kant weder auf schlechtem noch auf gutem Fuß, sie interessieren sich schlicht nicht für ihn. Sie besuchen statt wissenschaftlicher Vorträge lieber ihre Freunde. Oder spielen Hockey, proben mit ihrer Band, surfen im Internet, gucken Vorabendserien, oder sie gehen in die Kneipe und geben sich statt eines Vortrags über Kant lieber die Kante. Ganz normale Jugendliche eben, und die finden "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" einfach interessanter als die Kritik der reinen Vernunft." Wir sehen, der SPIEGEL huscht in redundanten Sätzen, zum flüchtigen Überlesen gedruckt, über das Thema hinweg, wir lesen, was wir wissen, erfahren aber gar nichts Neues über Kant. Der SPIEGEL kriecht seinem Leser damit quasi in den müden Arsch, der gar nicht merkt, dass es beim SPIEGEL-Lesen schmerzlose Selbsterfahrung gibt, nicht jedoch mit Heft 1 Januar-Titelseite: DAS PROJEKT AUFKLÄRUNG Geist. Sagen wir ruhig: Der SPIEGEL schreibt, wie seine Käufer es wünschen.

Deutsche Lehrer
Unsere Gespräche mit Lehrern über Immanuel Kant waren selten lehrreich. Die meisten Lehrer, insbesondere Lehrerinnen, haben schlicht keine Ahnung, wenig Kenntnisse der Schriften Kants, so gut wie keine eigenen Reflexionen dazu, was von Kants Gedanken der heutigen Jugend nützlich sein könnte, so wenig, wie für sich, als Partymensch und Lehrer, selbst. Da hilft nicht, Goethe als Allwaschmittel zu benutzen, der zitiert wird: Kant ist der Vorzüglichste ... in unserer deutschen Kultur ... er wirkt, auch ohne dass man ihn gelesen hat. Ha Ha. Die Erwachsenen müssen aber der Jugend lebenswichtige Sachen geduldig vormachen, erklären und anraten, nämlich zur hoffentlich fruchtbaren Erziehung der Nachkömmlinge. Sonst wird aus denen nichts. Nur mit Sprudel und Spaß kommt man in die Tonne. Kant hatte sich mit Schulwesen, Reformschule und Erziehung auseinandergesetzt.

Gute junge Laune
Ich rufe der jungen Leserin zu - die hier versucht, in diesen Blättern für den jungen Leser, in Texten zu forschen, ob denn in der Kunst, in Texten und im Denken, Anregungen zu finden sind, die sie gebrauchen kann - einen guten Kant-Gedanken, der meinte, Erwachsene müssen es den Jungen immer wieder sagen, dass man gute Laune haben soll. Man soll froh sein, dass man lebt und mit guter Laune jeden Tag voran gehen (dankbar sein, ins Leben hineinzudürfen, dafür schuldet jeder seine Anstrengung). Man soll den Jungen sagen, dass es schwierig ist, ein Mensch zu werden, dass der junge Mensch sehr viel lernen muss, sonst wird sein Leben im Elend, sehr bald im Abseits und in der Abhängigkeit und Unterwerfung enden. Wer was kann, der ist gefragt. Das Leben ist die Hölle, wenn man nichts kann und nicht gefragt ist. Viele Erwachsen zeigen es ja, wie furchtbar es ist, wenn der Mensch nicht gelernt hat, sich zu disziplinieren. Ohne Disziplin, insbesondere Selbstdisziplin, gelingen andauernd die einfachsten Sachen nicht. Außerdem bekommt der nichtdisziplinierte Mensch keine Freundschaft, keine Familie, keine Solidarität zustande, weil er ständig versagt, wo andere es schaffen, einzuhalten, was sie sich versprechen zu tun, aber es nicht fertigbringen. Eltern, die undiszipliniert sind und das vertuschen, in dem sie aller Welt zeigen, wie man es macht, niemand zu respektieren, Eltern, die kaum einen Anderen respektieren, werden selbst nicht respektiert. Und nicht geliebt. Liebe ist etwas für die Jungen. Liebe muss man auch machen, muss man bringen, kann man sich nicht einfach abgucken. Für die Liebe sind Vorbilder der Liebe bedeutend. Vorbilder von Alten und Kalten sind liebestötend. Liebe ist kein Tauschgeschäft und kommt nicht mit Druck oder Verhandlung. In allen Menschlichkeiten sehen Jugendliche ganz genau, wo Erwachsene reden. Aber nur, wenn das Reden zum Tun und zum Stil, zur Moral zum Geschmack, zur freien Geselligkeit und zur Zuverlässigkeit passt, nehmen Jugendliche die Alten als Lehrer an. Warum sagen uns die schlechten Lehrer von heute nicht, der Immanuel Kant war ein hervorragender Lehrer, in einer uns fremden Zeit, witzig, tolerant und erfrischend. Kant bekam keine Krise bei Komplikationen, sondern erfrischende Akkordierungen der sozialen Dynamik waren sein Lebensstil. Kant machte sich auch nicht von starken Gewohnheiten abhängig, nur von solchen, die er tragen konnte. Was Menschen an Kraftrichtungen alltäglich herausbringen, viel Lärm, aber wenig Abstimmung ihrer Eigenwilligkeiten, und keine - heute sagen wir "Zielsystemorientierung" - das war Kant in seiner Zeit fähig zu durchschauen. Kant konnte seine "Maximen" so praktisch verwenden, dass sich Konflikte in Gerechtigkeit und Bescheidenheit akkordieren ließen. Kants Briefe geben zahlreiche Beispiele, in denen nicht faule Kompromisse, sondern Menschlichkeit, Freundlichkeit und gute Laune ausgedacht werden. Warum die heutigen Lehrer nicht mal Kants Briefe mit den Jugendlichen lesen und besprechen, ist eine große Lehrersünde. Im SPIEGEL Nix davon.

Kantjahr-Überblick
Hier ist nun beabsichtigt, in einem ganz, ganz kurzen Überblick festzuhalten wer, was, wie in dem sogenannten Kantjahr 2004, mit welchen Wirkungen, welchen Absichten, welchen Abhängigkeiten und Widerständen, mit Kant öffentlich angestellt hat.

Es gehört nicht zu meiner täglichen Körperpflege, durch Schimpfen über Dummheit oder Selbsterhebung über selbsterniedrigte Lehrer zum Beispiel, Selbststimulation zu betreiben, bin weder melancholisch noch den Schwachsinn, der mir geschieht, leid, leide nicht bemerkenswerter an der Welt, als das dazu gehört. Auch sind meine körperlichen Gebrechen zwar schrecklich für mich - aber was gibt es nicht Alles. Also, in Allem genommen, darf ich zufrieden sein. Das musische Leben bereitet mir einen täglichen inneren und sozialen Glücksüberschuss - kurz: es könnt' mir besser geh'n. Nennen wir es Kantbefindlichkeit. Sie kommt in meinem öffentlichen Kantbrief (in Heft 51), an den Herausgeber der Frankfurter Allgemeine, Dr. Frank Schirrmacher und den FAZ-Autor Wolf Singer gerichtet, zu Sinn und Mitteilung. Man antwortete mir nicht. Was muss dieser Redakteur für anspruchsvolle Korrespondenz haben? - Dass die - in der FAZ abgedruckten Leserbriefen - überwiegend diesen Hochqualitätsdruck gar nicht so erkennen lassen. Vielleicht ist es aber nur, dass ein Kanthalbwissen bei einem FAZ-Herausgeber unterstellt und vorausgesetzt werden muss, dessen "Methusalem-Parole" aus seinem Alte-Leute-Buch nicht so recht zu Kants Hypothese passen will. Nämlich Schirrmacher meint, wir erwarten alle ein erheblich längeres Leben, so 120, 130 Jahre und älter. Kant aber, wie in der Neuen Sinnlichkeit Numero 49 zitiert, setzt auf den Fortschritt des Weltbürgertums, unter der Bedingung, dass die Individuen nicht 800 Jahre alt werden dürfen. Denn Alter mache schlecht. Nungut - Sprachspiel geht nur, wenn Schirrmacher mitspielt, und der hütet sich, mitzuspielen. Auch Dr. Frank Schirrmacher wird es verschmerzen, in der Neuen Sinnlichkeit hingehängt zu werden, wo er es sich verdient, dieser Jung-Methusalem im Geiste. Meinem Unflatausstoß noch anzufügen ist: Die in diesem Heft abgedruckten Autoren werden geistig und ökonomisch nicht dafür entlohnt, hier gebraucht zu werden. Aber, es ist ohne Zweifel, dass sie gebraucht werden, denn wo sollte die Balance sonst herkommen, für die Härten des Lebens in diesen Blättern für die Härte des Lebens?


Zur Lage der Kant- Medienlage 2004
Wir lesen Tageszeitungen, Illustrierte, Fernsehsender- und deren Sendungen, Agenturen im Internet, im Teleticker, Hauptredakteure, Tagediebe, Prominente, Skandalierer und Abwertungsbewirtschafter aller Techniken und - Kantpolitiker - unter aller Sau, sowie Bildmacher, Bildmanipulanten, Schmerzkliniken, Morphiumhändler, Freizeit-Idealisten und Citoyens, Verlage, Werbeabteilungen, Wissenschafts-Propagandisten, Nachbarschaftsgespräch, Small-Talk, Stadtklatsch, hoffärtige Namedropper, Irrläufer der Evolution, haben im Jahre 2004 Verdienste und an Kant zu verdienen versucht. Was dem Jugendlichen der Alltag ist, zwischen Plänen und Verplanung, zwischen Pflichten und Spontanfreuden, das ist aber für die Gesellschaft schlicht beim Namen zu nennen: Es ist eine Pflicht, die nötige geistige Nahrung und Beziehungsmühe herauszubringen, zu bringen, dass erfrischende, sympathische, gernerlebte Kommunikation gepflegt wird und nicht nur mit langen Zähnen und Missmut jeder den anderen anödet. Pflicht des Menschen. Das muss Jeder lernen. Das kann Keiner lernen, wenn die Pflichtlehrer selbst pflichtvergessen und unkonzentriert sind.

Die Neue Sinnlichkeit samt Herausgeber hatte im Kantjahr 2004 ein saupudelwohles Gefühl, ausnahmsweise mal einer Majorität anzugehören, einer "Kantmasse", einer Weltbürger-Geselligkeit, einer Situation und Position, in der es vollkommen egal ist, was man tut, weil man x-kantig in der Tugendbock-Majorität aufgehoben ist. Namensnennung, Immanuel Kant, geboren am 22. April 1724, Geburtsort Königsberg in Preußen, daselbst aufgewachsen, gelebt, gearbeitet, Doktor und Professor, am Schluss des Kantlebens, am 12. Februar 1804, in Ruhe zu hause gestorben. Kant war ein so wichtiger Mann, aus heutiger Sicht, dass sein Geburtstag 2004 öffentlich stattfindet - aber wie? Wir nennen es Kritik der Kritik, und stellen fest: Die UN-Menschenrechts-Charta von 1919 macht unsere Welt zur Kantwelt. Noch im Jahre 2004 erinnert man sich - obwohl mit dem Weltbürger ein großes politisches Problem, zwar angefasst, aber zunächst verschlimmert ist. "Weltbürgerschaft" verlangt nach der kantschen Orientierungskultur, sonst gelingt sie nicht. Das bedeutet einen unzumutbaren Fundamentalismus gegenüber allen nichteuropäischen, profaner gelebten Politik-Kulturen der heutigen Welt. Eine solche Hauptkritik fand ich in den Kantberichten von der 68er Salonpersonnage im Jahre 2004 missachtet, übergangen oder nicht gewusst. ZDF-Nachtgesprächs-Volker Panzer, geschwätzig egal, wie immer, wusste nicht, was vor Kant war, und was aus Kant folgte, im ZDF sind John Locke und Leibniz und Rousseau vor, Hose wie Jacke, wie nach Kant Schiller, Alexander von Humboldt, Schopenhauer und Nietzsche. Dafür wird im ZDF-Nachtstudio gequatscht.

Aber ein Buchautor im Verlag C.H. Beck, Otfried Höffe, hat über Kant-Wirkungszusammenhänge in einem Buch gehandelt, "Wirtschaftsbürger - Staatsbürger - Weltbürger" Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung, München 2004. Das hat, zur Frankfurter Buchmesse, Wolfgang Kersting kompetent in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 11. Oktober 2004 berichtet, ein Beispiel dafür, wie heute Kant gebraucht wird und brauchbar gemacht werden kann. Dritte Feuilletonseite, oben links bis unten, zweispaltig, ist nicht beiläufig. Der Otfried Höffe salbadert dann am 19. Juni in der FAZ eine ganze Seite voll über Kant in Teheran, dass man sich fragt, was er denn wollte: "Frauen sind beim Studium auf dem Vormarsch" - na, dann. Und die Rezension von Wolfgang Kerstings Buch, "Kant über Recht,
im Mentis Verlag, Paderborn 2004, diesmal von Ernst-Wolfgang Bockenförde, ebenfalls informativ, zeigt, dass unsere großen Vollzeitungen von links nach rechts, oben nach ganz unten, fast Alles bringen. Allerdings, mahnen wir ab, fortan diesen kantkritischen Ansatz in der FAZ-Ideologie anzubinden. Irgendwo in der schirrmacherschen weltpolitischen Hetze a là "Huntingtons Kulturkrieg", könnten wir mit Kant z.B. Toleranz zu "Weltbürgern in Afghanistan" gebrauchen, auch mit solchen Orthodoxien, die über schlechtere Militärwaffen verfügen als man selbst. Oder sind Schirrmacher und Bush im Kant-Weltbürgerstudium noch nicht weiter als Afghanistan? Zwar wird unter dem Herausgeber Schirrmacher immer wieder "Evidenz bestritten". Und am 3. Februar schrieb Schirrmacher einen bemerkenswerten Leitartikel auf Seite Eins der FAZ: Was von Preußen bleibt: Bindungskräfte des Geistes, die fehlende Landsmannschaftlichkeit ersetzt, das sei Kants Entdeckung." Aber eine Soziologie, die so Etwas empirisch herausfindet, und analysiert, scheint er nicht zu kennen. Dafür werden dann fortwährend Habermas und Sloterdijk beauftragt herumzuschwadronieren, ja, warum nicht gleich der SZ-Sozialpädagoge und Buchstabensprudel Ulrich Beck. "Politisch Verfolgte geniessen Asylrecht" lautet das deutsche Gesetz, das Missliebige jetzt zwischen die Zähne stecken können, damit ihr Schreien den deutschen Herbst nicht stört. Was hat sich in Köln eigentlich verändert? Herr Metin Kaplan, der angebliche Sonstwas? Oder die Grünen Deutschlands, diese altgewordene Alternative? Ich sehe bereits den Freilichtmaler Max Liebermann wieder neben seine Staffelei treten: Der musste oft kotzen, kotzte neben seine Staffelei in die Luft und trat volley - mein lieber Mann - Liebermann war Linksfüßer - Richtung Wannsee. Und? - es spritzte wie Iraker an der Hundeleine von Lynndie England, wenn der Photograph abdrückt - oder hieß das Wahnsee-Konferenz? Wahnsinn in Unsinn Garten?

Kant der Lieblingsphilosoph
Er ist wirklich winzig, mein Raum, den ich beschreiben möchte. Ich glaube, dass er noch kleiner als eine Mönchszelle ist. Eigentlich kann, außer mir, der am Tische sitzt, nur - eine Zeitung, die platz findet, ein aktuelles Buch, Fernseh- sowie Computerbildschirm hiersein. Das in Reichweite stehende Telefon- und Faxgerät bringt kaum Ideen oder Gedanken in meinen winzigen Raum. Desto dankbarer werden freundliche Gedanken durchs Telefon empfangen. Denn, wenn da jemand hineinruft und meint: Derrida, der wäre was für dich - also für mich - dann sollen also Ladenhüter in die Mitte der Aufmerksamkeit vorgeschoben werden, über die so eine Vorschieberin rein gar nichts weiß. So - rein gar - eine Reinlichkeit, ist dann schon die Art Morgengabe, auf die hier verzichtet werden muss, denn der Raum, er ist sehr eng. Wie täglich in jedem Jahr, werden dem Kantautoren im Kantjahr solche Autoren genannt, die man nicht kennen muss, es aber erlauben, trotzdem irgendwas zu quatschen. So ähnlich sinnlos, aber Beachtung heischend, behaupteten die ehemaligen Kanzlerkandidaten und späteren Kanzler, Helmut Kohl und Helmut Schmidt: Kant ist mein Lieblingsphilosoph. Der heutige würde sagen: kantichauch. Schaue ich dann auf meine Staffelei, wo ich gestern Nacht noch was Neues gemalt habe, sehe meine Gitarre, die auf dem Bett liegt und dann hier auf das Display, wo ich über Kant und die geistige Wüste des Niedersachsen in Sachsen, Dietmar Moews, schreibe: Hier ist der Anfang. Ich kann Was anfangen. Jeder kann Seins anfangen. Wo ein Anschluss ist, wird er sich finden. Die nötige Gelassenheit dazu ist billig. Ein Freund schrieb: wir hätten uns so selten gesehen in unserem Leben (ich nehme den verbleibenden Rest unserer Leben gleich mit in diesen Gedanken hinein, denn jenes Leben ist beendet, kann nicht mehr so fortdauern - es kommen die Grindigkeit und das Böse zu uns; wir sind jetzt alt), denke: Sowas ist billig, zu schreiben. Hat doch jeder in der Hand, zu sehen, sich zu sehen, anzuknüpfen, wo Hände gereicht werden. Insbesondere soll sich keiner genieren, seiner ganz individuellen Billigkeit nach, um sich zu hauen. Wens trifft, wird schon Deckung aufsuchen. Und die Frau des jetzt im Pflegeheim sitzenden Malers: er würde sich über deinen Anruf sicher sehr freuen - kommt nicht auf die Lösung: er möchte angerufen werden, ruft nicht selbst an. Ich habe Durst, aber nicht auf Wasser, sondern auf ein Bier. Ja, das ist alles menschlich. Ich bin ein Mensch und - ich bin auch ein Mensch. Wer über Atomkraftwerke sagt: Atomkraftwerk ist auch nur ein Text - wer das sagt, mit dem habe ich emotional wenig zu tun. Texte austauschen langweilt mich emotional. Alphons Silbermanns Telefonanrufe haben mich nie gelangweilt, selbst wenn er - neunzigjährig - nachts um halb Eins auf die lustige Idee kam, mir einen Witz zu erzählen: Kommt Einer auf die Tankstelle, steckt sich die Zapfpistole in den Arsch. Sagt eine andere Tankerin: das ist doch nicht NORMAL. Antwortet der: Nee, SUPER. Im emotionalen Diesseits gehts doch. Also: Wenn ich Jüngere sehe, amüsiert mich das. Wenn die Jungen wüssten, wie alt sie bereits sind. Entsolidarisierung ist deshalb für Alte nicht zu befürchten. Alle sind alt.

68er Salonpersonnage macht Kantpolitik,
lautete meine Ankündigung in den im Jahre 2004 herausgegebenen, vorangeschickten Kantheften Neue Sinnlichkeit, Blätter für Bekanntschaft mit Kant:
Numero 46 >Fragen, die Kant bearbeitet hat<, Numero 47 >Thesen, die Kant aus seiner Arbeit schöpfte, Numero 48 >Fragwürdigkeiten, die bei Kants Fragen und Thesen uns anspringen< und Numero 49 >Bezeugungen für Kant von anderen Seiten hergebracht<
- sind jetzt da.

Seien wir nicht kleinlich. Wer Kant sagt, übertreibt und begibt sich ins Abseits, weil kaum jemand freiwillig Kant sagt, weil kaum jemand ins Abseits mitgehen möchte, weil kaum jemand mitreden kann. Doch der Herausgeber wollte zur Balancierung seiner Proklamationen der Neuen Sinnlichkeit, mit Kant historisch anerkannte Gegenwichte in seine Balkenwaage eintarieren, Thema: Urteilen, Werte: Geselligkeit vs. liberales Individuum, Medium: Literatur- und Textanalyse.

Als 68er Kantpolitik wird also diejenige Herrschafts-Begehrlichkeitsgruppe in der Bundesrepublik angesprochen, die heute maßgeblich die Herrschaftsgruppe in den Redaktionen der in Deutschland verbreiteten Medien den Ton angeben, hinsichtlich der Moderne und der Modernität, an die sie glauben. Sie halten ihre Moderne für ihr Generationskonzept, einer Generations-Geisteshaltung der 68er - diese Geisteshaltung als Generations-Machtanspruch in alle Bereiche und alle Funktionen hinein, die zur Politikgestaltung anstehen, durchgezogen wird. "Natürlich" ist da dann Folgeförderung von deren Kindern im Geiste bei Stellenbesetzungen, z.B. Dr. Frank Schirrmacher bei der FAZ, Peter Sloterdijk in der organisierten Philosophie oder Franz Beckenbauer in den Arbeitsfeldern des Pops und es Mobs: Alles geht - schaunmermal.

So kommt eine Ausstattung von Totalluschen, wie Marshall McLuhan oder Egon Erwin Kisch oder Aragon oder Ernst Bloch usw. als lesenswerte Autoren zur Dauererwähnung, die Denkunlust erzeugen, indes kaum Wirkung oder Geltung. Es sind Westmarxisten aus der zweiten Denkerbundesliga, wie Bernt Engelmann, Max von der Grün, Günter Grass oder Günter Walraff. Man liest sie, um das "soziokulturelle" Gewissen zu beruhigen, ohne Gefahr, in ernsthafte Diskussionen verwickelt zu werden, denn Immanuel Kant kommt beim Kartoffelbauern nun mal nicht in betracht, dazu reicht dessen Intelligenz einfach nicht. Jetzt, im Alter, ohnehin nicht mehr. Also - Ruhe im Karton.

Noch einmal also die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Kantjahr, sie versuchte mit der Nachricht, Strafrechtsänderung wegen Gehirnforschung ein Kantthema aufzuziehen, ohne Kant argumentativ zu berücksichtigen. Das heißt, die von der FAZ zur Debatte aufgeforderten und zugelassenen Debattisten waren nicht imstande, Kant argumentativ in ihre Beiträge zu integrieren, selbst wenn Kant erwähnt wurde, kam weder Kants politische Philosophie (Hannah Arendt) noch Kants Urteilskraft und sein ästhetisches Urteilen zum Zuge. Die FAZ, als Kulturträger, trägt also festgestellter Maßen von Kant errungenes Wissen nicht in unsere Zeit. Mit Kant 2004 war und ist die FAZ keine Zeitung für die Jugend.

Im Dezember 2003 kam der SPIEGEL mit Kant heraus. Ein Redakteur, der in Musik-Sachen des Komponisten Thomas Schmidt-Kowalski schon ein klägliches Bild der Inkompetenz abgegeben hatte (Neue Sinnlichkeit Numero 44, Blätter für das Sprechen vom liberalen Denken des Handelns), Dr. Johannes Saltzwedel, schrieb: Das Projekt Aufklärung "Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir" 200 Jahre nach KANT. Herr Dr. Saltzwedel teilt den SPIEGEL-Lesern auch sogar mit, dass er über Kant promoviert habe (müsste heißen "promoviert worden sei"). Doch der SPIEGEL-Artikel, der ja - wie das immer ist - versucht, für sich und den SPIEGEL, also hier auch für das Sujet KANT, zu werben, bringt im Wesentlichen unkantischen Schwachsinn, nämlich: Saltzwedel wiederholt den folkloristischen Irrgang vom "Ewigen Frieden", wie Kant sich ein friedliches Weltbürgertum vorgestellt haben soll: im Sinn des kategorischen Imperativ. Doch beide SPIEGEL-Gedanken sind irreführend. Zum Einen hatte Kant seinen Ewigen Frieden als Träumerei angesehen. Zum Andern wusste Kant, wie intellektuell unfähig Menschen im Großen und Ganzen sind, dass der kategorische Imperativ ein metaphysisches Denkmodell ist, zu zeigen, dass ein Entwurf für einen Vertragstext des mitmenschlichen Auskommens "komponierbar" sei. Vom Handeln, von der Verwirklichbarkeit des kategorischen Imperativs sagt nämlich Kant nichts, im Gegenteil, Kant redet - ohne Verächtlichkeit - von Bratenwendern, Affen, Unflat usw. Das Kantzitat im SPIEGEL-Titel "Der bestirnte Himmel über mir..." mag geeignet sein, die esoterische Fraktion anzulocken, den SPIEGEL als spirituelle Sternenkundquelle aufzusuchen. Der Kantartikel Saltzwedels indes klimpert mit solchen Zitaten herum: "Gemütsarten, die ein Gefühl für das Erhabene besitzen ... wenn das zitternde Licht der Sterne ... allmählich in hohe Empfindungen gezogen." Na, prima, was soll es uns sagen, als "Universum, so weit Kants Auge reichte" oder - mit Udo Lindenberg, "Hinterm Horizont gehts weiter." Jedenfalls den Alt-68 Jürgen Habermas für Kant als Kant-Fortsetzer, mit der Floskel: Vernunft als Kommunikation rauszuhauen, das ist zu halbdackelig, denn Habermas hat nun für Kommunikation erwiesener Maßen überhaupt keine Kompetenz - geradezu b. scheuert: Dr. Saltzwedel, im SPIEGEL, hat das Pech, zum zweiten Mal in der Neuen Sinnlichkeit erwischt worden zu sein, sein Geld als Bratenwender zu erhalten. Wie schlecht der SPIEGEL redaktionell heute besetzt ist, zeigt, dass auch aktuell, weder bei Alexander von Humboldt noch für das Schillerjahr 2005 wichtige Gedanken vorgestellt der Aufklärung und von Kant gesehen werden. Der Jugend kann man den SPIEGEL für solche Themen so nicht empfehlen. Schrecklich, wie viele Lehrer ihre Bildung aus Quellen wie dem SPIEGEL im Wochenrhythmus beziehen.

Wir haben mit dem SPIEGEL mehr Zeilen verbracht, als gerecht ist. Dafür kommen die weiteren, wie TAZ, Focus, Neue Zürcher Zeitung u. a. erheblich kürzer, denn sie alle sind mit Kant ähnlich umgesprungen, wie der SPIEGEL. Die Springer-Blätter waren von Weitem sehr entfernt, Boulevard und Bunte-Illustrierte von Burda hielten sich bei der Lesergerechtigkeit auf - heißt: Redundanz beißt sich in den Schwanz, also so gut wie nichts Interessantes zu Kant. Wenn ein Jugendlicher mit der Frage: Na, was meint wohl der Immanuel Kant? in den deutschen Zeitungen gelesen hat, konnte so gut wie nichts finden, was ihm Kants Schriften inhaltlich und verständlich nahe hätten bringen können und auch nicht wollen. Springers WELT bot ausnahmsweise Qualität. Sowohl Konrad Adam, am 12. Februar, "Immanuel Kants Prozess gegen die Anmaßungen des Verstandes", klingt zwar anbiederlich unevident, kommt aber zu den vernunftkritischen Leistungen: "wie der Philosoph das Denken in seine Schranken wies und dadurch befreite." Und am 12. Februar ebenfalls Otfried Höffe: "Begriff, Erfahrung, Moral", schreibt von Sachen, die er versteht, von der Kritik der reinen Vernunft, vom "synthetischen Apriori", der vorempirischen Voraussetzung von Ästhetik und Moral bei Kant. Doch kommt Höffe nicht zu mehr, ja, nicht mal zu Kants freier Geselligkeit, dass ohne öffentliches Sprechen kein Urteilen möglich ist, nun ja, bzw. nein.

Die Süddeutsche Zeitung aus München wird hier als das bestbesetzte Blatt angesehen. Sowohl Willi Winklers Fernsehkritik zu Kant, bei 3 sat berichtet, dass der Kulturzeit-Dummbax Gerd Scobel mit Kant spricht und zur EU-Erweiterung befragt, 3 sat "reloaded" und nennt Quatsch Quatsch. Wie insbesondere der kluge Bericht von Kurt Flach, SZ am 12. Februar 2004 "Der hellste Stern am Firmament" bringt was von Kant. Und wie bei Fichte in Richtung Hegelei und der Rezeptionsgeschichte der sozialistischen Autoren des 20sten Jahrhunderts, mit Kurt Flach mal ein SZ-Autor mit selbstgedachtem Wissen, das er sich die Mühe macht, seinen Lesern mitzuteilen. Sowie Literatur-Hinweise mit Kurzeinschätzung, so Manfred Geier, Kants Welt, Biographie bei Rowohlt, aber nicht Karl Vorländers altes Standardwerk "Immanuel Kant, Der Mann und das Werk" von Felix Meiner Verlag 1924.

Eberhard Jäger in Springe, so zeigte die Neue Deister Zeitung an, habe im Seniorenkreis zu Kants Jubiläum vorgetragen. Sowas ist bedeutend: Volksbildung im privaten Ehrenamt, ohne Vereinsmeierei. Der Raum, den ich winzig nannte, liegt in der Welt. Er ist ein Ort, von dem ich ausgehe; keiner, in dem ich mich verberge.

Leuchtglobus
Immer hatte ich mir einen Leuchtglobus gewünscht. Alles war eingetroffen. Ich freue mich über meinen wunderschönen Leuchtglobus. Sein hellerleuchtendes Lichtblau prunkt bereits auf mehreren Bildern, entfaltet auf Smaragd-grün mit Aubergine und Dunkelkrapp prächtige Kraft. Je älter ich werde, desto mehr liebe ich leuchtende Farben. Wer einen Leuchtglobus besitzt, wird Kants Geographie-Vorlesungen zu würdigen wissen. Von Kants Lehr- und Forschungsthemen zu den Kritiken und zum menschlichen Urteilen in Geselligkeit ist es leicht zu verstehen, warum Kant die Vorstellungsorientierung der Menschen auf die Sinnlichkeit und die Objektwelt bezieht. Cui bono, sagte auch Karl Marx, der Egoismus-Philosoph. Wem nützt die Behauptung, dass wir Wahrheit als Menschen nicht haben können, dafür Meinungen, die uns Meinungsmächtige machen?
Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter
mehr
© 2005