meldungen   neue sinnlichkeit   xtext   abonnement   email   community   sitemap   home  
neue sinnlichkeit

Fragwürdigkeit
von KANT:
... dass der Mensch aus Naturnotwendigkeit seiner Vernunft und nicht aus Instinkt sei Glück machen soll, ist Teil von Kants fragwürdiger "Triebtheorie"
Qualitätsrätsel



Es ist klar, dass die Gesamtheit willkürlicher Erzeugungen, die wir von einem Ding aus gewinnen, identisch auch von dem anderen zu gewinnen sind; in der Tat, alles ist in alles kontinuierlich überzuführen, die Gesamtheit der Gestaltungen ist die selbe und eine feste. Und dabei sehen wir doch, dass selbst in dieser Phantasie und aller naturgesetzlichen Bindung abholden Variation das System der Ausgeburten unserer Phantasie noch seine Regeln behält, die es berechtigen, von einem geschlossenen System zu sprechen: es sind Ausgeburten einer dinggestalteten und umgestalteten, dingkonstituierenden und wieder Dingkonstitution zerstörenden, reelle Dingeigenschaften durchführenden und wieder als Scheineigenschaften preisgebende Phantasie. Das Ding, das uns als Ausgang diente, wandelt sich, verbleibt ein Weilchen Dingerscheinendes; und gehen wir gar zu frei um, respektieren wir nicht die wesentliche Beziehung realer Eigenschaften auf reale Umstände, sorgen wir nicht dafür, dass unsere Phantasie die Gestaltungen so ordnet, dass sie diese Beziehung durchzuhalten erlaubt, so zerfällt das Ding in Mannigfaltigkeiten von Phantomen (sinnlichen Schemata), so verlaufend, wie Mannigfaltigkeiten, die reale Dinge konstituieren, eben nicht verlaufen können und dürfen. Ding ist eben nicht Seiendes überhaupt, sondern Identisches im Verband kausaler Abhängigkeiten. Es ist etwas, das nur in der Atmosphäre kausaler Gesetzlichkeit leben kann. Das aber fordert für die konstituierenden sinnlichen Schemata bestimmt geregelte Ordnungen. Durchbricht frei schaltende Phantasie diese Ordnungen in zügelloser Weise, so wird nicht nur ein einzelnes Schema in ein "bloßes Phantom" verwandelt, sondern die ganze Welt wird zum Ablauf bloßer Phantome, sie ist also keine Natur mehr. Aber völlig gesetzlos ist sie darum noch nicht. In seiner einzigartigen Genialität hat das Kant vorausgesehen, und es drückt sich bei ihm in der Scheidung zwischen transzendentaler Aesthetik und Analytik aus. Für die bloße Phantomwelt gilt noch immer die reine Zeitlehre und die reine Geometrie; sie ist aber eine Welt ohne jede Physik. Auch hinsichtlich der sinnlichen Fülle der Phantomextension bestehen Regelungen, aber die sinnliche Fülle beurkundet keine materiellen Eigenschaften.

Verlassen wir nun diese Phantomwelt. Halten wir unsere Phantasie jetzt im Zügel...
wer hats gedichtet?
Originalsponsoring
von
neuesinnlichkeit
agentur + blätter
mehr ˜˜˜˜˜ 
© 2005