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neue sinnlichkeit

These (Kernsatz) von KANT:
Religiöse Bildsprachen sollen den widersprüchlich konstituierten Menschen,
als durch Sinnlichkeit, Neigungen und Begierden geprägtes Naturwesen,
zum Vernunftwesen befähigen,
die Heteronomie der Naturbestimmtheit im Handeln
aus Pflicht und Achtung
für das moralische Gesetz,
zu überschreiten. These (Kernsatz) von KANT:
Für alle anderen Dinge bin ich selbst
das Ding an sich These (Kernsatz) von KANT:
Wer einmal Kritik gekostet hat,
den ekelt auf immer
alles dogmatisches Gewäsch,
und er wird nie zu jener alten, sophistischen Scheinwissenschaft zurückkehren.
Denn Wahrscheinlichkeit und Berufung
auf den gesunden Menschenverstand
können nicht
als Beweis gelten. These (Kernsatz) von KANT:
Der Mensch ist ein Tier, das einen Herrn
nötig hat,
und aus so krummen Holze, als woraus der Mensch gemacht ist,
kann niemals etwas
ganz Gerades
gezimmert werden. These (Kernsatz) von KANT:
Darauf, dass er einen geringen Wert setze
in den Genuss
der Ergötzlichkeiten
des Lebens.
Die kindische Furcht
vor dem Tode wird dann wegfallen.
Man muss dem Jünglinge zeigen, dass der Genuss nicht liefert, was der Prospekt versprach These (Kernsatz) von KANT:
Die alte Sage
von den Russen:
dass die Weiber
ihre Ehemänner im Verdacht hielten,
es mit anderen Weibern zu halten, wenn sie nicht dann und wann
von diesen Schläge bekämen,
wird gewöhnlich für Fabel gehalten These (Kernsatz) von KANT:
Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster, Allergnädigster König und Herr! Friederich,
König von Preußen, Markgraf zu Brandenburg,
des H. R. Reichs Erzkämmerer und Kurfürsten,
Souverain und oberster Herzog von Schlesien:
Ich ersterbe in tiefster Devotion, Königsberg den 14. März 1755 Ew. Königl. Majestät
allerunterthänigster Knecht der Verfasser These (Kernsatz) von KANT:
Bestimme Dich
aus Dir selbst. These (Kernsatz) von KANT:
A.
Gesetz und Freiheit
ohne Gewalt
(Anarchie)

B.
Gesetz und Gewalt
ohne Freiheit
(Despotism)

C.
Gewalt ohne
Freiheit und Gesetz
(Barbarei)

D.
Gewalt
mit Freiheit und Gesetz
(Republik) These (Kernsatz) von KANT:
Ich halte dieses Buch (Mendelssohns Jerusalem)
für die Verkündigung einer großen,
obzwar langsam bevorstehenden und fortrückenden Reform,
die nicht allein Ihre Nation, sondern auch andere treffen wird.
Sie haben Ihre Religion mit einem solchen Grade von Gewissensfreiheit zu vereinigen gewusst, die man ihr gar nicht zugetraut hätte, und dergleichen sich keine andere rühmen kann These (Kernsatz) von KANT:
Der berühmte Leibniz besaß viele
wirkliche Einsichten,
wodurch er die Wissenschften bereicherte,
aber noch viel größere Entwürfe zu solchen,
deren Ausführung
die Welt von ihm vergebens erwartet hat. These (Kernsatz) von KANT:
Newton ist der Urheber des glücklichsten Versuches,
den der menschliche Verstand in der Erkenntnis der Natur noch getan hat These (Kernsatz) von KANT:
Rousseau ist für mich
ein zweiter Newton geworden, er sagt:
Philosophie
ist wirklich nichts anderes als praktische Menschenkenntnis These (Kernsatz) von KANT:
so schließe ich mit demjenigen,
was Voltaire seinen ehrlichen Candide,
nach so viel unnützen Schulstreitigkeiten, zum Beschlusse sagen lässt:
Lasst uns
unser Glück besorgen,
in den Garten gehen,
und arbeiten. These (Kernsatz) von KANT:
Der Wert des Lebens wird, sofern er im Genießen des Guten besteht,
von dem Menschen überhaupt viel zu hoch angeschlagen;
sofern es aber nach dem geschätzt wird, was wir Gutes tun können,
sollen wir es fröhlich zu guten Zwecken gebrauchen. These (Kernsatz) von KANT:
Gegenwärtige Blätter,
denen eine aufgeklärte, den menschlichen Geist seiner Fesseln entschlagene
und eben durch diese Freiheit im Denken
desto bereitwilligern Gehorsam zu bewirken geeignete Regierung jetzt den Ausflug verstattet, -
mögen auch zugleich
die Freiheit verantworten, die der Verfasser sich nimmt.
Erfolgskinder



Liebere Leserin, allerliebster Leser, eins-zwei-drei im Sauseschritt, läuft Wilhelm Busch, wir lassens lustig laufen und lieben die Skandale. Es sind unsere. Solange in Deutschland noch erlaubt ist - im kleinen Kreis zumindest - zu schreiben, was man für seine Pflicht hält, wird das hier versucht - pflichtgemäß. Reden ist Schweigen, Silber ist Gold, Lesen dagegen streckenweise langweilig. Dass die deutsche Gesellschaft es so einrichtet, Dietmar Moews' Können kaum aufzunehmen, ist dumm.

Schnelldenker haben es oft nicht gerne, wenn andere lange rumreden, bis sie was kapiert haben (insbesondere, wenn die Schnelldenker beim Rumreden erst kapieren, was sie sagen wollen ääh). Auch langsamige Kapierer verdächtigen sich selbst oft als Schnelldenker. Gut so. In diesen Blättern für das Jasagen als menschliches Gebot, wird nämlich zwar für Vernunft und Kritik gestritten. Doch ist das eben für Kritik, nicht gegen das Kritisierte. Genau so ist der Begriff "Ketzer" bedeutungsbegründet. Der Ketzer ketzert als Dazugehöriger. Das ist Meckern in der eigenen Familie. Das ist sozusagen soziale Selbstkontrolle, Selbstverpflichtung, das mühevolle Gemeinschaftsschiff zu treideln, aber auch mit zu steuern. Das ist nicht Distanzieren vom Eigenen, sondern lebendiges Integrieren am eigenen Gemeinsinn und an der eigenen Gemeinschaft. Wir sind hier unmittelbar am tragischen Punkt der Kompetenz- und Arbeitsteilung - nämlich am Bekanntmachen der Entfremdungssituation - am Eingedenken der neuen Sinnlichkeit- wir schöpfen Kultur damit. So begrüße ich erfreut die zahlreichen neuen Abonnenten auf Lebenszeit - liberal verpflichtet:

Sehr geehrte Neuleser und Unter-28-jährige Interessenten. Es ist nicht möglich für Sie, hier sofort Alles gewinnbringend aufnehmen zu können. Es hilft rein garnix, deshalb kurzerhand Nein zu sagen. Sie mögen Mitdenken oder Draußenbleiben. Dazwischen gibt es nicht. Es ist auch nicht möglich grenzgängerische Gedanken von Dietmar Moews auf Gültigkeit oder Verlässlichkeit, Pflichtmoralität, Eigennutz, Frechheit, Widerspruchsfreiheit, Originalität oder wissenschaftliche Tragfähigkeit abzuschätzen. Aber glauben Sie nur, hier denkt und schreibt der ungeduldige Schnelldenker an seinem elefanten-gedächtnismäßigen Dombo-Lebenswerk. Diese exoterische Zuwendungshandlung ist zutiefe Freundlichkeit, keine Esoterik.

Wer also von der ersten NEUE SINNLICHKEIT her die sämtlichen seit 1979 kennt, reist geistig und seelisch genüsslich durchs Land des Lächelns. Dem Neuleser wird aber mit dem Angebot der speziellen Ästhetik dieser Blätter eine vorteilhafte Nutzung durch Anschlussspiele der rechtschreibreformgestilten Vielseitigkeit geboten. Sparen Sie sich den Genieverdacht. Das Wort reicht nicht her. Der Ursprung der Neuen Sinnlichkeit rührt allein von dem einzigartigen persönlichen und professionalen Können und Einverstehen der hier propagierten Dritten Kultiviertheit eines Meisters des flotten Dreiers, Dingwelt und Handwerk, Vernunft in Technik und Wissen- und Kritik-Geist, aber drittens in dem Religionsbereich der Musik und Kunst sowie des Über- und Außersinnlichen - Innen und Außen.

Liebere Leserin, liebster Leser - ich habe eine AMIGA-Platte gemalt - wer kanns? und bin ausgebildeter Rettungssanitäter und Sankafahrer, also Vorsicht, sonst bringe ich Sie in die stabile Seitenlage - egal, ob in der Heimat Abrahams, im Himalaya, oder in der Herbertstraße. Sparen Sie sich die Belehrungen zur 1990-Wiedervereinigung Deutschlands. Meine Nachrichten aus Magdeburg, Leipzig, Berlin und Dresden sind ausgesprochen kompetent. Da können weder Schröder noch Dr. Kohl, noch Roland Berger gegen anstinken, weder Herr Prof. Rehberg noch Herr Prof. Patzelt, diese beiden Dresdner Universitäts-Blindfische, auch der rohe Karl Nolle, Edelkommunist aus Hannover im sächsischen Landtag, dieser peinliche Schmalzklumpen mit Begehrlichkeitszertifikat, Großsprecher des ost-deutschen Mittelstands zu sein (sorry Mister - sagte Dave Davies: The death of the clown, pye-records) und auch, wenn Paul Spiegel jetzt mit der Thora wedelt und israelitische Ansprüche auf Nepal oder Tibet erhöbe, weil es das Gesetz und die Propheten der Götter angeblich so wollen. Glaubt ihnen nicht - sie lügen alle.

Der "Großen Koalition" der gewählten Staatsplünderer steht die hinterhältige Scheinheiligkeit der "Großen Koalition" der Nichtwähler abwartend in Bereitschaft, vom Führer abgeholt zu werden. Frei nach dem Motto: Engel bringt das Gewünschte, wird auch der kommende Führer nur offenbaren, was offenkundig ist: die Mobhaftigkeit eines sinnlich zu großen Kollektivverhältnisses. (Lesen Sie Hannah Arendt, 1944)

Man darf verstehen, was mit der neuen Sinnlichkeit auch gesagt ist: Eine Gesellschaft, die mittels technischer Kommunikation die sinnliche Verlässlichkeit nicht mitzunehmen vermag und die moralische ohnehin nicht sichert, sondern geradezu ästhetisch bemittelt Verantwortungsabkopplung, Entsolidarisierung und Zynismus der kritischen Pflichtmoralvernunft "organisiert". Diese Unsinnlichkeit darf eben nicht (wie Luhmann es völlig unterschätzt) "soziales System" genannt werden, auch wenn es systemtheoretisch anders erscheint. Das Luhmannsche System der lernenden Selbstreferenz lernt nämlich "pseudo-pathologisch".

Was ist das nun noch? - pseudo-pathologisches Lernen? Ja, wenn das pathologische Lernen ein wirkliches Lernen infolge falschverstandener Fehler ist und damit erneute Fehlerhaftigkeit zeugt - wir müssen das vorstellen: Sie haben Hunger, weil Sie zu viel Zucker gegessen haben, für dessen Stoffwechsel ihre Verdauung durch Hunger nach Vitaminen ruft, Sie nun aber diesen Hunger mit Süßigkeiten "bekämpfen"; so wird der Hunger nicht besänftigt, die Verdauung nicht befördert, der Bauch immer unwohliger, also wie Bier gegen Nachdurst: Sie dehydrieren und werden immer durstiger, bis der Arzt kommt und ruft: Ich komme! - , ist das pseudo-pathologische Lernen der Neuen Sinnlichkeit ein qualitativer Sprung: Es ist nämlich ganz eigentlich ein richtiges Lernen. Man hat den Fehler - hier das gesellschaftliche Urteilen der alten Sinnlichkeit - verstanden, lernt auch daraus - verhält sich aber - wie beim pathologischen Lernen - trotzdem falsch, nämlich gefälscht. Man täuscht - aus seiner subjektiven Handlungsperspektive her (entweder egoistisch, altruistisch, irrtümlich, irrational, misslingend oder gleichgültig) - pathologisches Lernen vor. Das pseudo-pathologische Lernen ist immer in der Lage möglich, wo das soziale System nicht zureichend kontrollfähig ist.

Für diese "soziale Urteilsschwäche" gibt es viele verschiedene Gründe. Z. B. wo das Urteilssystem seine sinnliche Überschaubarkeit einbüßt - räumlich oder zeitlich - reichen die Kontrollinformationen entweder nicht oder die soziale Kontrollintervention ist wegen "Futtermangels" zu schwach. Damit spielen ganz verschiedene Kontrollschwächen mit, sodass die unmittelbare Leibkontrolle von Anwesenden (räumlich und / oder zeitlich und / oder hinsichtlich Ziellorientierung und Motivvarianz hinsichtlich Tausch- oder Gebrauchswert, z. B. Alfred Sohn-Rethel): eine zu große Urteilsentfernung aufweist, also weit entfernt ist, deshalb ausfällt oder misslingen muss. Unsere Alltagserfahrung im Urteilen zeitigt deshalb die Folge der Irrlaufskommunikation, der absichtlichen Irreführung, der Vorteilstäuschung, aber auch der Fehlurteile (weil - nach Schopenhauer - es die Doofheit ist, nicht so sehr die Bosheit). kann das handelnde Individuum durchaus mittels vernunftkritischem Urteilsvermögen, richtige Urteile treffen, kann sich aber - unter Umständen vorteilnehmend - unverbindlich anders verhalten als wahrhaftig, pflichtmoralisch oder neusinnlich eben - ohne sinnlich-sozial kontrolliert und gestoppt zu werden: Die sinnliche Nähe lässt zwar tragfähige Urteile zu, nicht jedoch die ad hoc Falsifizierung vorgetäuschter Haltung pseudo-pathologischen Lernens. Ich spare mir Beispiele. Jeder Leser kennt, wie er und wie mit ihm hinsichtlich technischer Kommunikation gespielt und umgesprungen wird: Briefe empfangen, Telefon, E-Mail-Empfang und jeweils, wie man selbst respondiert oder nicht. Hier gelten sprachliche Haltungsäußerungen wie nichtsprachliches Verhalten wie unbeabsichtigte Mimesis oder der gesamte Katalog des Unwillkürlichen und des selektiven Wahrnehmens und Nichtwahrnehmens u. a. Ist die Urteils- und Kommunikationsgruppe konsonant oder wirsch, ist die Umgebung aggressiv oder einschwingend, werden Lasten verteilt oder Preise, will man die Sacknaht lecken oder in die Eier beißen. Her mit die Kirsche, rief Emma. Das ist so kompliziert. Insbesondere, wenn man Kants Maxime folgt, die denkbar schlechteste Konstellation anzunehmen, wenn man wissen will, ob eine Orientierungsvorstellung sozial sicher ist und verlässlich, wie das schwächste Glied einer Kette, deren Haltbarkeit bestimmt. Bei Missbrauch helfen weder Instinkt, noch Pflichtmoral, sondern zunächst informelle sinnliche Kontrolle, aber immer der normative Rechtsstaat. Beim Rechtsstaat hat dann auch das Prinzip Toleranz statt Schuld seine Grenzen. Und Abwegungsdifferenzen rechtspflegerischer Natur müssen politisch vorentschieden und organisiert sein.

Glaube hier niemand, er oder sie sei das Indianerkind, das ausnahmsweise - back to zero - instinktsicher aus dem Bauch der Sinnlichkeit und der Eingebungen sich so durchsurfen könnte. Seien Sie nicht dumm - studieren Sie Richard Wagner - der hat auch der ganzen Welt erzählt, er sei das Seelchen. Wirklich war Wagner der vulgäre Rechner und Berechner vor dem Herrn. Der stank nach Machtrücksichtslosigkeit des Waffenträgers - das ist nicht die Macht des Eichbaums oder der Päonie im Mai.

Blätter für liberale Damen und Häresie - was soll das? - ist das ein THEMEN-Heft? wenn es um angeblich heute gültige THESEN Kants geht. Nun, bei Blättern für Damen handelt es sich um Feigenblätter der paradiesischen Sorte, zweihände-groß, keine Enthüllung ohne. Häresie soll daran erinnern, inwiefern Immanuel Kant ein Häretiker war - ein Aufrührer, Ketzer, Krittler, Nestbeschmutzer oder Gegen-den-Wind-Pinkler (aber Chazaren: Akad. Txt. Bd. VI. S. 108 Die Religion innerhalb... 1793) - und wie wertvoll? beispielsweise, wenn Kant die Freiheit zur Vermenschlichung der Natur nutzt, wahrt und fördert, aber wie? Das begreift, wer Kant über die Genieaffen liest (Akad.Txt Bd.VII. S.226 Anthropologie...), erinnert unmittelbar an den heute mit Moblegitimation, Macht, Ränken und Geldzahlungen determinierten Adorno-Salon.

Kant schrieb: Aber ein Schlag von ihnen, Geniemänner (besser Genieaffen) genannt, hat sich unter jenem Aushängeschilde mit eingedrängt, welcher die Sprache außerordentlich von der Natur begünstigter Köpfe führt, das mühsame Lernen und Forschen für stümperhaft erklärt und den Geist aller Wissenschaft mit einem Griffe gehascht zu haben, ihn aber in kleinen Gaben konzentriert und kraftvoll zu reichen vorgiebt. Dieser Schlag ist, wie der der Quacksalber und Marktschreier den Fortschritten in wissenschaftlicher und sittlicher Bildung sehr nachteilig, wenn er über Religion, Staatsverhältnisse und Moral gleich dem Eingeweihten oder Machthaber vom Weisheitssitze herab im entscheidenden Tone abspricht und so die Armseligkeit des Geistes zu verdecken weiß..." "So kann man den Anspruch, den die Vernunft an dasselbe macht, in die drei Fragen zusammenfassen, welche nach den drei Fakultäten desselben gestellt sind: Dabei stehen die oberen Fakultäten dem Staat zu dienen an:

Was will ich? (frägt der Verstand)
Worauf kommts an? (frägt die Urteilskraft)
Was kommt heraus? (frägt Helmut Kohl)

(a.a.O Anthropologie I. C. 58§)

Wer sich mit Genieaffen und speziell mit den stalinistisch ausgekochten falschen Propheten (Leo Loewenthal) der determinierten Adorno-Salonpersonnage anlegen will, wie es Dietmar in der Neuen Sinnlichkeit, Blätter für die Entdeckung falscher Propheten und Genieaffen seit 25 Jahren vornimmt, muss sich selbst gewissermaßen auf dieses bescholtene Niveau begeben. Er ist auf die Wachheit und Vernunft seiner Leser angewiesen oder - verraten - nach Kant: thöricht. Denn leicht hält man auch ihn für einen Genieaffen, würde zu halten sein, gehalten werden und dazu erklärt. Wie es Isaiah Berlin nannte: Freiheit: "Wer jemals die Freiheit um ihrer selbst willen schätzte, erkannte einen unveräußerlichen Wesenszug des Menschen darin, frei entscheiden zu können statt bevormundet zu werden". Da steht die Philosophie des Jasagens ständig auf dem Spiel.

Kommen wir endlich zur Sache:
Wer seine Ruhe haben will, überlässt die Geschicke den Schriftgelehrten. Wer die Schriften nicht kennt, muss glauben, was die Gewährspersonen behaupten. Wer weiß, wie wenig Vertrauen ohne Kontrollwissen erhofft werden darf, sollte hier weiterlesen. Denn es ist rare Arbeit, das Herrschaftswissen, die Sprache- und Verlautbarungsherrschaft sowie die Wissenschaften wahrzunehmen und darüber zu berichten - unabhängig und deshalb unter Einsatz seines Lebens.

Der Skandal ist öffentlich bekannt - und der heutige Alltagsmensch kann sich nur schwer anstrengen, wenn er ermessen wollte, welch un-gewöhnlicher, hellgeistiger und mutiger Immanuel - noch Untertan, aber Freiheit aufbegehrender Bürger - Mensch der nur 1 Meter und 19 kleine Magister der Philosophie Kant in Königsberg war. Der führte das Wort "zivil" ein. Das heißt, Kant prägte um solche Bedeutungen, wie Recht, Gesetz, Gesetzlichkeit, Rechtsstaat, Gleichheit vor dem Gesetz, freier Bürger, Privatperson, Trennung von Staat und Kirche, Glaubensfreiheit, Freiheit zur Kritik, zur Wissenschaft und zur Vernunft, Freiheit des Urteils und der Meinung, Recht zur bürgerlichen Selbstwerdung herum, einen Freiraum für das Öffentliche, Gemeinsinnhafte, Vernünftige, wie es den Vernunftsinn nie zuvor Kant gab und sowas auch nie zuvor je gemeint oder gedacht worden war. Kant, Untertan und als Lehrer Staatsdiener von Friedrich dem II. von Hohenzollern, dem Großen Fritz, dem Preussen in Potsdam, war die deutschsprachige Meinungs-Flanke zu Voltaire, jenem beachtlichen Pferdeflüsterer der französischen Aufklärung und Revolution sowie den französisch-kommunizierenden Adeligen. Unter Kant und Voltaire begab sich der alte Fritz - der genialen Hohenzollern-Dynastie angehörend, die den Deutschen blutige Revolutionen ersparten - seinem Großvater, dem Großen Kurfürst und seinem Vater, dem Soldatenkönig, folgend - freiwillig, vorbildlich, unter das Recht. König Fritz geht freiwillig unter das Recht. Unsere Agenda-Zwanzich-Zehn-Führer von heute, dagegen, halten es nicht mal für nötig, ihre permanenten Rechtsverletzungen und Sinnmissbräuche der rechtsstaatlichen Ordnung und Verfassung zu vertuschen oder etwa die Gesetze so zu ändern, dass aus dem praktizierten Unrecht geschriebenes Recht würde - nun, Würde würde ich hier besser nicht sagen. Nennen wir es Plapper-Eisenholz - oder mit Kant - es sind der Behauptungswille und gleichzeitig die geistige Leistungsschwäche und Kindischkeit der 68er Generation in Deutschland. Man nehme nur, was diese Generation an Führungsleistung vorführt, an Diskurshöhe und Abnützungsgenie, heute so zwischen Postmoderne und Neo-Retroklassik:

Sowas geht nur in der "Großen Koalition". Wir nannten es bereits vor 30 Jahren "Stamokap" - Staats-Monopolkapitalismus. Nur spielt die Geige inzwischen mit übernationaler Kapitalverankerung bei nationaler Sozialbindung der Verluste, na prima. Unnu komms du, würde Kuddl Schnööfs säggn: achtersinnige Gedankens und Meinungens von die sozeale Revolutschon und annere wichtige Sachens.

Der in den Blättern für Prof. Dr. Lord Ralf Dahrendorf höchstgelobte Soziologe Ralf Dahrendorf schrieb am 18. Feb. 2004 in der Süddeutschen Zeitung, Seite 2: Demokratie ist in Verbindung mit Rechtsstaat zu wünschen. Für die Zukunft des Irak ist beispielsweise die Rechtsstaatlichkeit bedeutender als Demokratie ohne Demokraten, wohl generell sei Rechtsstaat der Emanzipation dienlich, während Demokratie ... siehe Hitler - nicht mal funktional für Demokratie ist.

Meint Dahrendorf, was er schrieb? Was meint er denn? Warum ist der nicht hier in der FDP?

Soziologe Moews fügt der Information seiner gnädigen Leser an: Er arbeitet seit ca. zehn Jahren als täglicher Voll-Analyst der wixtischen Tages-Vollzeitungen zum Zwecke sogenannter Text-Sekundär-Analysen für sehr unterschiedliche Sozialforschungs-Fragen, insbesondere der Massenkommunikation. Es liegt auf der Hand, dass er den unterschiedlichen Verlagen hinsichtlich der Herausgeber- und Redaktionsleistungen - nicht zu sagen "Determinationen" - so manchen Hinweis und nützliche Verbesserungsvorschläge machen könnte - das gäbe "so manchen Elfmeter", nämlich zu Lage, Themenführung, Aufladungen, Reizhöhen, Koordination und Synchronisation (übrigens ist Springers DIE WELT derzeit das "wachste" überregionale Tagesblatt, nach professionellen Kriterien).

Immer gegenwärtige lebensfrohe Abonnenten auf eigene Lebenszeit, der eigenen Erben und der Neuen Sinnlichkeit, Blätter für moralische Vernunft, wie oft darf ich Sie fragen: Könnte der Sündenfall der Anfang der moralischen Vernunft sein, sofern der Mensch aus Schaden klug wird? Wollen Sie das tatsächlich davon abhängig machen, ob der Mensch aus Schaden klug wird? Wären nicht auch Blätter für den vom Sündenfall ausgehenden Anfang der moralischen Vernunft willkommen, wenn der Mensch nicht aus Schaden klug wird? Andererseits - Skandal -, falls die Berichterstattung über die mediale Rechtspflege-Bewirtschaft tödlicher Autofahrerinnen mit getötetem Kleinkind bei Durlach - wie so oft - nur hetzhalber so widersprüchlich und mager gehalten worden ist.

Liebe Leser, es kommt, d. h. noch dünner - und: Selberdenken - fragen Sie ruhig nach, mich schauerts selbst, es fröstelt der aufrechte Mensch angesichts des Kaisers neue Kleider. Hieß es nicht: wehret den Anfängen? Lehren aus der Vergangenheit ziehen? Hatte nicht Kant gegen Juden geschrieben? - Nein, Kant war auf der Höhe seiner Zeit auch Ethnologe - kennt aber keine Judenrasse, sondern, sieht Ursprünge des Judentums als Stammesgemeinschaft als "Palästiner", argumentiert differenzierend kritisch, politisch, kirchlich und religiös und auf das Nütztlichkeits-Gemeinschaftliche der Juden hin, wie es 2004 Juden tun (1.3.4 taz), aber nicht rassisch, nicht rassistisch, nicht "antisemitisch" hetzhalber. Kant kannte Königsberger Juden.

In Deutschland war und ist die Mehrzahl der Menschen allein auf Grund des Wohlstands-Kampfes und der gesellschafts-psychologischen Fixierungen ihrer Nachkriegs-Selbstbehauptung abgelenkt, um sich etwa darüber zu ärgern, wenn in einem jüdischen Blatt Europa-Landkarten (The New Yorker im Jubiläumsblatt) also Geographie-Karrikaturen dargestellt werden, auf denen die Bundesrepublik Deutschland gelöscht ist. Eine Diskussion über Freiheit oder Determinismus wird hierauf nicht zu stützen sein. Loben wir lieber diejenigen, die damals und heute anständig und pflichtmoralisch waren und noch sind: Walter Jens - hat nun peinlich-selbstischste Erklärungen abgegeben, heute.

Wie schon mehrmals bemerkt, vertritt Dietmar Moews die Auffassung, dass die Verschwörungsbegehrlichen für Verschwörung prinzipiell zu blöde und zu eigensüchtig sind. Es wird keine Rotweinrunden mit Adorno, Lea Rosh und Frank Schirrmacher geben, auch nicht mit Bubitsch - wie Silbermann ("we live in a free country") immer sagte: der Bubitsch - was will ein Immobilienhändler von einem Schriftsteller / Walser.

Es wird Zeit, dass die Historismus-Debatte von ihren Interessenten wissenschaftlich vernünftig (Kant/Paul Spiegel) geführt wird, damit tatsächlich gelernt werden kann. Von Ganzseitern über Habermas, mal mit Bubis, mal Heidi Klum, mal mit Kardinal Ratzinger, mal mit Richard von Weizsäcker, kann jetzt Abschied genommen werden. Derlei Nullrunden sind nur noch peinlicher Determinismus der FAZ. Sofern Leid gemindert werden kann, kann, mit Blick auf den Menschen und die Menschen und den möglichen Gemeinsinn, solch Determinismus einer wirksamen Vernunftkritik unterzogen werden. Was uns angeht. Kant und diejenigen deutschen Juden, die bis 1942 wesentlicher Bestandteil der Nazi-Volkswirtschaft waren, sind beachtlich. Wer Kants Judenkritik - den dogmatischen Unterwerfungsanspruch - heute unterschlägt, wird der Vorstellung des Semitismus als Anti-Rassismus nicht gerecht, ist aber vom Lernen aus Fehlern weit entfernt. Dies ist ein Skandalthema, wenn man es determiniert. Es geht den Juden, wie allen: das Prinzip Igel und Stachelschwein - Liebhaben oder Frieren und Stechen - Anpassen oder Streiten. Luthers Judenflüche werden von niemand geteilt. Daran kann nicht gezweifelt werden. Was kann Jesus für die judenfeindlichen Evangelisten? Was kann Luther für Matthäus? Was kann Kant für Luther? Was kann Silbermann für Paul Spiegel? - sachte, Mendelssohn-Werbung wäre nützlicher als Shoa-Abnützung.

Solange Habermas' Unsinn verbreitet wird, herrscht nicht Determinismus sondern Abnützung der Sprache als Lebensmittel bzw. es zerläppert sich im Jenachdemen. Habermas europapolitische Forderung, die Institutionen auszubauen, ist blind. Habermas Behauptung, Europa müsse mehr kommunizieren, widerlegt geradezu unmittelbar seine Unsinnshypothese der Kommunikationstheorie. Bekanntlich klappt - nach Habermas Theorie - nicht einmal das Bierholen der Lehrlinge (nachzulesen in Erkenntnis und Interesse). Und der Determinismus in Adornos Negativer Dialektik gibt nicht mal als kläffende Kantkritik irgend einen Ertrag. Es sei denn, der Test, ob die Intellektuellen Deutschlands durch Agenten, wie Adorno und seine Salonpersonnage, determinierbar seien, und darum immer noch nicht wegen Blödheit verschwindet. Die blöden Turbojournalisten scheinen es einfach nicht zu merken.

Determiniert - meint nun auch I-SPD-Wolf Singer-"bleib'-bei-deinen-Leisten" (ein Naturwissenschaftler der oberen Fakultät Medizin) - seien Kants Freiheit, seine blinde Natur, aus Sicht des von seinen Geldgebern determinierten Adorno, der Kant bezichtigt: Freiheit als Chaos, Freiheit als Spontaneität und sonstige Klimpereien ohne weiteren Ertrag - nur Spesen, ohne Alltagsvernunft bei Adorno. Die Frankfurter Rundschau vom 20. Feb. 2004 zitiert die Stimmungslage der SPD-Anhänger: Nie wieder postmodern, sondern lieber an den alten Tugenden der Aufrichtigkeit laben - das ist der Retro-Trend. Anzuklagen ist nicht, dass die 26 Buchstaben täglich neu gemischt werden und wir Deutschen nicht aufgeklärt sind. Denn: Wer determiniert, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt? - sondern dass wir gottlos uns nicht um Vernunft bemühen, ist der Skandal.

46 Kant für eine dritte Kultur in der Welt der Empirie - mehr als 46 Fragen. 47 Kant für aktuelle Zukunftsthesen - hier im Heft, Kant für dich und mich. 48 Kants Lebenszeit reichte nicht, aus den Konsequenzen seines Denkens, Fragwürdigkeiten, Irrtümer und überholte Ideen seiner Vorstellungen zu läutern - was wir durch Kant heute besser wissen als Kant. 49 Kant für lebenslustige Schüler als Zeugen in der Geistesgeschichte - im Heft findet sich ein enormes Kabinett der Neuen Sinnlichkeit. 50 Kant für eine verschrobene Kant-Hegelpolitik der 68er Salonpersonnage - Kant denkt, ohne die Zwerge zu kennen, die heute auf seinen Schultern stehen - Die Kanzlerkandidaten Helmut Schmidt und -Kohl nannten Immanuel Kant im Bundestags-Wahlkampf 1981 als ihren Lieblingsphilosophen. Sachichmal Schröder: "in Investitionen investieren und nicht in Subventionen investieren. Pflicht? - So ist das nicht, Herr Prof. Dr. Kant.

Wo Kant eine freiwillige als vorteilhaft erkennbare Selbstverpflichtung zur mitmenschlichen Pflicht mutmaßte - er nennt diese Pflicht Moral - da ist auch schon das Problem. Der Alltagsmensch ist unfähig, von sich selbst abzusehen, den subjektiven Leib zurückzuweisen, stattdessen einen objektiven Geist des Gemeinsinns vorzuziehen. So sagt Plapperschröder dann: Ich sehe es als meine Pflicht an, vom Amt des Parteivorsitzes zurückzutreten. Er unterläuft diese Pflicht aber, indem er seine Worte nicht einlöst. Schröder versteht gar nicht, was Pflicht als praktischer Gemeinsinn - Kant sprach vom Geschmack einer Art von sensus communis - weil Schröder diesen Geschmacksnerv schon in seiner Zersetzungssprache offensichtlich nicht auf die sinnliche Wirklichkeit bezieht, sachichma, Schröder, hat so naturbraune Haare, dass man die garnich färben kann - tut nicht, was er sagt.

Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schrieb kürzlich in einem Leitartikel (FAZ v. 3.2.4) zum Thema Preußen / Deutschland: Es geht... nicht um die Frage, was wir uns aussuchen und unter neuem Namen ausstellen können. Es geht einzig um die Frage, wie wir mit unserem Erbe umgehen, um die Frage also, ob wir Geschichte umlügen, weil die Haushaltskassen, die oft selber ganz und gar geschichtslosen Bundesländer und unsere Bequemlichkeit es uns so eingeben. Preußen hat das nicht verdient, unsere Nachkommen aber auch nicht. Sonst beginnt eines Tages deutsche Geschichte mit dem "Wunder von Bern". Dies ist nun ganz im Sinne der Kant-Moral-Pflicht von Herrn Dr. Schirrmacher dargestellt und keinesfalls wie in Adorno-Habermas-Geklingel des eigenen Christian-Geyer-Turbo-Feuilletons.

Wie wenig die Frankfurter Allgemeine FAZ im Bild des gedachten Gegensatzes zwischen sinnvollem Geschichtssinn und Wunder von Bern bzw. dem Gemeinsinn sensus communis des Philosophen Immanuel Kant und der Theorie des kommunikativen Handelns des unsäglichen FAZ-Philosophems Jürgen Habermas, sich der Kritik der Kritik stellt, ist offenkundig. Die Vollzeitung bringt Alles, Links, Rechts, Oben, Unten, Dick, Doof - Hauptsache Umsatz und Marktmacht. Die FAZ verbreitet viel weiches Denken wie rechts-radikales (s. Schilys-SMS-Menschenjagd). Sie verbreitet pflichtverletzend Umlügen, rücksichtslose Geschichtsklitterung. Merke: Noch gibt es die Neue Sinnlichkeit; Blätter für Joachim Fests Nachfolger. Weil weder Kants sensus communis tragfähig ist, Gemeinsinn und Pflicht-Moral in einer General-Schlüsselstellung zu halten, so wenig, wie Habermas' lächerliche Theorie, die vollkommen ohne empirische Praxis - in Unterhose quasi - längst als idealisierende Nachhut und Machtbegehrlichkeit vor aller Augen steht:

Des FAZ-Herausgebers, Dr. Schirrmachers Frage nämlich, ob wir die Geschichte umlügen? Was ist das?

Die Neue Sinnlichkeit stellt heraus, wie dem großen sensus communis zu viel zugetraut wird und wie von den Menschen so viel Gemeinsinn im Alltagsleben nicht erwartet werden kann (schon überhaupt nicht im Sinne Habermas' Erkenntnis-und-Interesse-Theorie). Deshalb ist es verständlicher, wie es Freiherr Knigge schon sagt und wie Moews es sagt und wie es Schulte sagt: Aus der subjektiven Anschauungsnähe der Dingwelt heraus, orientiert sich der Mensch - hiermit kann ich rechnen. Die gleichzeitig wechselnden Balkanisierungs- und Globalisierungs-Orientierungs- und Sprachspiel-Szenerien geben der Neuen Sinnlichkeit Stoff bis zum Umfallen. Hierauf ist der Gemeinsinn gestützt. Außer dieser subjektiven Schmerzabwehr- und Materialnutz-Begehrlichkeit gibt es über die Leibperspektive der Neue Sinnlichkeit nicht viel mehr zu sagen. Die interessanten Erörterungen gehen sogleich dazu über, was unsere Vernunft, unsere Einsicht, unsere Kritik, unsere Stimulations-Szenerien usw. betrifft. All das, was bei Immanuel Kant als Vernunftkritik und Transzendental-Philosophie bezeichnet wird, macht neben der subjektiven Anschauungsorientierung der Sinnlichkeit, die Diskussion einer Neuen Sinnlichkeit aus: Erkenntnisgrenzen, Determination und Freiheit, Grenzen und Vermittelbarkeit zwischen subjektiver und objektivierter Anschauungs-Interpretation als lebendige Sozio-Kultur im Rechtsstaat.

Die Gedanken zur Relativierung von Sinnlichkeit werden entfaltet. THESEN Kants werten die ontologische Objektivität ab. Kant unterscheidet biologistischen Positivismus von der Betulichkeit einer spekulativ-magischen Unvernunft Kants "Leben" ist dynamisch eingerichtet. Ayurveda, Sloterdijk, Knigge, Schulte, Merleau-Ponty, Hannah Arendt, Armin Mohler, Vorländer, Hermann Schmitz, Schopenhauer, Nietzsche u. a. werden in Moews' Kantvorlesung, hier, auf die Neue Sinnlichkeit bezogen. Kant richtete Fragen und Themen auf alle Drei: Metaphysik, Moral und Religion - doch, wie Kant selbst zusammenfasste, interessierte ihn der Mensch - Anthropologie - kurz, Kant interessierte Philosophie. Und da hier eine Einführung für den intelligenten, lustigen, aber laienhaften Alltagsmensch versucht wird, sei noch Folgendes hinzugefügt.

Wir halten für zwei sehr unterschiedliche Philosophen-Typen: Der eine Typ betont Leid, Angst, Misslingen. Der andere Typ betont Zuversicht, Dankbarkeit und Demut. Karl Marx zum Beispiel vertritt den Leid-Ego-Typ - was nicht heißt, dass Marx selbst ein Leid-Typ war. Der Philosoph Günter Schulte hält, wie Marx, die Leid und Todesangst-Position. Dietmar Moews, Herausgeber der Blätter für Demut, hingegen, hält die Glückspilz-und Begabten-Perspektive. Kant gehört - dem Geschmacke Dietmar Moews' nach - diesem Glücks-Typus an. Kant begrüßte - in eigener Sicht - jeden Fortschritt, entfaltete eine reiche Kindheit und ein insgesamt geglücktes Leben - nämlich, klagte wenig und hätte vergleichsweise genug zu klagen gehabt. Kants Alltagsphilosophie war nämlich seine eigene Pflichtmoral-Teleologie. Volkstümlich gesagt, lautet Kants Philosophie, die er auch lebte:

Gutes Gewissen als sanftes Ruhekissen.

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen
. Kants Philosophie beschreibt Gott als ein gutes Instinkt-Genie - diese Göttlichkeit erdenkt Kant, in seinem Deus ex machina-Pflicht-Moral-Interaktions-Konzept für Jedermann, selbst zu machen. So einfach ist das. Nach Günter Schulte - dagegen - hatte Kant sein Rationalitätskonzept nur verfolgt, weil der Interesse an Freiheit und Unsterblichkeit hätte. So stellt es Schulte sich vor, weil Schulte mit Freud annimmt, der Mensch - also hier Kant - phantasiert als Ersatz oder Ausgleich oder Balancemittel (Schulte 1981, 200 Jahre Vernunftkritik), aufgrund seiner Triebverhältnisse: Hemmung, Verzicht, Erfüllung - kurz Tragik. Kant widerspricht einer solchen Interpretation aber sehr konkret explizit an vielen Textstellen. Sogar, wo er seiner eigenen Altersgebrechlichkeit entgegensieht. Und als er hinfällig ist, sagt er, der Februar ist der beste Monat (wenig Tage, wenig Leid). Kant - das ist einfach hervorragend gut und nicht angstschreiend: Ein Leben lang habe ich mich vor dem Tod gefürchtet und jetzt das - so hieß das bei Kant Valentin. Immanuel Karl erklärt geradezu - er war übrigens tatsächlich nicht 1,19 sondern über 1 Meter 50 groß -, dass nach seiner Vorstellung Endzeitverlängerung - also das älter werden - das Böse erheblich befördern würde - so für Kant älter werden, schlecht wäre.

Das angängige Heft Numero 47 geht also nicht den Fragen der Metaphysik und der Religion nach, sondern - wo im Sinne der neuen Sinnlichkeit Anknüpfung zu Kant liegt - bei dem philosophischen Alltagsprinzip fürs Soziale Urteilen: Wie man sich bettet, so liegt man - ein gutes Gewissen, ist ein sanftes Ruhekissen - oder wie es Sir Admiral Don Snyder sagte: I'll do my very best Mrs. Sophie. Sein Bestes ist nämlich auch für den Ungebildeten und Räsonnierunfähigen - je nachdem, wie weit seine Einsichten reichen - eine akzeptable Lebensregel. Nach diesem Modus kann man es ohne krank-machende Angst angehen lassen, demokratisch, verständlich, resilient, gerecht. Dazu sind Korporatismus und Neokorporatismus schon ziemlich abgeschmackte Hängematten - ein Lexikon des Kunstwesens aus dem Geist einer Neuen Sinnlichkeit braucht viel Zeit und Mitdenker.

Der hier herausgehoben zu ehrende Alphons Silbermann formulierte in seinem Katastrophenbuch - zu dem Anmutungen aus den Blättern für Anmutungen, insbesondere Heft 25, er - schrieb: Denn letztendlich geht es darum, das intensive Einzelleben mit dem extensiven sozialen und kulturellen Leben in Einklang zu bringen. Zu gestalten ist lediglich entsprechendes Antworten - das ist Silbermanns Poetologie der Neuen Sinnlichkeit a posteriori. Die von Schulte spricht vom realen Schmerz: dass mein Glück und meine Schmerzen in gewissem Sinn realer sind als alle materielle Wirklichkeit. Sehen Sie: Das ist auch Neues aus Dresden: Hochelite statt Hochwasser. Bitte abonnieren: Abonnement auf Lebenszeit für 500 Euro 0351 803 75 82.
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