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neue sinnlichkeit

KANT FRAGT:
Sind Unmündigkeit, Mutmangel, Ausweglosigkeit, Verstandesarmut, Führungsbedürftigkeit, Gewissenlosigkeit und Unvermögen selbstverschuldet? KANT FRAGT:
Was ist Aufklärung?
DIETMAR MOEWS'
LEXIKON DES KUNSTWESENS
DRITTE KULTUR



Dritte Kultur, D bezeichnet den Bedeutungsraum des historischen Begriffs Universalwissenschaft, bzw. die sprachliche Integration der auseinandergedrifteten Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften zu zwei Kulturen (Percy Snow, 1956). D soll dabei den Lernprozess bezeichnen, den Fachwissenschaften in der Welt der Empirie (Wirklichkeits- oder Realwissenschaften) hinsichtlich ihrer allgemeinverständlichen Mitteilsamkeit und der Neudefinition der Bedeutung unseres Lebens entfalten (Brockman 1996). Dabei lernen die Naturwissenschaftler verständlich zu sprechen und die Geisteswissenschaftler vereinigen sich in einer neuen Naturphilosophie, die sich auf das Wissen um die Wichtigkeit von Komplexität und Evolution gründet (Brockman 1998). D diskutiert Positivismus, Willensfreiheit und Determinismus auf einer neuen Stufe. Hirnforschung und IT-Telematik bilden in der D eine Philosophie des Geistes (philosophy of mind) als ein naturwissenschaftliches Produkt der mind machine (Schulte 2000). In der Neuen Sinnlichkeit wird eine offene lebensnahe Alltagsanschauung und poetische Orientierung für D als selbstbestimmtes (Autopoiesis/Luhmann 1986) "Simulationssystem" (Baudrillard) reklamiert. Wenn noch Leibniz oder Kant die gesamte Wissenshöhe ihrer Zeit, sowohl in der Naturwissenschaft wie in Metaphysik, Religion und Kritik, überblickten und selbst praktizierten, entwickeln sich mit dem Aufkommen der sogenannten Geisteswissenschaften bestimmte Domänen, die auf Spiritualismus, Esoterik, Negativität, Dialektik, selbsterfüllte Prophetien u. ä. bezogen, in Gegensatz zur Naturwissenschaft treten. Im Zeichen einer "Ganzheitlichkeit" wies bereits der Physiker Heisenberg in Richtung der D "dass sich in der Geschichte des menschlichen Denkens oft die fruchtbarsten Entwicklungen dort ergeben haben, wo zwei verschiedene Arten des Denkens sich getroffen haben (...) Wenn sie sich nur wirklich treffen, d.h. wenn sie wenigstens so weit zueinander in Beziehung treten, dass eine echte Wechselwirkung stattfindet, dann kann man hoffen, dass neue und interessante Entwicklungen folgen."





DIETMAR MOEWS'
LEXIKON DES KUNSTWESENS
EMPIRIE



Empirie, E (griech.) Erfahrung, auf Erfahrung beruhende Erkenntnis, aus der Erfahrung stammend (empirisch), im Unterschied zum einfachen Erlebnis. In der Erkenntnistheorie Gegensatz zu apriorisch (der Erfahrung vorhergehend, sie ermöglichend).Kant (Kr. d. r. V.) definiert den Begriff E für das einfache sinnliche Anschauungserlebnis der Dingwelt, in der Transzendentalphilosophie von als "kritisch" bezeichneten Vernunft-Wahrheit abgegrenzt. Heutige Empirische Wissenschaften (Tatsachen- oder Realwissenschaften) nennen E diejenige Verifizierungstechnik, mittels festgelegter Methoden- und Verfahrensschritte, aus der realerfassbaren Anschauungswelt erhobene (entnommene) Daten als empirische Befunde zu qualifizieren. Insofern ist E eine über die Daten gezogene (transzendentale) Reflexionstechnik, die der kantschen Anschauungs-Kritik entspricht. E liefert vernünftige Erfahrung im Unterschied zum Erlebnis.
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