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neue sinnlichkeit
Heiterkeit + Open Access
Schön, dass Sie da sind
Dietmar Moews, Gründer der freien universität dresden


Was soll ich tun? lautet unsere Lebensfrage, gemischt mit Ideologie und Realismus. Die Frage zielt nicht auf Staatsversagen. Sie betrifft jeden Einzelnen.

Das postmoderne Leben ist kompliziert. Wir verstehen zu wenig. Die meisten ziehen sich auf ihren Egotrip zurück. Das Problem der "kulturellen Kluft" - zwischen unserer postmodernen Lebensweise, den gesamtgesellschaftlichen Wandlungsprozessen und unserem Rückstand in Wissen, Verständnis und Kommunikation müsste jeder spüren. Die Soziologie hat die Aufgabe, diese Kluft zu überbrücken. Dies ist das politische Problem mit unserer Vernunft. Der Gründer der freien universität dresden hat ein umfängliches Interview gegeben, das für die Leser der Neuen Sinnlichkeit kurz zusammengefasst worden ist.


Schön, dass Sie das sind

Wir aggregieren radikalisierende Werthaltungs-Gruppen, die rechts orientiert sind, in Parteien oder als Nichtwähler in unserer heutigen Demokratie. Man fordert die rigorose Durchsetzung vermeintlich besseren Wissens oder gar die Abschaffung der Demokratie, als ordnungspolitische Ausnahmeregelung. Diese rechte Drohung - in allen Parteien und außerhalb - schwebt bereits deshalb so gefährlich über uns, weil sowohl diejenigen, die sich als "rechts" ansehen wie die, die sich als "links" oder "mitte" etikettieren, nach rechter Politik und Machtorganisation rufen. Diese Gruppen achten nicht die Vernunft, sondern sagen "Wahrheit gibt es doch sowieso nicht - Wahrheit ist hauptsächlich die Machtfrage".

Das ist, was uns die negative Dialektik der sogenannten Meisterdenker eingebrockt hat und noch täglich einbrockt. Was sie die "Dialektik der Aufklärung" nennen. Dass sich die Linken auch von der Aufklärung abgewendet haben, weil die Aufklärung uns - angeblich dialektisch - vernichte. Ich widerspreche diesen falschen Propheten - Adorno und seinem Abhub - und sage, dass uns die Antiaufklärung das Leben erschwert, den Weg einer vernünftigen Selbstbestimmung zu gehen.

Eigentlich - müssten wir danach schon tot sein. Eigentlich vergnügen wir uns - danach - kulturindustriell - durch Medien - zu Tode (Postman), als Aufstand der Masse, (Ortega y Gasset), Masse und Macht (Elias Canetti), Die Verachtung der Massen (Peter Sloterdijk) u. a. werden sowohl Masse und Massenkommunikation vollkommen verkannt und unwissenschaftlich zum Sündenbock erklärt. Statt Masse zum unterbewussten oder über-ichigen Gespenst zu verkaspern, sollten wir diesen sozialen Tatsachen - weniger genügsam - empirisch auf den Grund gehen. Denn auf diesem irrationalen Holzweg verbinden sich die Linken mit den Rechten zu einer postmodernen Gnosis. Alle wähnen sich im Besitz der persönlichen Offenbarung "Erkenne dich selbst": der Egotrip - als vulgär-marxistischer Sündenbock unseres Lebens.

Bitte verstehen Sie diese Kritik und meine hohe Bewertung deren Einfluss auf die gesamte Öffentlichkeit und Erfahrung. Ich blicke auf die kleine miteinander kämpfende Gruppe der intellektuellen und politischen Kulturträger (Peers). Sie stehen der überwiegenden Majorität der mehr oder weniger blinden oder passiven Konsumenten unserer geistesgeschichtlichen Auseinandersetzungen gegenüber, die ihnen nacheifern und die sie beeinflussen.

Mittels der Sprache und der medialen Themenführung und Durchsetzung haben sich die zwei - aus meiner Sicht anzuzeigenden - anthropologischen Irrtümer, Egotrip als Seinsschlüssel und, es gibt keine Wahrheit ins Zentrum dessen eingefärbt, was die Menschen für wahr halten. Dadurch verschwimmen sowohl der notwendige gesellschaftliche Zusammenhalt wie das Unterscheidungsvermögen hinsichtlich jeder persönlichen Verantwortung.

Lassen Sie mich positiv vorstellen, was es mit der Gründung der freien universität dresden, als private Initiative, auf sich hat. Wir stehen vor der allgemeinen Menschlichkeitsfrage, die unseren Kulturkampf kennzeichnet:

Was halten die Leute heute hinsichtlich der Kultur als Prozess für wahr? Was macht es den jungen Leuten so schwer, sich vernünftig zu bilden? Das muss aufgeschlossen werden. Zumindest die höher Begabten sollten am Adorno-Abhub vorbei kommen können. Unsere postmoderne Gnosis und das self-fulfilling-Pneuma haben eine lemming-artige Untergangsvorstellung hervorgerufen, der ich eine liberale Vernunftsorganisation entgegen setze.

Die freie universität dresden soll das Verstehen für die gesellschaftliche Diskussion und Bewusstseinsbildung fördern, damit eine grundlegende liberale Einsicht in einen moralisch-politischen Haltungswandel der deutschen Bevölkerung erzielt werden kann. Da die Politik der europäischen Partner tatsächlich national verläuft, münden zentral- oder föderal-europäische Erleichterungswerte bei Sündenbock und Verantwortungsentkopplung. Wir haben inzwischen eine über die veröffentlichte Sprache etablierte, gängige Heuchelei, die den Abfällen aus allen gesellschaftlichen Klassen - als Mob - dazu dienen, ihre moralischen Zweckmäßigkeitserwägungen auszuleben. Es ist die gute Gesellschaft, die mit der unmoralischen engstens verbunden ist. Wir notieren die wachsende Bewunderung der guten Gesellschaft für die Unterwelt. Es heisst falsch: Das System ist schuld - ich sage, das Eigene und das Andere, selberpissen ist wissen.

Das Publizieren in der Wissenschaft geschieht nicht "freiwillig", sondern es ist "notwendiger" Bestandteil jeder Wissenschaft.

Vorteile der Publikation bei der freien universität dresden - im Internet - unter <www.freie-universitaet-dresden.com>:
  • die <freie-universitaet-dresden.com> bietet ideell ungehinderten Zugang für wissenschaftliche Publikationen, zum freien geistigen Austausch mit der interessierten Fach- und Laienwelt: "Open Access" weltweit
  • im Rahmen der Technik weltweite Reichweite für verstreute Quellen und dezentrale Forschungsstandorte (ggb. mehrsprachig)
  • Erleichterung der Recherche und Beschaffung von Informationen und Bibliographien und bessere Standards der globalen Integration und des wissenschaftlichen Vergleichs
  • frei zugänglich, preisgünstig online
  • die <freie-universitaet-dresden.com> erhebt keine Zugangskosten
  • keine Abonnementskosten der Zeitschriften
  • größtmögliche Transparenz für die Qualitätskontrolle
  • interaktive Begutachtung durch Fachleute und sonstige Interessenten
  • maximales Qualitätsprofil der Kommentare, Korrekturen und Ergänzungen
  • verbesserte und beschleunigte Qualitätssicherung und Evaluation
  • gesteigerte Zitation und damit Endzeitverkürzung der Rezeption und Wirkung
  • Schlampereien, Zitierschwächen oder geistiger Diebstahl werden mit höherer Wahrscheinlichkeit aufgedeckt
  • Die ästhetische Aufbietung der Online-Publikationen werden in Echtzeit internationalen Praktiken integriert
  • Mehrsprachigkeit wird erschwinglich
  • die <freie-universitaet-dresden.com> beansprucht kein Copyright zu Weiterverwertungszwecken. D.h. der Urheber behält sein Recht
  • die <freie-universitaet-dresden.com> bietet begenzte Manuskriptberatung und Lektorat
  • das Online-Publikations-Medium hat den Seiteneffekt als Börse für Wissenschaftsverwertung und Erwerbsarbeit
  • die faszinierende neue Online-Publikationswelt steht am Anfang, eine eigene, spezifische Nutzerkultur und Publikations-Sozio-Kultur auszuprägen
  • die Nutzerkultur des weltweiten elektronischen Echtzeitnetzes mit unvorstellbar großen Potentialen zur sowohl qualitativen wie - natürlich - quantitativen Datenverarbeitung, steigert den Zugriff, erleichtert den Zugang, spart unermessliche Kosten und ergibt Planungsgrundlagen dafür, jegliche Organisation zu optimieren, dass die Ergebnisse den Lebensbedürfnissen entsprechen können und nicht, umgekehrt, dass die Organisation die Organisationsziele umformt oder ihre Verwirklichung verhindert.
  • am methodologischen Horizont erscheinen neue Forschungsansätze
  • es werden Vergleichsforschungen, insbesondere die Dokumentation von Experimenten und Versuchsaufbauten von bis dahin nicht zu bewältigendem Umfang möglich
Nachteile des heutigen konventionellen Publikationswesens:
  • damit werden kostspielige Wissenschafts-Zeitschriften sowie deren überholte kaufmännische und verlegerische Konzeptionen hinfällig
  • hinsichtlich Rechtehandel, Zugangspolitik und Verlagsstandards, werden konventionelle Publikationsmonopole aus der funktionalen Schlüsselstellung befreit. Der Zugang ist beschränkt
  • die Dominanz englischsprachiger us-amerikanischer Angebote in der globalen Rezeption
  • die Abonnements der Zeitschriften sind zu teuer, deren Rabattpolitik ließ kleine Zeitschriften nicht hochkommen
  • Auswahl und Begutachtungen, resp. untransparente Zugangsbeschränkungen machten das Publikationswesen zu einem wissenschaftsfremden Machtfaktor der Forschungsbemittelung
  • der deutschsprachige Wissenschaftsmarkt war in der Auflage wie in der sprachlichen Reichweite zu schwach
Wie man es auch dreht. Am Anfang steht der Einfall. Der Impuls, dynamisch etwas herauszubringen, kommt ohne Einfall nicht.

Ausblick für das Online-Publizieren

Ins gesellschaftliche Interesse tritt eine wissenschaftliche Arbeit, mit der Publikation des Anliegens und mit der wissenschaftlichen Diskussion und Bewertung.

Hier müssen wir den Einfall als Ursprung jeder Wissenschaft von der Folge ihrer Publikation trennen, von Folgeeinfällen, wie Organisation von Wissenschaft, Verwertung von Wissenschaft, Relevanz von Themen, von Werten und Medien der Wissenschaft, von Kommunikation und so weiter.

Der hier angängige Einfall der Online-Publikation setzt am Ursprung der Wissenschaft an. Er bezieht sich auf die Krise des konventionellen Publikationswesens. Es entstehen aber durch die weltweite Echtzeit-Vernetzung teils erweiterte, teils zusätzliche Nutzungen zur Frage, wie bekommt der Wissenschaftler die benötigten Publikationen, die Diskussion und die Kritik? Die gesamte Wissenschaft ist hierauf angewiesen, zur Vertiefung der Wissenschaft. Ferner ist die Gültigkeit und Brauchbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, praktisch wie formal - nach traditioneller Definition - allein durch die Kelter der Gelehrtenrepublik zu erreichen. Durch den Einsatz von elektrischer Computertechnik und weltweiter Vernetzung - auch Telematik und IT genannt -, wird der totale Wissenschaftsprozess belebt, und Sehnsucht, Lust und Nutzen werden von den Bleitropfen der konventionellen Organisation des Publizierens befreit.

Hinblicklich der heutigen Publikation auf dem Fachzeitschriften-Markt, hat die Organisation der Wissenschaft mittlerweile einen entmutigenden und zersetzenden Zustand für die Wissenschaftler erreicht. Entsprechend unhaltbar ist die Verlags- und Rechtewirtschaft gestellt. Ein Schwarze-Peter-Spiel wäre gänzlich unangemessen. Dabei bedingen der heutige Stoffdrang und die Beschleunigung unkoordinierte entwicklungssoziologische Klüfte und Fehlstellen, die im konventionellen Publikationswesen weder global noch durch den Typus des findigen Daniel Düsentrieb ausgeglichen werden können.

Produzenten und die Wissenschaftsverlage, sowie sonstige Verwerter der Wissenschaft, lähmen sich insgesamt gegenseitig. Insbesondere hat die Mittlerstellung der Wissenschaftsverlage, Wissenschaftler und Verwerter der Forschungsergebnisse zusammen zu bringen, inzwischen eine Abkopplungsfunktion, in der praxisferne Wissenschaftsfunktionäre die Steuerungs- und Kontroll-Rollen ausüben. Entsprechend wenig Erleuchtung erhofft sich die Nichtwissenschaftsgesellschaft von der Wissenschaft.

Kurz, der Wissenschaftsbetrieb mutet an, wie jeder andere Betrieb im Zustand zwischen Turboorganisation, Neokorporatismus und funktionalem Dilettantismus. Es ist die Anmutung von instiutionalisiertem Betrieb, der sich längst selbst und seinen Funktionären dient, als der eigentlichen Wertverwirklichung seiner Zweck- und Zielsetzung. Die Lage der Wissenschaft im Fremdbild, aus Blickrichtung der Gesellschaft, erhellt weniger, als sie blendet - statt zu erleuchten.

Weil Wissenschaft wichtig ist, sagt nicht nur der Schriftgelehrte Peter Sloterdijk Blasen, sondern auch der Kanzler sagt Blasen. Der Kanzler sagt: Blasen, Forschung, Jugend, Zukunft, Nano, Bio, Info. Hinun, wer Unverlässliches publiziert, zersetzt das Interesse für sein Angebot und begibt sich ins Abseits.

Der Wissenschaftler, der seine Arbeit publizieren muss, aber heute an der Organisation z. B. finanziell scheitert, erhält zukünftig durch das Online-Publikationswesen der freien universität dresden eine partnerschaftliche Möglichkeit geboten. Dabei sind der hohe Standard an Verlässlichkeit, Fairness und privatem Voluntarismus (s. Satzung) die Chance. Es wird eine neuartige Internet-Nutzer-Kultur ausgebildet. Die Möglichkeiten sind erweitert und weiterreichend, selbst zu bestimmen, aber auch rechtlich wie kaufmännisch selbst zu haften und selbst zu verwerten.

Die freie universität dresden bietet hinsichtlich der Textgestaltung notwendige Beratung, Redaktion und Standards an. Maßgeblich ist einerseits die konventionelle Publikations-Kultur. Andererseits werden die Publikations- und Rezeptionsentsprechungen zu dem Grundsatz der Massenkonsumtion von Texten überhaupt maßgeblich: Der Zuschnitt von Texten muss so gestaltet sein, dass er dem Bedarf an Texten als Lebensmittel entspricht. Ferner werden die neuen Publikationen im Netz Nachteile der konventionellen Organsiation durch Fachzeitschriften und Wissenschaftsverlage zu vermeiden suchen sowie Vorteile des weltweiten Echtzeit-Netzes zu finden und miteinander auszukultivieren. Wir stehen - zeitgleich mit zahlreichen anderen Institutionen der heutigen Wissenschaft, Forschung und Lehre - am Beginn einer neuen Kultur.
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