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neue sinnlichkeit
Zum Geleit



NS 45, Ende von Verhängnissen, Fortsetzung von Menschlichkeit versus Wurstigkeit, Neubeginn einer Menschlichkeit. Liebe Leserin, diese Neue Sinnlichkeit bringt Ihnen Neues, so exklusiv, dass es anderswo nicht zu haben ist. Gründung einer Meisterdenker-Universität in Dresden, Aushandlung zum Kastrattentum mit der Hannoverschen Allgemeinen und Angebote zur geistigen Anknüpfung. Als menschlich gilt in diesen neuen Blättern für Vorstellungsorientierung: das Prinzip Vorstellungsorientierung, - und nicht das Prinzip Hoffnung - und keinesfalls das Prinzip Enttäuschung.

Tuchholzky - der in der Neuen Sinnlichkeit auch wegen Selbstmordes nicht hervorzuhebende - ging von der Einheitlichkeit des Materials aus, wie immer es sich auch wandeln möge. Hingegen die 100 mal einjährigen Willküristen des deutschen Kultur- und Feuilleton-Mobs bestreiten diese Wirklichkeit (täglich bei ARD und ZDF, arte und 3Sat, in FAZ, SZ, NZZ, TAZ, WELT, Neue Deister Zeitung u.a.) Diese Nachkriegsumerzieher (Alex Demirovic: Der nonkonformistische Intellektuelle - Die Entwicklung der Kritischen Theorie zur Frankfurter Schule und Krankheit; Suhrkamp) bestreiten positiv begründbare Menschlichkeit; sie geben vor, zu glauben, Wahrheit sei Willkür, ungeachtet positiven Materials; sie zitieren dumpfbackige Adornos, ohne den Abhub des Abhubs zu verstehen. Das wird hier reklamiert, bis allgemeine Besserung hinsteht, dass: Zersetzung des gesellschaftlichen Zusammenhalts böse, Entmutigung der fürs Gelingen notwendigen Begabteren grausam und Pflichtverletzung selbstgemacht sind. Zitiert wird die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bedeutende deutsch-sprachige Kauf-Vollzeitung, Thema: Feuilleton-Adorno-Jubel, Gegenstand: Kultursoldat Werner Hofmann, ehem. Leiter der Kunsthalle Hamburg, hat ein Kunstmanifest, das sagt: Die Kunstgeschichte, - die bildnerische Situation der Zeit - zeige ein Programm der Wirklichkeitsauflösung. Überholt, der Versuch die Gegenwartskunst vom Wirklichkeitsbegriff her zu analysieren, die Kunst erzeuge selbst neue Wirklichkeit, das Wirkliche sei nicht mehr wert als seine Erscheinung (angebliche Zeugen dieser "neuen Wirklichkeit": Edmund Husserl, Paul Valéry) (FAZ, Mittwoch, 6. August 2003, Nr. 180/Seite N3/Geisteswissenschaften, Henning Ritter: Der Beständige - Ein Kunstmanifest von 1953). Ritters FAZ-Quatschartikel schließt - ohne Dietmar Moews namentlich zu zitieren: Was ihren Wirklichkeitsbezug angeht, so sind die Künste ... weitgehend zu einer geistreichen Illustration der vielfältig veränderten und aufgelösten medialen Wirklichkeit geworden. Vielleicht wird ein Fünfundzwanzigjähriger heute fordern, die Kunst solle die handfeste Wirklichkeit wiederentdecken.

Was versülzen solch schopenhauersche Kastratten die Kunst, von der sie doch leben? Die Kunst ist die Kunst, nicht Illustration, nicht ihre Rezeption. Die Kunst, die Wirklichkeit der Kunst, die Wirklichkeit ihrer Erscheinung - was hätte jemand davon, diese begrifflich zu trennen? außer er will Kunst, Wirklichkeit der Kunst und ihre Erscheinung negieren? Das sind Genies der Kunst im Nichts statt im Leben. Insofern spannt die Würze der Kürze einen Bogen, dass junge Autoren angesprochen werden.
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