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neue sinnlichkeit
Erfolgskinder



eröffnen stets die liberalen Blätter für Kunst und Kultur, leicht wirr und großstädtisch. Schlechte Eltern? - Dagegen hilft Eltizit. Bei Carl-Friedrich von Weizsäcker steht über Liberalismus: für den Mensch als erotische Attrappe des Plausibilisierungstriebs und der Religion.

Hast noch nicht genug gelebt? Warst noch nicht genug glücklich? Hesch jetz gli einisch gnue dichtelet, lieber Leser? (R. Walser)

Liebe ist Aufmerksamkeit. Mit Aufmerksamkeit überschütten, ist starke Liebe. Vorgetäuschte oder unechte Aufmerksamkeit sind doch echte Liebe. Wer Liebe bekommt, ist glücklich dran. Festhalten lässt sich sowas aber nicht. Erhalten oder verlängern lässt sich Liebe lediglich in der Grundform des Aufmerksamkeit Zeigens. Wer Liebe will, hat den Aufwand, Fäden spinnen, ein Netz weben, Geduld. Bedenklicher Weise heißt es: Sein Glück schmieden, nicht: Sein Glück florettfechten, Glück spinnen, weben, abwarten - es heisst schmieden. Welche Aussicht auf sein Glück hat, wer nicht schmieden kann oder nicht mag?

Blätter für die lebendig Geschundenen, die mehr als andere wissen, was Anstand unter Belastung bedeutet. Wer eine liberale Universität gründet, hat noch viele andere Angelegenheiten, über die er gerne mitteilte, z. B. vielfarbige Sprachspiele und Wahrheitsbeglückungen aufblitzen. Geliebt werden - dagegen - ist angenehm, doch unverlässlich.

Im Gedächtnis rasen Beispiele: Wer meint was und denkt und nicht sagt und nicht fragt: Der begehrliche Schröder führt die Deutschen auf die Straße, so las der Leser, und, dass Bush jr. mit Irakunfug und Staatsverschuldung ganz demokratisch beseitigt werden wird - alle us-militärischen Dummheiten, die Rumsfeld inzwischen selbst schriftlich resümiert hat (M. Rüb in FAZ v. 24.10.3). Das hatten wir bis ins Detail vorhergesagt. Mehr davon wird dieses liberale 45 nicht aufbieten. Beim Wort Adorno denkt der liebe liberale Leser: Als der deutsche Jude Alphons Silbermann illegal durch Europa - Holland, Paris, Spanien - vor den Nazis und den europäischen Judenjägern floh - 1933-1936 - endlich nach Australien einreiste, (was schrieben sich die Protestanten, der Schweizer Theologieprofessor Karl Barth und der Berliner Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, schon 1933 in Briefen) stellte der deutsche Antisemit Adorno - 1937 - einen schriftlichen Aufnahmeantrag zu seiner persönlichen Mitgliedschaft in die hitlersche Reichsschriftkammer. Der Adorno - zum Verfolgsjuden gehäutet - wird heute den Deutschen als Geist- und Moralgespenst vorgehalten. Es ist ein Mob, wer uns den Heuchler zum Meister aus Deutschland erhöht. Man hatte einen persönlichen Eid - von Verfassungsrang - auf den Führer Hitler geleistet. Was Sozialdemokraten damals an Verfolgung einstecken mussten - das ist dem heutigen sozialdemokratischen Mob piepe - schnurzpiepe. Seine einzelnen Prachtexemplare möchten ganz doll lieb gehabt werden, um dich und mich im nächsten Moment um einen Pfifferling oder einen eitlen Stich achselzuckend zu kippen.

Die Ideologie der Empirik zu Stimmbegabung und zu Mal- und Gestaltungsbegabung sieht das so: Hätte der liebe Gott gewollt, dass Dietmar Moews Bundeskanzler wird, hätte er ihm eine Stimme, wie von Schauspieler Ben Becker oder dem Engel über Berlin - Otto Sander - gegeben. Seine Stimme ist aber eher Durchschnitt, mehr für Lautstärke und Durchdringlichkeit von Rockmusik geeignet, als für anheimelnde Sonorität. - Halten Sie denn einen Formel 1-Fahrer für selbst geschunden? oder für unanständig unter Belastung? - Ist die Stimme angenehm, nimmt man auch unliebsame Inhalte und komplizierte Mitteilungen hin und gewährt dem Politiker Redezeit. Verfügen doch die meisten gewählten Politiker über einen angenehmeren Stimmklang als ihre lokalen Mitbewerber - zwar nicht unbedingt über bessere Argumente -, aber meist nicht über so gewinnende Stimmen, dass man ihnen mehr als nur affirmative Geräusche abnimmt. Könnte man sagen: Hätten mehr Politiker gute Stimmen, Stimmbildung und Rhetoriktalente, würde weniger leeres Gequatsche eingebürgert. Hingegen die Belastbarkeit der Zuhörer ist durch Sachargumente kaum zu steigern, eher durch gute Stimmen. Folgt aus mittelmäßigen Stimmen gute Malerei und Urteilskraft für politische Reden statt für meisterliche Kunst. Nein - so vielleicht nicht, aber das liberale Gute öffnet die Augen und die Herzen für die Kunst und in der Folge vielleicht für die politischen Ideen der Maler - jedenfalls empirisch verhält sich das tendenziell so und bei doofen Künstlern, umgekehrt.

In den Medien wird der Maler Sigmar Polke als der erfolgreichste, wichtigste und was nicht alles Maler der Gegenwart - jetzt auch in Modern Tate Power Station, London - gefeiert. Das weist darauf, dass die Stunde des Malers Dietmar Moews naht. Denn, wo man Polke mühsam hingepreist, hat Moews doch eindeutig die noch besseren Bilder gemalt. Sammlern und Spekulanten seis heiter zugeblinzelt.

Fröhlichkeit ist niemals lächerlich. Das ist so Ernst, wie Alphons Silbermanns: Fröhlichkeit ist niemals lächerlich angesichts des Todes.

Neue Sinnlichkeit 45, Blätter für Kunst und Kultur, mit wechselnden Untertiteln, gibt es im Abonnement auf Lebenszeit für nur 500 EURO. Wir jubilieren überschwänglich. Wer sonst noch hätte das gedacht, erleben zu dürfen, dass die adorno-kranke rechte Salonpersonnage folgenden Satz ins schirmacher-habermas-arschkriecherische Kauf-Vollzeitungs-Feuilleton bringt: Vielleicht wird ein Fünfundzwanzigjähriger heute fordern, die Kunst solle die handfeste Wirklichkeit wiederentdecken. (Henning Ritter in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Aug. 2003, Nr. 180 Seite N3 zu: Ein Kunstmanifest von 1953 - Der Beständige)

Das lässt sich abrunden: Friedrich Schiller, schließlich Prof. Dr. Friedrich von Schiller, in Jena und Weimar, Kollege von Geheimrat Dr. Johann Wolfgang von Göthe und von dem heutigen Künstlergelehrten und Gründer der freien universität dresden, Dietmar Moews, wies sich als der Metaphysik abholder Empiriker aus. Schiller, ganz auf der Seite des Sex und nicht der Gender-Karrieristen, meinte: Es ist hohe Zeit, dass ich für eine Weile die philosophische Bude schließe. das Herz schmachtet nach einem betastlichen Objekt.

Zeugnisse, wie diese, rufen nach der Neuen Sinnlichkeit - für eine Weile, wie eine Lebenszeit es ist - ohne dass Blätter für Schnäppchendeutsche nach Moral und Verdämonisierung wie Verdummbattelung des liberalen US-Amerikas es auch nur im Ansatz schaffen könnten, mehr als fröhliches Dauern vorzuleben. Weder US-Amerika insgesamt noch die wesentliche Bevölkerung dort sind bescheuerter als andere anderswo. Im Gegenteil, gesellschaftliche Intelligenz und Lebensfähigkeit überwiegen in den USA. Vielleicht ist der US-Staatenbund insgesamt zu groß, um sozio-kulturell und geistig die gesamte Welt erfolgreich umarmen zu können und im Detail Maß und Maßstab immer wunschgemäß zu treffen. Wer aber diesem Problem gerecht werden will, muß sich mit den jeweils zum Zuge kommenden Selbstbildern der USA einlassen, nicht so sehr mit den Verletzungen und Bedrohungen der eigenen Bilder davon. Schiller und Henning Ritter kennt man in USA so wenig wie Adorno und den Adorno-Mob. Zumindest tut der Blick eines empirischen Soziologen gut.

Das Thema Sex, des körperlichen Geschlechts und der Empfindungen dazu, interessiert aus der mitmenschlichen Sicht sehr - weniger das englische gender, das sich dem grammatischen Geschlecht und den sprachlichen Rechthabereien widmet. Gender fragt wenig nach Aufmerksamkeit, Liebe, Treue, Zärtlichkeit, Geilheit, Treue, Väterlichkeit oder gar Ritterlichkeit, Sondern bei Gender gehts um Proporzzank infolge primärer Geschlechtsunterschiede - prick versus minx.

Max Webers Gedanken weisen auch ins Zentrum unserer angängigen Zeitgeistschwächen, ausgedrückt in Abwegen, wie Sex / Gender-Missverständnisse es ausdrücken. Weber schreibt in Wissenschaft als Beruf über die Bedeutung der objektiven Wissenschaft selbst für diejenigen, die mehr für Offenbarung und Wunder halten und wenig von Syllogismus und Physik. Weber hebt dabei die Wissenschaft in den Rang der Sittlichkeit als Menschlichkeitspflege: Wenn jemand ein brauchbarer Lehrer ist, dann ist es seine erste Aufgabe, seine Schüler unbequeme Tatsachen anerkennen zu lehren, solche, meine ich, die für seine Parteimeinung unbequem sind; und es gibt für jede Parteimeinung - z. B. auch für die meinige - solche äußerst unbequeme Tatsachen. Ich glaube, wenn der akademische Lehrer seine Zuhörer nötigt, sich daran zu gewöhnen, dass er dann mehr als eine nur intellektuelle Leistung vollbringt, ich würde so unbescheiden sein, sogar den Ausdruck "sittliche Leistung" darauf anzuwenden, wenn das auch vielleicht etwas zu pathetisch für eine so schlichte Selbstverständlichkeit klingen mag." Hinreichend Grund, eine Universität zu initiieren.

Aus Sicht der Neuen Sinnlichkeit sind zum Thema Sex / Gender individuelle sozial-psycho-logische Perspektiven der gegenseitigen Sensibilität und Rücksichten sowie Silbermanns Goldene Regel, des Verhältnisses von Majorität und Minorität angemessener als beispielsweise die Errichtung von Gleichstellungsbehörden oder Schutzzäunen und Mauern in Israel und Ost-Berlin. (Geschichtliche Umstände ersetzen das freie Spiel der Goldenen Regel oft durch strengeres ordnungspolitisches Regiment). Der gegenwartsdeutsche Alltagstest rechtsstaatlichen Minderheitenschutzes jedenfalls ruft uns zur Teilnahme: Was geschieht, geht mich an: Schönfelder (die schwergewichtige Deutsche Gesetze-Sammlung) behindert unterm Arm so viel, wie wenig zwischen den Schenkeln damit zu verhüten ist. Sagen wir: Der Schenkel oder die Sittenpolizei? - schaut man genau hin, lösen wir das Problem der Unterschiede, Gegensätze, Konflikte so nicht. Lösen wir es aber nicht, sind wir dadurch Teil des Problems. Es werden also Zweifel an der sexuellen Entspannung durch Frauenklonen hier betont, in diesen Blättern für Zweifel an der sexuellen Entspannung durch Frauenklonen und Genderforschung.

Hierzu wird die forschungs-politische Forderung an den korporatistischen Staat der Schnäppchendeutschen hergeleitet: Zur Erhaltung des Genderforschungs-Beamtinnentums an unseren Staatsuniversitäten - Keine Forschungsevaluation und Keine weitere Kritik an diesem Hort der Emanzipation. Allerdings, wir machen uns etwas vor und zum Teil des Problems, das wir so weder lockern noch lösen: Noch immer träumen die Gender-Amazonen im Quadrat, noch die unglücklichsten weiblichen Glücksbaustellen möchten gerne Favoritin sein, selbst um den Preis des maulheldenhaften Haremsgerede der Drohne.

Ob die Fetten tatsächlich so fett wären wie sie fett sind, wenn es mehr entsprechend fette Pferde zu sehen gäbe? Man stelle sich wirklich viele sehr fette Pferde vor -. Kennt man doch nur schlanke. Fette Pferde sieht man kaum, höchstens im Nil, schwimmen. Aber EU-Forschungsgeld für ein genderforschendes Hippopotamus, mal so als Feldversuch? wie Schröder sagte: Ich bin hier vor Ort, in Grimma, ich erinnere mich noch an Ihre Verzweifelung. der Verzweifelten beim Elbehochwasser vor einem Jahr. Ein Aufenthalt in Guantanamo (Numero 44) lautete der Tip. Schröder soll von seiner theatralischen Sendung abstand nehmen und seinen Pflichten nachzukommen suchen, zu unterscheiden, zwischen Verlautbarungen und Verbindlichkeit. Plapper-Schröder ist mit seinem Sprachspiel der ungültigen Verlautbarungen wesentlich verantwortlich dafür, dass der öffentlichen Sprache verstärkt Gift der zersetzenden Unaufmerksamkeit eingemischt worden ist. Sein Rücktritt ist überfällig. Doch keine Angst. Niemand erwartet von ihm Bücher oder Vorträge (seine Lieblingsversprecher Progrom statt Pogrom und Romaniprodi, auch keinen Steuersong). Schröder darf sich so oft mit Thomas Gottschalk und George W. Bush treffen, wie er lustig sein wird. Die Sprache ist Lebens-mittel der Gesellschaft im Staate.

Lediglich beim Gedanken an Frau Waluew kommt uns die Frage, ob sie das Pferd so verehrt, wie der Hitler den Hund. Oder wie sie mit dem 2,17 Meter großen russischen Schwergewichts-Preisboxer Nikolai Waluew (Valujev) in der Diskussion über Sex und Gender umgeht? Ist so ein Umgang überhaupt möglich, bei dem heute so weit verbreiteten Müßiggang im Unglück? - bei der Nase?

Inzwischen liegt Thomas Schmidt-Kowalskis neues Cellokonzert op. 84 als Aufnahme vom SWR Orchester Kaiserslautern auf CD vor. Verdienstvoll geleitet von Manfred Neumann, gespielt von dem inspirierten Cellisten Nikolai Schneider. Und der SPIEGEL, in Form des Herrn Dr. Johannes Saltzwedel, hat es nicht verstanden, darüber die SPIEGEL-Leserinnen und -Leser zu informieren. Neue Sinnlichkeit 44 brachte auf der Seite 63 das musikverurteilende Schreiben des ästhetisch nicht überzeugten rückständigen Briefschreibers und SPIEGEL-Redakteurs Dr. Johannes Saltzwedel an den Komponisten Thomas Schmidt-Kowalski in Oldenburg, vom 11. April 2003. Es fällt uns schwer, Herrn Saltzwedel uns anders vorzustellen, als einen pausbäckigen Gnubbel. Gnubbel rubbelt SPIEGEL-Texte, ist selbst immer ganz erstaunt, was dabei herausgerubbelt wird, wie hier, also da, wo es heißt: diese musikalische Entwicklung des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts ignoriert, sein und damit des SPIEGELs Ignorieren aber für keinen sinnvollen Weg hält. Dagegen erhält das Publikum von Thomas Schmidt-Kowalski, unserem Ausnahme-Musiker, zum sinnlichen Beweis zusätzlich eine der legendären Genieeinspielungen des Klavierquartetts in h-moll op. 7 vom 6. 7. 1980, mit Michael Gees, Klavier, Susanne Herrmann, Violine, Carsten Dehning, Cello und Christine Kaulbach, Bratsche, Uraufführung in Frisoyte. Die Musik spielt ganz eindeutig nicht im SPIEGEL. Bei Mick Jagger hieß das nicht Saltzwedel, wenn einer Probleme mit seinem Saltzwedel hat, sondern: I only get my rocks off while I´m dreaming. I only get my rocks off while I´m sleeping." Na dann - sagte die Rohrbombe - wenn Reisen bildet, dann mache ich mich auf die Reise.

Minister klaut Gemälde und Minister gibt Gemälde heimlich zurück (Neue Sinnlichkeit 43 und 44). Diese BILD-Gemälde-Berichte von 2001 haben tatsächlich die Rückgabe - des im Landwirtschaftsministeriums von Sachsen-Anhalt zunächst verschwundenen, dann im Zimmer des SPD-Ministers Johann-Konrad Keller aufgefundenen "Kanzler-Strohbildes" von Dietmar Moews - erst veranlasst. Das Fehlen des 140cm/140cm großen Ölgemäldes, Kaufpreis 8000 EURO, war erstmalig aufgefallen, als nach Ablauf der großen Dietmar Moews-Ausstellung bei der sachsen-anhaltinischen Landesregierung in Magdeburg, Frühjahr 1997, der Rücktransport der Bilder durchgeführt wurde. Nachdem alle informellen, freundlichen Aufforderungen - durch Dietmar Moews an den Minister - zur Auffindung, Rückgabe oder Bezahlung schließlich auch offiziell schriftlich - mit der unzutreffenden und widersinnigen Behauptung zurückgewiesen worden waren, dass jenes Gemälde vom Künstler selbst dem Ministerium geschenkt worden sei, kam es zu den in der Neuen Sinnlichkeit faksimilierten zahlreichen BILD-Veröffentlichungen - insgesamt zwölf, in BILD-Magdeburg, BILD-Halle, BILD-Leipzig und BILD-Dresden. BILD ermöglichte also indirekt - die Rückgabe des Bildes durch den Minister an den Maler und Eigentümer, nebst jenem ministeriellen Schreiben (Neue Sinnlichkeit 44). Allerdings eine Herausgabe der Einsparung (des geldwerten Gewinns) der Landesregierung durch eingesparte Miet-, Leasing- oder Kaufpreis erfolgte bislang nicht, oder Entschädigung für resp. infolge unerlaubter Eigenmacht und Nutzungsausfall an Dietmar Moews wurde nicht gezahlt. Die Oberstaatsanwaltschaft in Naumburg stellte diesen Bildentwendungsfall als staatsanwaltliche Angelegenheit mangels politischen Interesses ein; eine kostspielige private Klage, gegen die Landesregierung resp. den Minister, kam für den studierten Juristen und geschädigten Künstlergelehrten Dietmar Moews nicht in betracht. An dieser Stelle ist den Berliner Rechtsanwälten Weiß und Siegert, Friedrichstrasse 224 zu danken, die aus Interesse am Fall "Minister klaut Bild", Schriftsätze entwarfen und die Korrespondenz führten. Hinter ministeriellen Kulissen wurde hinsichtlich des Gemäldeklaus kolportiert, ein Ministerialdirigent hätte den Minister in den Glauben gesetzt, Künstler Moews würde ein Bild schenken, falls die staatliche Kunstsammlung ein anderes Bild kaufe. Aufgrund eines tatsächlich regulär durchgeführten offizialen Kunstankaufes durch das Kultusministerium in Magdeburg, aus der Dietmar-Moews-Ausstellung - eines Strohbildes, das jetzt im Foyer des Landwirtschaftsministeriums hängt - hätte der Minister Keller geglaubt, er dürfe sich privat ein weiteres Bild wegnehmen. Konkludent läge hinsichtlich der privaten Empfängnis eines solchen Wertgegenstandes und liegt wirklich sowohl eine unerlaubte Vorteilsnahme und eine politische Dummheit vor, die Ministerielle ihrem Minister schriftlich untergejubelt haben, indem sie jenen - in Blatt Numero 44 abgedruckten - Brief wiederum explizit auf Schenkung abstellten. Hierüber läge als Beweis sogar eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Parteien - Ministerium / Moews - vor. Dietmar Moews hat eine solche Vereinbarung keinesfalls getroffen, ergo eine solche aber vom Ministerium auch nicht vorgelegt worden ist - cui bono? (Wer hat den Knochen?)

Schwer zu glauben - aber immerhin bekam Dietmar Moews vom sachsen-anhaltinischen Bauernverband vor der Landtagswahl 2002 das Angebot, den Gemäldeklau erneut medial aufzuziehen. Ein Verbandsvertreter trat - über den Anwalt Dr. Roland Frieling, Magdeburg - an Dietmar Moews heran und machte mehrere Kauf- und Mietangebote wiederum gerade hinsichtlich jenes Bildes, verbunden mit der Idee, Künstler und Minister im Magdeburger Landtags-Wahlkampf öffentlich in Stellung zu bringen. Dietmar Moews hat die gewünschte Skandalierung ausdrücklich aus persönlicher Verpflichtung zu Staatsräson und Sittlichkeit abgelehnt - Minister Johann-Konrad Keller (SPD) flog - nach der darauf folgenden Wahlniederlage auch ohne Das aus der Regierung. Keller hat sich niemals Moews gegenüber erklärt oder entschuldigt, sondern seine Version: Bildrückgabe eines geschenkten Bildes ohne Anerkennung einer Rechtspflicht (Neue Sinnlichkeit 44, Schreiben vom 25. 1. 2001 an den Anwalt von Dr. Dietmar Moews in Magdeburg) ist bis heute sein letztes SPD-Wort - es ist nie zu spät. Schließlich traten im Dunste der Sozialdemokratie sowohl Rosa Luxemburg wie auch Thomas Mann vor dem 1. Weltkrieg gegen eine parlamentarische Demokratie ein.

Das sieht man auch an den verrotteten Nanas in Hannover. Wiederum BILD berichtete schon in den achtziger Jahren, dass der Maler Dietmar Moews auf deren Verfall hingewiesen hatte und aufmerksamkeitshalber mit Leiter und Putztuch Nanas vor Ort geputzt hatte.

Setzen wir uns also mit Kunst und Geist auseinander. Hereinkamen zwei Blätter:
Huttenbriefe, für Volkstum, Kultur, Wahrheit und Recht, aus 63811 Stockstadt sowie spector cut and paste aus Leipzig - beide muten an, wie unbestellt provokative Zusendungen vom Verfassungsschutz. Diese Huttenbriefe sind dumpf, völkisch. Und irgendwie unwirklich werden deutschnationale Interessen in einen sehr unempirischen Gruppenbegriff - die Deutschen, das Deutsche, was immer das sein soll oder wo das wirkt oder auffindbar wäre - gesetzt. Der so - deutsch, völkisch, blutig - nicht im wirklichen Leben aufzufinden ist -. Das ist, wie mit Meinhard Miegels Deduktion der Stückzahlen junger Deutscher gegen alte Deutsche. Damit Panik und Angst um sich greifen, die Altersversorgungen seien bedroht, der Generationenvertrag gebrochen usw. - alles Unsinn. Diese Zahlenspiele sagen rein gar nichts. Denn schon ein Atomkraftwerk speist sämtliche Achtzigjährigen bis zum Kotzen und die Wirtschaftserträge auf Kopfzahlen zu berechnen, ist blanke Scheiße - um es mal elegant zu formulieren. Die Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts müssen die Menschen in den eigenen Augen bewegen, liberal, nicht in maschinengestützten Produktivitätszahlen. Und so ist es auch mit der Reinheit der deutschen Wahrheitsinteressen bei Huttenbriefen. Spector - das zusammengewürfelte Blatt einer GBR von um die Dreissig-Jährigen, aus dem Kreise der sächsischen Kunsthochschulen und staatlicher Förderungen, ist genauso beknackt: Hauptsache Kunst, die keine ist. Fragt man einen der Autoren oder Jungkünstler, ob ihnen die Austauschbarkeit ihrer Kunstwerke, Kunstideen, Kunstevents, Kunstliteraturen, Kunsthemen, mal aufgefallen wäre - dass aber auch Alles völlig austauschbar ist, völlig unpersönlich und belanglos? Dann merkt man - sie haben einfach nichts sonst gelernt. Ihre Kunsthochschulprofessoren machen ebensolch Kunst-Belanglosigkeitsgetue, preisen sich gegenseitig, geben Interviews, zitieren dies oder das oder was anderes, Freud, Marx, Alexander Kluge, Brecht, Faßbinder, John Cage, Picasso, Marcel Duchamp usw. diese Namen, mit denen man nichts Tragfähiges verbindet, außer: Kommt man zum Cocktail-Club, klopft an, Parole? Parole Emil - geht die Tür auf, die Parole von Adorno bis Sloterdijk stimmt - man muss nichts mehr beweisen: No sense, no response. protection is groovy. Wieviele solcher spectors und Huttenbriefe haben wir schon gesehen? Elaste, Living, Hans Kultur.

Aber Polen - 65 km von Dresden nur entfernt - kennt man in Dresden nur vom Globus, damit die Lesernähe nicht überstrapaziert wird - ist ja wohl auch was Wahres dran, an der Sprache der Leser, oder? Nur lesen, halt, tunses trotzdem nich, nu. Hielt ich kürzlich einen Vortrag vor Erwachsenen, und? Hatten die ihre Zeitungen gelesen? Was gibts Neues? Genies und Idioten, die gibt es vermutlich überall zu viele? Biblisch könnte man sagen: Dieser Mensch lebt allein: vom Brot.



Mit der Publikation der Satzung der freien universität dresden, ist diese erste private Universität gegründet, sie buchstabiert sich:
http://www.freie-universitaet-dresden.com

Nun kommt noch ein Schlussstaunen und die Hoffnung, Leserin und Leser werden von diesem Blatt Numero 45 so angesprochen, dass es nicht sofort auf dem Stapel landen muss. Es steckt viel Liebe drin, die ja irgendwie auch herauskommt. Hier also das Staunen: Am 26. Oktober sagte Bundesminister Clement (SPD) zu Ministerpräsident Stoiber (CSU) in der ARD-Sonntagabend-TV-Diskutier-Show: Sie können uns doch nicht sagen "Jetzt ist Schluss mit lustig."

Die inzwischen routinemäßige Abkündigung, ohne Vollständigkeit - weist herausgehoben auf Verlust: Erwin K. Scheuch, empirische Kölner Soziologie, Heinz Zahrnt, Theologie-Redakteur, und Biologe Frederic Vester, Positivist im Netz- und Systemdenken.

Die Neue Sinnlichkeit geht weiter. Abonnenten auf Lebenszeit können bestellen: 0351 803 75 82 und Abonnements sind vererbbar. Website http://www.dietmarmoews.com, nicht ohne Hilfe, wird täglich aktualisiert und gewebmastert. dietmarmoews.com wird die Verbindung zu weiteren Leser- und Kommunikationskreisen bieten, Aktuelles / Updates, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge:

P.S. Große Tafelbilder bei Pesch-International Köln; Neue Sportflaggen bei IT-Concept Dresden, Alaunstrasse 37; Dresdner Stilleben bei Trollhus Dresden, Louisenstrasse 70a (ab 30. Juni 2003) in sieben mal malerei, also auch bei vita bauplan Uwe Jürich, Louisenstrasse 75; Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund Bautzner Strasse 79; Fleischerei Haberland Rothenburger Strasse 25; Silbermann-Festspiel IV Lesung am 1. August, 20.30 Uhr bei Büchers Best von Jörg Stübing, der sich selbst "Stübi" nennt Dresden, ZUGINSFELD, Feldherrnhalle, Odeonsplatz, München Schwabing-Extra mit Dietmar Moews, bei edition direct und bei www.ganz-muenchen.de, München; sowie zum 10-jährigen Einweihungsfest bei Trollhus Dresden in der Königsbrücker Strasse, ab 26. September 2003; neue dresdner malerei im Kölner Südstadt-Viertel, Fahnen mit Schallplatten: Welche Farbe hat die Welt.
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