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neue sinnlichkeit
QUALITÄTSRÄTSEL



Kann man sich Organisationen vorstellen, die existieren, weil sie versagen? Die vorliegende Studie behauptet: ja. Moderne Gesellschaften produzieren mehr Probleme als sie zu lösen imstande sind. Weil die Organisationskultur des Marktes und des demokratischen Verfassungsstaates die Handlungen und Erwartungen der Menschen grundsätzlich auf "Problemlösen" programmiert, können überschüssige unlösbare Probleme Stabilitätskrisen auslösen.

Der "Dritte Sektor" zwischen Markt und Staat, so die Hypothese, bildet eine Nische in der modernen Organisationskultur, er setzt die Kontrollwirkungen marktlicher und verfassungsstaatlicher Strukturen verlässlich herab und erleichtert so den Umgang mit unlösbaren Problemen. Organisatorischer Dilettantismus kann daher funktional sein, Scheitern kann Erfolg bedeuten.

Zur Illustration dienen Fallstudien aus den Bereichen der freien Wohlfahrtspflege, der Selbsthilfebewegung, des Krankenhauswesens und der öffentlichen Unternehmen, das Buch ist zugleich ein Beitrag zur Stilanalyse der erfolgreichen Nicht-Lösung sozialer und politischer Probleme in der deutschen Demokratie und der für sie kennzeichnenden "Stärke durch Mittelmäßigkeit".
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