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neue sinnlichkeit
Zum Geleit



Die Neue Sinnlichkeit, die sich in diesen und in folgenden Blättern vorstellt, soll Freude auf Zukunft bereiten, sie ist deshalb als Erstes die grundsätzliche und totale Absage an die Moderne. Sie erhebt die folgenden Ansprüche:
  1. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< erkennt die >Moderne< mit ihren technischen, ingenieusen, geistig-dialektischen, stilpluralistischen, tagespolitischen, zufälligen, naiven, komplizierten, demokratisch-durchschnittlichen, individualistischen Werten als Ursache für die Sinnesüberreizung des Menschen unserer Tage, Aufgabe für die Nachkriegsgeneration.
  2. Die Künstler der >Neuen Sinnlichkeit< sollen hochsensibel sein.
  3. Die Künstler der >Neuen Sinnlichkeit< sollen hochgebildet sein.
  4. Die Künstler der >Neuen Sinnlichkeit< sollen hochmusikalisch sein.
  5. Die Künstler der >Neuen Sinnlichkeit< erkennen das Prinzip der Liebe an.
  6. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll musikalisch sein.
  7. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll einfach und liebenswürdig sein.
  8. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< erkennt die Psyche und den Sexus als Maßstab an.
  9. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll durch positive Einsetzung von positiven Mitteln wirken.
  10. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll eine kausale Wahrnehmung ermöglichen, sensibilisieren.
  11. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll sich der Technik als Hauptgestaltungskraft der Kultur überordnen.
  12. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll sich aus der massenpsychologisch bedingten, politischen Determination, der soziologischen Rolle des Religiösen entziehen.
  13. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< erkennt historische Betrachtung selbstzweckhaft an, die Entwicklung des Naiven zum Komplizierten zum Einfachen.
  14. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< stellt sich die seelisch-sinnlichen Ansprüche über die seelisch-geistigen, als Mittel zum Universalismus.
  15. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< bekennt sich zum Prinzip des Handelns.
  16. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< ist europäisch-perspektivisch und soll beispielhaft für alle Bereiche der Kultur auf der ganzen Welt sein, Schlechtes verbessern und vereiteln.
  17. Die Kunst der >Neuen Sinnlichkeit< soll Freude auf Zukunft bereiten.
Öffentliche Erklärung:

Hochgeachtete Öffentlichkeit -

Ich befürchte, dass es in dem nächsten Jahrzehnt in der westlichen Zivilisation Krieg geben wird.

Ich sehe hier, wie Aufklärung zu Gewalt führt, anstatt zu Demokratie und ich sehe dort, wie schon die individuelle Meinungsäußerung ins Gefängnis führen kann.

Es müssen die kulturellen Verhältnisse dahin verbessert werden, dass ihre Strukturen durch die reine Geschichtsmechanik in eine positive Zukunft führen und nicht in regelmäßig wiederkehrende Katastrophen, sodass

1. Aufklärung zu mehr Demokratie führt
    und
2. mehr Lebensqualität durch Sensibilisierung der menschlichen Sinne und deren Befriedigung erfolgen kann.

Die kulturellen Verhältnisse müssen jedem Menschen verständlich werden. Diese Forderung kann nur durch die Jedermann zugänglichen Sprache der menschlichen Sinnensfunktion erfüllt werden.

Ich biete hiermit meine Neue Sinnlichkeit der Öffentlichkeit an.
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